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Helene Mayer

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Helene Mayer

Helene Mayer (geb. 20. Dezember 1910 in Offenbach am Main; gest. 15. Oktober 1953 in München) war eine deutsche Fechterin.

Leben

Die Arzttochter erlernte das Fechten beim „Cavaliere“ Arturo Gazzera [1] in Offenbach am Main, im Fechtclub Offenbach von 1863 e.V.[2]. Mayer gewann 1925 die deutsche Meisterschaft im Florettfechten und errang bis 1930 sechs nationale Meistertitel. 1928 gewann die „blonde He“[1], so ihr Spitzname, bei den Olympischen Spielen in Amsterdam die Goldmedaille[3] und siegte bei den Europameisterschaften 1929 in Neapel und 1931 in Wien. Seit 1929 studierte sie internationales Recht in Frankfurt am Main, 1930/31 an der Sorbonne in Paris und emigrierte dann wegen ihrer jüdischen Herkunft in die USA. Dort besuchte sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes das kalifornische Scripps College und erreichte bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles einen fünften Platz, nachdem sie zuvor wenig trainiert hatte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der großen, blonden und blauäugigen Mayer das Stipendium aus „rassischen Gründen“ entzogen, während sie der Offenbacher Fechtclub ausschloss.[1]

Auf Drängen der amerikanischen Öffentlichkeit und auf Intervention des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) startete Mayer 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin für Deutschland. Mayer, die zu dieser Zeit immer noch in Amerika lebte, brachte diese Entscheidung auch Kritik ein. Sie betonte jedoch, es sei für sie eine Ehre, für Deutschland zu fechten. Mayer gewann die Silbermedaille und zeigte bei der Siegerehrung im Olympiastadion den "Hitlergruß". Hitler soll sie bei einem Empfang in der Reichskanzlei anschließend als "beste und fairste Sportlerin der Welt" bezeichnet haben.

Im folgenden Jahr feierte Mayer in Paris den Sieg in der Weltmeisterschaft. Inzwischen wieder amerikanische Staatsbürgerin, kehrte Mayer in die USA zurück. Hier wurde sie mehrmals Landesmeisterin und war Dozentin am Mills College, später an der University of California in Berkeley. 1952 kehrte sie wieder nach Deutschland zurück. In München heiratete sie den Flugingenieur Erwin Falkner von Sonnenburg.

Am 15. Oktober 1953 starb sie an Brustkrebs. Sie ist auf dem Münchener Waldfriedhof beigesetzt. Der Helene-Mayer-Ring im Olympischen Dorf in München wurde 1972 anlässlich der Olympischen Spiele zu ihren Ehren benannt.

Weblinks

  • Helene Mayer in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Kluge, Volker: 100 Olympische Highlights : Momentaufnahmen Athen 1896-Atlanta 1996. Berlin : Sportverl., 1996. – ISBN 3-328-00678-8
  2. Ein kurzer Ausflug in 144 Jahre Fechtgeschichte, Fechtclub Offenbach von 1863 e.V.
  3. FAZ vom 18. November 2010, Seite 62: ... und ich bleibe für immer

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