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Elchanan Hendel Kirchahn

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Deckblatt des Simchat Hanefesch von Elchanan Henele ben Benjamin Wolf Kirchhahn aus dem Jahr 1707.

Elchanan Henle ben Benjamin Wolf Kirchhahn (geb. um 1666 in Kirchhain, gest. 1757 in Kirchhain) war ein deutsch-jüdischer Rabbiner, Schriftsteller und Moralist.

Vita

Melodien aus dem Simchat ha-Nefesch von Elchanan Henele ben Benjamin Wolf Kirchhahn aus dem Jahr 1727 in Transkription von Abraham Zevi Idelsohn aus dem Jahr 1929. [1]
  • Sein Vater war Benjamin Wolf. Sein Schwiegervater wurde später Zwi Hirsch Koidanower.
  • Ab 1712 war er Lehrer der Judenschule in Kirchhain.
  • Er war auch als Rabbiner, Vorsänger und Schächter aktiv.
  • Elchanan Henle ben Benjamin Wolf Kirchhahn (auch zu finden als Hennoch Wolf und unter vielen weiteren Abwandlungen der verschiedenen Namensbestandteile) verfasste u. a. das in jüdisch-deutscher Sprache geschriebene ethisch-erbauliche Werk Simchat Hanefesch, welches erstmals 1707 in Frankfurt am Main erschien. Der erste Teil des Simchat ha-Nefesch kann als einer der herausragenden Bestseller der jiddischen Literatur bezeichnet werden. Von seiner Erstauflage bis zu einer Bearbeitung aus dem Jahre 1906 sind nicht weniger als 27 Ausgaben erschienen.
  • 1722 erschien in Offenbach sein Buch Chiddushim zum Pentateuch. [2] [3]
  • Im Jahr 1727 veröffentlichte er einen zweiten Band unter dem Titel Simchat ha-Nefesch (Jüdisch-deutsche Gedichte mit musikalischen Noten, zur Belehrung und Erheiterung). Der Band enthält 13 Lieder in Jiddisch. Er hat dafür bereits bestehende Melodien, die nach seiner Aussage von einem Musikexperten niedergeschrieben wurden, verwendet. Die Lieder haben religiös-ethischen Inhalt und sind für die Fest- und Gedenktage des jüdischen Kalenders (den Freitagabend, den Morgen des Sabbath, Rosch Chodesch, Chanukka, Pessach, Schawuot usw.) sowie für Hochzeiten und Beschneidungen gedichtet worden, um wesentliche religiöse Inhalte und rituelle Handlungen zu begleiten und besser an die ungebildeten Massen zu vermitteln. Den eher didaktischen Texten fehlt es nach Abraham Zevi Idelsohn an lyrischer Intensität. Durch die Lieder sollte auch verhindert werden, dass die Juden weltliche und u. a. auch vulgäre deutsche Lieder singen, [4] was von Rabbinern schon im Mittelalter häufig verboten wurde. [5] Die Melodien der Lieder sind im damals in Deutschland üblichen Barockstil gehalten. [6]
  • Sein Grabstein ist auf dem jüdischen Friedhof Kirchhains erhalten. [7]

Weblinks

Literatur

  • Kirchahn, Manoach Hendel (Elchanan Henle) b. Benjamin Wolf, in: Wininger III, 446-447
  • Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929
  • Kurt Schubert: Juden in Kirchhain: Geschichte der Gemeinde und ihres Friedhofs mit einem Beitrag zur Biographie des jüdischen Dichters Henle Kirchhan (1666-1757), Band 9 der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, 1987

Einzelnachweise

  1. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 386
  2. Kirchhain mit Betziesdorf (Stadt Kirchhain, Kreis Marburg-Biedenkopf) Jüdische Geschichte / Synagoge
  3. Michael A. Meyer (Hrsg.): Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Band I, C.H. Beck, München, 1996, S. 211
  4. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 383 und 384
  5. Peter Gradenwitz: "So singt uns von Zijons Sang" - Jüdische Musik und Musiker in ihrer Umwelt; in Andreas Nachama, Julius H. Schoeps und Edward van Voolen (Hrsg.): Jüdische Lebenswelten, Jüdischer Verlag / Suhrkamp, 1991, S. 193, 195 und 197
  6. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 383 und 384
  7. Der Grabstein für den jüdisch-deutschen Dichter und Volksschriftsteller Elchanan Henle Kirchhan (geb. 1666 - gest. 1757).


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