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Henning von Vieregge

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Henning von Vieregge (geb. 27. August 1872 in Steinhausen bei Neuburg; gest. 3. Mai 1945 ebendort) war ein deutscher Offizier und paramilitärischer Aktivist sowie einer der führenden Funktionäre des Frontsoldatenbundes Stahlhelm in der Spätphase der Weimarer Republik.

Leben

Vieregge wurde zunächst Berufssoldat in der Preußischen Armee und erhielt am 20. September 1890 sein Patent als Sekondeleutnant.[1] Im weiteren Verlauf seiner Militärkarriere wurde er am 1. Oktober 1913 zum Major befördert und diente während des Ersten Weltkriegs im Stab des Infanterie-Regiments „von Manstein“ (Schleswigsches) Nr. 84. Nach Kriegsende schied Vieregge als Oberstleutnant aus dem aktiven Dienst. Stattdessen ließ er sich als Landwirt auf seinem Familiengut Steinhausen in der Nähe von Wismar nieder. Politisch betätigte er sich seit den 1920er Jahren in führender Stellung im Stahlhelm Bund der Frontsoldaten, in dem er 1932 zum Landesführer in Mecklenburg aufstieg, eine Funktion, die er bis 1934 beibehielt.

Am 1. März 1934 wurde Vieregge nach der Eingliederung des Stahlhelms in die nationalsozialistische SA zum SA-Ehrenbrigadeführer ernannt und der SA-Brigade Hansa zugeteilt. Da die regionalen Parteistellen ihn als einen Monarchisten sahen, der von seinem Gut aus gegen die Partei arbeite, waren seine Beziehungen zur NSDAP äußerst gespannt. Der Gauleiter Friedrich Hildebrandt schrieb in einem Bericht über Vieregge, dieser werde „nie den Führer bejahen und nie den nationalsozialistischen Staat anerkennen“. Die Kreisleitung der Partei hatte zuvor geklagt, dass es ihr nicht gelungen sei, auf Gut Steinhausen Fuß zu fassen, da die dortigen Mitarbeiter befürchten würden, von Vieregge nach einer Annäherung an die Partei entlassen zu werden. Die von Vieregge im November 1935 beantragte NSDAP-Mitgliedschaft wurde ihm verwehrt. Aus der SA wurde er im August 1936 als SA-Brigadeführer entlassen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Kriegsgefangene als Arbeitskräfte auf Vieregges Gut beschäftigt.

Vieregge tötete sich im Mai 1945, unmittelbar vor dem Ende des Krieges, auf seinem Gut bei Neuburg während der Plünderung seines Hauses durch Angehörige der Roten Armee durch Selbstvergiftung mit Morphium. Seine Ehefrau, die ebenfalls Gift genommen hatte, konnte gerettet werden. Vieregge wurde in seinem Garten beigesetzt.

Familie

Vieregge war seit 1923 verheiratet mit Elisabeth (Lisa) Amalie Hedwig Martha (* 20. Juni 1896 in Briggow; † 20. Mai 1968 in Bonn).

Literatur

  • Henning von Vieregge: „Steinhausen“, in: Mario Niemann (Hrsg.): Ländliches Leben in Mecklenburg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Rostock 2004, S. 771–782.

Einzelnachweise

  1. Rangliste der Offiziere der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps 1917, Hrsg.: Kriegsministerium, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1917, S. 16


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