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Heinrich Hunke

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Heinrich Hunke, vor 1938

Heinrich August Johann Hunke (geb. 8. Dezember 1902 in Heipke; gest. 8. Januar 2000 in Hannover) war ein deutscher Wirtschaftsideologe, Propagandist und Parteipolitiker der NSDAP und des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE), sowie ein Raumplaner. Er war Mitglied des Reichstages, hoher Beamter im Reichswirtschaftsministerium, Wehrwirtschaftsführer sowie NSDAP-Gauwirtschaftsberater.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Mitglied des Niedersächsischen Landtages für den BHE und fungierte als hoher Beamter im Finanzministerium des Landes Niedersachsen, zuletzt als Ministerialdirigent.

Leben und Wirken

Von 1909 bis 1917 besuchte Hunke die Volksschule und absolvierte anschließend bis 1923 ein Lehrerseminar in Detmold, welches er mit der Prüfung zum Volksschullehrer abschloss. Danach nahm er ein Studium an den Universitäten von Münster, Göttingen, Berlin und Halle in den Fächern Geographie, Volkswirtschaft, Mathematik und Physik auf. Parallel dazu wirkte er mit Unterbrechungen von April 1923 bis November 1926 als Lehrer in Lippe.

Schon 1923 trat er der NSDAP bei. Von 1924 bis 1925 wurde er Kreisleiter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei in Lippe und Westfalen, die nach dem Verbot der NSDAP gegründet wurde. Im Jahre 1926 legte er sowohl eine Reifeprüfung für die Oberrealschule in Berlin-Lichterfelde als auch die zweite Prüfung zum Volksschullehrer ab. Im Oktober 1927 errang er die Promotion zum Dr. rer. nat. an der Universität Halle mit dem Thema Über akustische Intensitätsmessung.

Von November 1927 bis Oktober 1933 wirkte er als Referent und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Heereswaffenamt im Reichswehrministerium. Am 1. Juni 1928 wurde er aus Überzeugung Mitglied der wiedergegründeten NSDAP als Mitglied Nr. 91 273. Noch im gleichen Jahr begann seine politische Parteikarriere, wobei er als Gauwirtschaftsberater und Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung des Gaus von Groß-Berlin für die NSDAP tätig wurde. Diese Stellung hatte er bis 1945 inne.

Im Jahre 1929 legte er die Prüfung zum Referendar ab und betätigte sich als Studienreferendar. Als weiteres Parteiamt übernahm er bei der NSDAP die Stellung eines Organisationsleiters II für den Gau Groß-Berlin bis zum Jahre 1933. Im Zuge dieser Parteitätigkeit wirkte er auch als wirtschaftspolitischer Beauftragter der Reichsleitung der NSDAP für Groß-Berlin. Seine akademische Laufbahn setzte er 1930 mit der Prüfung zum Assessor fort und betätigte sich als Studienassessor. Im Jahre 1931 wurde er Herausgeber der neu gegründeten Zeitschrift Die Deutsche Volkswirtschaft. Zeitschrift für nationalsozialistische Wirtschaftsgestaltung, die sich zur herausragenden Zeitschrift des NS-Regimes auf dem wirtschaftspolitischen Gebiet für die NSDAP entwickelte, und die er bis auf einige Unterbrechungen 1945 betreute. Vor allem Gauwirtschaftsberater sollten mit dieser Zeitschrift angesprochen werden.

Ab 1932 übernahm er die Aufgabe eines Sachbearbeiters in Fragen des Luftschutzes für die Fraktion der NSDAP im Reichstag. Weiterhin wurde er zum Leiter des Gaus Groß-Berlin im Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand. Hunke vertrat die Interessen des Mittelstands gegen die der Großindustrie und Banken. So hatte er sich 1934 in einem Zeitschriftenbeitrag für die Verstaatlichung der Großbanken eingesetzt. Für den Gau Groß-Berlin übernahm er ab 1933 die Position eines Gauamtsleiters für die Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation (NS-Hago).

Inzwischen hatte er eine nähere Bekanntschaft mit Joseph Goebbels durch seine Parteiarbeit gefunden, der ihn förderte und ihm ein Reichstagsmandat im Wahlkreis 3 von Potsdam II von Juli 1932 bis Ende Oktober 1933 für die NSDAP verschaffte. Ein weiteres Reichstagsmandat für die NSDAP nahm er von November 1933 bis Oktober 1944 wahr.

Hunke wurde auch in weitere Amtsfunktionen der NSDAP eingebunden. So wurde er 1933 im Wehrpolitischen Amt der NSDAP als Mitarbeiter in Berlin tätig. Von 1934 bis zum Ende des NS-Regimes gehörte er der Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums an. Als Beauftragter von Adolf Hitler war er als Hauptlektor im "Amt Schrifttumspflege" für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP von 1934 bis 1945 tätig.

Im Bereich der deutschen Wirtschaft übernahm er von Ende Oktober 1933 bis Anfang Oktober 1935 die hauptamtliche Stellung eines Geschäftsführers und die Vertretung des Präsidenten im Werberat der Deutschen Wirtschaft. Seine akademische Laufbahn setzte er fort als Abteilungsleiter für Wirtschafts- und Sozialpolitik an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin ab Oktober 1933.

