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Henryka Bartnicka-Tajchert

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Henryka Bartnicka-Tajchert (* 19. Januar 1922 in Włodawa; † 26. Mai 1997 ebenda) war eine polnische Pfadfinderin, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, Häftling im KZ Ravensbrück und im KZ Bergen-Belsen sowie Zahnärztin.

Leben

Henryka Bartnicka besuchte die Volksschule in ihrer Heimatstadt und absolvierte anschließend von 1936 bis 1937 die Handelsschule von Kowel. Ab 1937 besuchte sie das Gymnasium von Kowel. 1939, im ersten Jahr des Zweiten Weltkrieges, arbeitete sie für die VersicherungsgesellschaftPowszechny Zakład Ubezpieczeń Wzajemnych“ in Włodawa. In dieser Zeit nahm sie Verbindung auf zum illegalen Pfadfinderverband Szare Szeregi in Włodawa, die von Piotr Kołodziejek geleitet wurde. Diese Pfadfinderabteilung hatte sich militärischen Aufgaben gestellt, u.a. die Bewegungen der deutschen Wehrmacht zu beobachten. Zwischen April und Juni 1940 hat die Gestapo die Gruppe zerschlagen. Ihre Mitglieder wurden verhaftet und teils gefoltert. Unter ihnen war auch Henryka, die im Gestapogefängnis des Schlosses Lublin inhaftiert wurde. Nach einigen Monaten wurde sie am 23. September 1941 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück überstellt, wo sie die Häftlingsnummer 7618 erhielt. Hier suchte sie den Kontakt zum illegalen Pfadfinderverband „Mury“ und schloss sich der im Lager entstandenen Gruppe „Cementy“ an. Außerdem beteiligte sie sich an den pädagogischen Bemühungen der Häftlingsorganisation, die auf bessere Bildung und Charakterfestigung gerichtet waren. Sie selber erwarb sich Kenntnisse auf Gymnasiumsniveau mit der Hilfe von Wanda Madlerowa (Häftlingsnummer 6009), einer ehemaligen Direktorin des Gymnasiums in Biała Podlaska. Ihre Mitschülerinnen hießen: Krystyna Czyż, Janina Iwańska, Jolanta Krzyżanowska, Janina Marciniak, Janina Marczewska, Lala Siwecka-Betty, Halina Żaba.

Am 28. Februar 1945 wurde sie in das KZ Bergen-Belsen überstellt, wo sie am 2. März ankam. Nachdem das Lager am 15. April 1945 durch die britische Armee befreit worden war, wurden die Häftlinge, die überlebt hatten, durch das Internationale Rote Kreuz am 8. Juli 1945 nach Schweden gebracht, wo sie zur Rekonvaleszenz auf verschiedene Krankenhäuser verteilt wurden. Die an Flecktyphus Erkrankten kamen in das Krankenhaus von Malmö. Nachdem Henryka am 2. August als geheilt entlassen werden konnte, wurde sie von den Eheleuten Jurgensen aufgenommen, die in der kleinen Stadt Falsterbo im südlichen Teil von Schweden liegt. Im November 1945 kehrte sie in ihre polnische Heimatstadt Włodawa zurück, wo sie am 15. Juni 1946 Abitur absolvierte. Anschließend ließ sie sich in Warschau für ein Studium der Zahnmedizin immatrikulieren. Hier wurde sie 1950 zur Zahnärztin graduiert. Von 1951 bis 1956 arbeitete als Zahnärztin in der kleinen Stadt Ełk. 1956 ging sie nach Włodawa zurück, wo sie bis zum Eintritt in ihren Ruhestand 1980 praktizierte.

Henryka Bartnicka-Tajchert war seit dem 8. August 1948 verheiratet mit Jan Tajchert, der während des Krieges in der Untergrundarmee Armia Krajowa gekämpft hatte.

Quellen

Weblinks


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