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Herbert Rüssel

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Herbert Werner Rüssel (* 11. Dezember 1897; † 6. April 1940 im KZ Sachsenhausen) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Opfer des Nationalsozialismus.

Leben

Rüssel studierte ab 1923 Philosophie, unter anderem bei Max Scheler an der Universität Köln, und schloss seine Ausbildung 1925 mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Ab 1929 arbeitete er als Journalist in Oberhausen und Köln. Er war Mitglied der Deutschen Zentrumspartei und unter anderem für die katholischen Blätter Germania und Hochland tätig. 1932 wurde erstmals wegen homosexueller Kontakte gegen ihn ermittelt. 1936 wurde er wegen angeblicher Unterstützung einer katholischen Widerstandsgruppe inhaftiert. Nach seiner Freilassung übersiedelte er nach Potsdam. Von Januar bis Oktober 1938 war er erneut wegen politischer Äußerungen und homosexueller Beziehungen in Schutz- und Untersuchungshaft, ehe er im März 1939 nach § 175 StGB zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Nach seiner Entlassung wurde er am 6. März 1940 ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt, wo er wenig später starb.

In den 1940er Jahren veröffentlichte Rüssel mehrere Schriften zur christlichen Ethik, die teilweise im niederländischen Exil erschienen. Seine Übertragung des Werks "Über die Würde des Menschen" von Giovanni della Mirandola (1940) wurde nach seinem Tod mehrfach neu aufgelegt.

Werke

  • Alkibiades (Berlin 1939)
  • Das Lob der rechten Einsamkeit (Amsterdam 1940)
  • Gestalt eines christlichen Humanismus (Amsterdam 1940)
  • Antike Welt und Christentum (Amsterdam 1941)

Literatur

  • Persönlichkeiten in Berlin 1825–2006. Erinnerungen an Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen. Hrsg. von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen. Berlin 2015, S. 62f.


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