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Helene Fleischer

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Helene Fleischer (geborene Lätzsch; geb. 11. Juni 1899 in Leumnitz bei Gera; gest. 26. Juni 1941 in Stadtroda) war eine deutsche kommunistische Politikerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Helene Fleischer war Textilarbeiterin von Beruf und schloss sich 1919 der SPD an; 1923 wechselte sie zur KPD. Sie war seit 1924 Mitglied der KPD-Unterbezirksleitung sowie Mitglied eines Betriebsrates. 1931 wurde sie in den Thüringer Landtag, sowie im Juli und November 1932 in den Deutschen Reichstag gewählt.

Seit 1933 arbeitete sie unter dem Decknamen „Hilde“ als illegale Instrukteurin ihrer Partei in mehreren Thüringer Kreisgebieten. Am 13. Januar 1934 verhaftet die Gestapo Fleischer in ihrer Apoldaer Wohnung. Im Mai 1934 vom Oberlandesgericht Jena wegen „Hochverrats“ zu drei Jahren Haft verurteilt, wurde sie in Gräfentonna und Hohenleuben inhaftiert und im Mai 1937 in das Frauen-KZ Moringen überstellt. Gesundheitlich schwer angeschlagen arbeitete Fleischer nach ihrer Entlassung 1938 in der Gera-Greizer Kammgarnspinnerei. Im Februar 1941 wurde sie erneut verhaftet und im Mai 1941 nach schweren Misshandlungen vom Gefängnis Gera in die Landesheilanstalt Stadtroda verbracht.[1]

Fleischer, der zuvor „schwere Schizophrenie und Lungentuberkulose“ diagnostiziert wurde, verstarb dort unter nicht geklärten Umständen am 26. Juni 1941 in der von Rosemarie Albrecht geleiteten Frauenabteilung. Der Verdacht ist begründet, dass sie dort ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde wurde.[2]

Gedenktafel am Haus ihres Verstecks in der Christian-Zimmermann-Straße 15

Ehrungen

Gedenktafeln am Reichstag

Am Haus ihres Apoldaer Verstecks wurde zu DDR-Zeiten eine Gedenktafel angebracht. Die Straße, die nach ihr benannt war, wurde 1990 umbenannt. In Gera erinnert noch heute ein Straßenname an die Widerstandskämpferin. Seit 1992 erinnert in Berlin in der Nähe des Reichstags eine der 96 Gedenktafeln für von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete an Fleischer.

Einzelnachweise

  1. Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933−1945. Droste-Verlag, Düsseldorf 1991, ISBN 3-7700-5162-9, S. 216.
  2. Katrin Zeiss: „Das Gestern im Heute“, die tageszeitung, 27. Januar 2001.

Literatur

  • Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation II. ISBN 3-89331-391-5.
  • Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser, Band 8: Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0.

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Helene Fleischer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.