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Heinz Richter (RSHA)

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Heinz Richter (geb. 13. Februar 1903 in Guben; gest. 27. März 1974) war ein deutscher Jurist, Referatsleiter im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und SS-Obersturmbannführer.

Leben

Richter war schon 1926 als Student der NSDAP beigetreten, ließ diese Mitgliedschaft jedoch nach seiner Ersten Juristischen Staatsprüfung für die Zeitdauer seines Referendariats zwischen 1930 und 1932 ruhen. Er wurde 1935 von der Stapo-Leitstelle Berlin eingestellt, war von 1936 bis 1938 Chef der Stapo-Leitstelle Allenstein und wurde 1939 zum Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD (IdS) Wien abgeordnet.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 fungierte er als staatspolizeilicher Sachbearbeiter beim Chef der Zivilverwaltung des Armeeoberkommandos 14 und gehörte unter SS-Brigadeführer Bruno Streckenbach der SS-Einsatzgruppe I an. Ins RSHA zurückgekehrt, avancierte Richter dort 1941 zum Leiter des Referats II A 5, das unter anderem die Zuständigkeit für „Beschlagnahme und Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens“ sowie „Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft“ besaß.[1] Er wurde im Januar 1942 zum Chef des Einsatzkommandos 8 in der Einsatzgruppe B ernannt, das in Weißrussland die Vernichtung der Juden durchführte. Im Herbst 1942 wechselte Richter als Gerichtsoffizier zum Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (BdS) Frankreich. Im Mai 1944 wurde er Chef der Stapo-Leitstelle Frankfurt/Oder, wo er „kurz vor Kriegsende im dortigen Gefängnis ein Massaker an den Insassen verantwortete“.[2]

Nach 1945 gelang es Richter, als Regierungsrat zur Wiederverwendung eingestellt zu werden. Wegen seiner Verbrechen als Leiter des Einsatzkommandos 8 in Weißrussland wurde er 1968 vom Landgericht Kiel zu sieben Jahren Haft verurteilt.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Hamburg 2002, S. 296.
  2. Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler, Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen. Darstellung und Dokumentation. Darmstadt 2008, S. 21.
  3. Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler, Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen. Darstellung und Dokumentation. Darmstadt 2008, S. 106.


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