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Henry David Epstein

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Henry David Epstein (1927-2016) war ein US-amerikanischer Ingenieur und Manager. Er kam als junger Nazi-Flüchtling in die USA. Dort gelang ihm eine beeindruckende Karriere als Elektronik-Ingenieur und Manager.

Leben

Henry David Epstein wurde 1927 in eine konservative jüdische Familie in Frankfurt geboren. Mit seinem Bruder Thomas gelang ihm 1939 die Flucht über Holland nach England. Dort kamen beide 1940 wieder mit den Eltern zusammen, die den Nazis auf anderen Wegen hatten entkommen können. Im gleichen Jahr zog die Familie in die USA, wo sie in dem Neuengland-Staat Rhode Island eine neue Heimat fand. Henry fiel als Schüler durch Intelligenz und eine reife Persönlichkeit auf, konnte mehrere Klassen überspringen und schon als 15-Jähriger an der elitären Brown University in seinem Wohnort Providence beitreten. Epstein leistete zwei Jahre als Kommunikations-Techniker Kriegsdienst und schloss 1946 ein Ingenieur-Studium ab.

Epstein setzte seine Ausbildung an der Harvard Business School fort und erwarb mit Bestnoten einen Titel als Verwaltungsfachmann für die Technologie-Branche. Sein Leben lang dem Judentum gläubig verpflichtet, wurde Epstein als Student bei Wohlfahrts-Verbänden, zionistischen Organisationen und bei dem Aufbau des Studenten-Vereins Harvard Hillel aktiv. Er hielt dieses philantropische Engagement sein Leben lang aufrecht und betätigte sich daneben als Maler, Poet, Glasmacher und Sammler von antiken Landkarten des Heiligen Landes, sowie Skulpturen.

Bekannt wurde Epstein jedoch durch seine Laufbahn als Ingenieur und Manager, die ihn zu Grosskonzernen wie General Electric und Texas Instruments führte. Dort war er massgeblich an der Entwicklung von Instrumenten und Techniken für das Raumfahrt-Programm der USA beteiligt. Sein grösster Stolz blieben Beiträge zu den Mondlandungen des Apollo-Programms. Epstein erwarb zudem zahlreiche Patente bei Konsum-Produkten wie Kühlschränken oder Kameras. Er wechselte Mitte der 1970er Jahre zu der Loral Corporation in New York und übernahm anschliessend die Leitung des Technologie-Unternehmens Penril/Datacomm in Maryland, ehe er 1996 als Unternehmensberater erfolgreich wurde.

Teile seiner Sammlung hinterliess Epstein dem Smithsonian Museum und der George Washington University. Er starb am 24. Dezember 2016 und hinterliess die Witwe Barbara Tannenbaum, die vier Nachkommen Lola, Jonathan, Heitzi und Ari Epstein sowie sieben Enkelkinder. Dr. Ari Epstein folgte dem Vater nach und lehrt als Meereskundler und Mitglied des Terrascope-Teams am MIT in Cambridge, Massachusetts.

Hinweis

Dieser Jewiki-Artikel basiert auf einem Nachruf, den der tachles-Newsletter am 18.1.2017 publizierte