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Helmut Gansauge

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Helmut Gansauge (geb. 3. Juli 1909 in Dresden; gest. 23. Juli 1934 ebenda) war ein deutscher Antifaschist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Datei:Ehrenain Heidefriedhof Dresden Urnengräber Thiele Gansauge.JPG
Grab von Helmut Gansauge auf dem Heidefriedhof
Datei:Betriebsferienheim Johanngeorgenstadt.jpg
Betriebsferienheim „Helmut Gansauge“ in Johanngeorgenstadt

Gansauge kam 1909 als erstes von drei Kindern in ärmlichen Verhältnissen zur Welt. Sein Vater war häufig arbeitslos, während die Mutter Frieda Gansauge Geld als Plätterin verdiente. Eingeschult wurde Gansauge 1916 in Lausa bei Dresden; zwei Jahre später zog die Familie zurück nach Dresden. Gansauges Eltern waren politisch aktiv: Der Vater war Mitglied des Spartakusbundes und nach dem Kieler Matrosenaufstand in den Soldatenrat berufen worden; die Mutter war Mitglied der KPD und wurde in Dresden Mitbegründerin der Kommunistischen Kindergruppen. Schon im Kinder- und Jugendlichenalter verrichtete Gansauge Hilfsarbeiten in der KPD; ab 1923 diente er als Kurier. Nach Ende der Volksschule begann Gansauge 1925 eine Lehre zum Buchdrucker, die er 1927 vorzeitig beenden musste. Er arbeitete in der Folgezeit unregelmäßig als Hilfsarbeiter in Druckereien.

Ab Mitte der 1920er-Jahre und schon während seiner Lehrzeit war Gansauge im Kommunistischen Jugendverband aktiv und wurde Mitglied des Sprechchores des Verbandes, aus dem sich 1927 die Agitprop-Gruppe Rote Raketen entwickelte. Er wurde der zweite Leiter der Gruppe, die ab 1928 die „bedeutendste Agitprop-Truppe der Partei in Sachsen“ war und bis 1933 „weit über Dresden und Sachsen hinaus bekannt“ wurde.[1] Auftritte mit den Roten Raketen führten Gansauge bis nach Mitteldeutschland und Berlin.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Gansauge Mitglied der Vereinigten Kletterabteilung in Dresden[2] und beteiligte sich aktiv am Widerstandskampf. Er wurde bereits am 21. März 1933 verhaftet und zunächst im Volkshaus und nach vier Tagen im Dresdner Polizeipräsidium verhört und misshandelt. Er wurde 1933 in das KZ Hohnstein gebracht und schwer erkrankt Ende November entlassen. Während seiner Haftzeit war auch seine Mutter inhaftiert worden. Bereits im Dezember 1933 folgte die zweite Verhaftung Gansauges, der erst nach mehreren Wochen Haft das Polizeipräsidium verlassen durfte. Gansauge verstarb im Sommer 1934 infolge einer Lungenentzündung, wobei sein Körper zu dieser Zeit „durch die Haft und die Folterungen stark geschwächt… [und] nicht widerstandsfähig“ war. Gansauges Urnengrab befindet sich im Ehrenhain des Dresdner Heidefriedhofs.

Gedenken

In der DDR trugen verschiedene Einrichtungen den Ehrennamen „Helmut Gansauge“: Die Deutsche Reichsbahn unterhielt mit dem Ingenieurbaubetrieb Dresden in Johanngeorgenstadt das Ferienheim „Helmut Gansauge“. Die VVN-Ortsgruppe in Dresden trug ebenfalls den Ehrennamen „Helmut Gansauge“.[3]

Literatur

  • Helmut Gansauge. In: Heinz Schumann, Gerda Werner (Bearb.): Erkämpft das Menschenrecht. Lebensbilder und letzte Briefe antifaschistischer Widerstandskämpfer. Dietz, Berlin 1958, S. 654.
  • Gansauge, Helmut. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 39–42.

Einzelnachweise

  1. Gansauge, Helmut. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 41.
  2. Helmut Gansauge. In: Heinz Schumann, Gerda Werner (Bearb.): Erkämpft das Menschenrecht. Lebensbilder und letzte Briefe antifaschistischer Widerstandskämpfer. Dietz, Berlin 1958, S. 654.
  3. Thomas Widera: Dresden 1945–1948: Politik und Gesellschaft unter sowjetischer Besatzungsherrschaft. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, S. 368, FN 172.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Helmut Gansauge aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.