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Heinrich Kraeger

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Alexander August Heinrich Kraeger (geb. 12. März 1870 in Bremen; gest. 11. April 1945 in Borgsdorf) war ein deutscher Professor für Literaturgeschichte und Autor.[1] Kraeger publizierte ausgiebig im völkischen Milieu, so u.a. unter dem Pseudonym Erich Ekkehard die vier Bände von Philipp Stauffs antisemitischen Lexikon Semi-Kürschner unter dem neuen Titel Sigilla veri in Ulrich Fleischhauers Bodung-Verlag heraus. Das Werk erreichte allerdings nur den Buchstaben P.[2]

Der Kaufmannssohn studierte 1889–1894 in München, Leipzig und Berlin. 1893 reiste er nach England und 1894 nach Amerika. 1897 habilitierte er sich an der Züricher Hochschule und lehrte dort als Privatdozent.

1901 wurde er Lektor für Ausländer an der Universität Berlin und 1902 Professor für Literaturgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Winter 1906/07 war er beurlaubt und hielt an der Universität of Chicago ein Kollegg über Deutschlands Kunst.

Kraeger nahm als Kriegsfreiwilliger und Offiziersstellvertreter im Infanterieregiment 135 am Ersten Weltkrieg teil.

Kraeger war Mitglied der Deutschen Vaterlandspartei und im Deutschlandbund (Schutz- und Trutzbund).

Von den Franzosen wurde er 1921 ausgewiesen. Als Prof. a.D. lebte er in Berlin.

Am 9. November 1922 trat er der NSDAP bei. Dem Berliner Germanischen Seminar gelang es, ihn als Nachfolger von Max Hermann abzuwehren.[3]

Unter dem Pseudonym Erich Ekkehard[4] gab er 1929–1931 für Ulrich Fleischhauers U-Bodung-Verlag eine erweiterte Neuausgabe der urspr. von Philipp Stauff verfaßen Sigilla Veri heraus.

In den 1930ern war er beauftragter Dozent und Altgermanist und leitete eine völkische Arbeitsgemeinschaft der Germanisten.[5] 1937 ging er in den Ruhestand.

Kraegers Schriften Wittenberg, Weimar, Potsdam (Weicher, Leipzig 1928) und Der künftige Dichter des Weltkrieges (Hirt, Breslau 1934) wurden in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[6]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. Blaicher, Glaser: Die Rezeption Byrons in der deutschen Kritik (1820-1914); S. 622
  2. Armin Mohler, Die Konservative Revolution in Deutschland 1918-1932. Ein Handbuch, 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 217
  3. Grenzverwirrungen: Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus von Gerhard Kaiser, S. 102
  4. Christoph König, Birgit Wägenbaur: Internationales Germanistenlexikon: 1800 - 1950. A - G;
  5. Fußnote in Die Berliner Universität in der NS-Zeit, Band 2 ; S. 279
  6. http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-k.html

Weblinks


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