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Heinz Baumeister

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Heinz Baumeister (geb. 1902 in Krefeld; gest. 1969) war ein deutscher Landespolitiker (SPD/SED), Journalist und Präsident der Thüringer Handwerkskammer.

Leben

Baumeister entstammte einer Krefelder Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Drogisten, den er auch ausübte. Mit 18 Jahren trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei. Im Jahre 1924 schloss er sich auch dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an und wurde zwei Jahre später sein Gausekretär für das westliche Westfalen. Für die Zeitschrift Widerstand gehörte er dem Herausgeberkreis an.

In der Zeit der NS-Diktatur wurde er verfolgt: 1933 wurde er in Schutzhaft genommen und blieb nach seiner Freilassung arbeitslos. In einem Dortmunder Motorradgeschäft konnte er 1935 eine Beschäftigung finden. Weil er illegal antifaschistisch tätig blieb, wurde er 1937 erneut verhaftet und war von 1938 bis 1945 im KZ Buchenwald inhaftiert. Nach der „Selbstbefreiung“ der Häftlinge schloss er sich dem von Hermann Brill gegründeten Bund demokratischer Sozialisten an, der bald in der SPD aufging. Von 1945 bis 1948 wurde Baumeister Präsident der Thüringer Handwerkskammer. Seit Oktober 1946 war er Mitglied des Thüringer Landtages und darin Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Handel und Versorgung. Obwohl er 1946 Mitglied der SED wurde, blieb er den Anhängern eines sozialdemokratischen Kurses in der Partei verbunden und wurde deswegen von parteileitenden Personen kritisiert und auch in der Presse angegriffen, u.a. wegen seiner differenten Position zu Enteignungsvorgängen. Im Jahre 1948 verließ er die SBZ und ging ins Ruhrgebiet zurück, wo er eine Speditionsfirma gründete. Baumeisters Weggang führte nach Steffen Kachels Untersuchung[1] zu weiteren Angriffen gegen in der SED verbliebene Anhänger sozialdemokratischer Überzeugungen.

Einzelnachweise

  1. Steffen Kachel: Ein rot-roter Sonderweg? Sozialdemokraten und Kommunisten in Thüringen 1919 bis 1949, = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe Band 29, S. 539, ISBN 978-3-412-20544-7


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