Anfang Januar 1935 wurde er an die Technische Hochschule Berlin als Honorarprofessor an die Wehrtechnische Fakultät für das Fach der Volkswirtschaft berufen. In das Beamtenverhältnis trat er im Oktober 1935 ein. Dies war die Voraussetzung zur Ernennung zum Ministerialrat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP).

Zusammen mit Bernhard Köhler gründete er im November 1936 die Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft. Als Folge dieser Gründung bewirkte Hunke maßgeblich die Auflösung des Vereins für Socialpolitik.

Ende Januar 1939 wurde er Präsident des Werberats der Deutschen Wirtschaft, und diese Stellung behielt er bis 1945. Gleichzeitig mit dieser Stellung wurde er zum Wehrwirtschaftsführer ernannt.

Anfang Januar 1941 übernahm er die Position eines Leiters der Abteilung VII für das Ausland im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Im August des gleichen Jahres erfolgte die Beförderung zum Ministerialdirektor. Von April 1942 bis Ende 1943 hatte er auch die Leitung des Ausschusses für die Auslandswerbung im Rundfunk im RMVP eingenommen.

Hunke war Mitglied im Führerring der Gesellschaft für europäische Wirtschaftsplanung und Großraumwirtschaft, welche die Strukturierung ganz Kontinentaleuropas unter deutscher Herrschaft, das Neue SS-Europa, plante und förderte.

Wechsel zur Deutschen Bank

In der Kanzlei der NSDAP war Hunke Mitglied im Bankenausschuss von 1942 bis 1945. Von der Gauwirtschaftskammer wurde in einer Konferenz am 17. November 1942 die Forderung erhoben, Mitglieder der NSDAP in die Vorstandsetage der Deutschen Bank einzubinden.

Da nach Auffassung von Direktor Hans Oesterlink Hunke ein gemäßigter Nationalsozialist war, und Hunke sich in Fragen der Volkswirtschaft und der geschäftlichen Werbung auskannte, fiel die Wahl im Vorstand der Deutschen Bank auf Hunke. Hunke hatte noch 1934 in einem Artikel sich für die Verstaatlichung der großen Banken und Versicherungen mit Sitz in Berlin ausgesprochen, was aber innerhalb der NSDAP zu Widersprüchen führte.

Vorher hatten Hermann Abs und Oswald Rösler Hunke auf einer gemeinsamen Fahrt im Dezember 1942 nach Wien angesprochen, aber er lehnte wegen seiner zahlreichen politischen Verpflichtungen ab. In der Mitte des Jahres 1943 gab es im RMVP Spannungen zwischen Hunke und Goebbels infolge der Aufgabenstellung, die bei Hunke zu Enttäuschungen führten. Durch Vermittlung über Reichsminister Walther Funk wurde ihm darauf ein Wechsel zur Deutschen Bank angeboten.

Am 16. September 1943 erfolgte seine Bestellung durch den Aufsichtsrat in den Vorstand der Deutschen Bank, womit später auch eine Beförderung zum Direktor erfolgte. Seine Tätigkeit nahm er erst am 1. April 1944 auf, da er vorher alle anderen Ämter abtreten musste.[1] Da Hunke keine Erfahrungen in der Bankpraxis hatte, sei er eine „absolute Null“ in diesen Positionen geblieben, wie Abs in einem Verhör mit einem US-Offizier meinte.

Kriegsende und Nachkriegszeit

Kurz vor der Eroberung Berlins erfuhr Goebbels von Hunkes Absicht, die Aussichtslosigkeit einer weiteren Verteidigung gegenüber der Wehrmachtsführung und den politischen Führungskräften auszudrücken. Aus Furcht vor dem Zorn Goebbels darüber verließ Hunke früh am 23. April 1945 Berlin, allerdings mit einem behördlichen Auftrag. Drei Tage später erreichte er Hamburg. Am 19. Juli 1945 hielt er sich in der Nähe von Detmold auf, um dann am 20. Juli 1945 in Schötmar bei Lemgo von den Alliierten verhaftet zu werden.

Danach musste er drei Jahre in der US-amerikanischen Internierungshaft verbringen. Im Zuge der Entnazifizierung wurde er im März 1950 vom zuständigen Ausschuss in Detmold als „Mitläufer“ eingestuft. Im gleichen Jahr konnte er schon wieder an seine früheren Tätigkeiten anschließen, als er Mitglied im Vorstand des Zentralausschusses der Werbewirtschaft wurde. Bis 1953 nahm er eine Tätigkeit als Fabrikant für Gummifäden wahr. Danach konnte er wieder auf eine Position im Staatsdienst hoffen.

Politisch orientierte er sich im Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) für Flüchtlinge, aber auch für ehemalige Nationalsozialisten. Der britische Geheimdienst rechnete ihn auch zum Naumann-Kreis des ehemaligen Staatssekretärs Werner Naumann. Als Mitglied im Vorstand des BHE in Niedersachsen konnte er 1955 in der dritten Wahlperiode auch ein Mandat im Niedersächsischen Landtag wahrnehmen. Gleichzeitig wurde er von Mai 1955 bis Dezember 1967 im Finanzministerium des Landes Niedersachsen als Beamter eingestellt. Dort wurde er Leiter der Abteilung für Vermögen und Finanzierungshilfen und zum Ministerialdirigenten befördert.

Bei der 1946 gegründeten Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) in Hannover widmete er sich als Generalsekretär den Fragen der Raumentwicklung und Raumwirtschaft. Präsident der ARL war Kurt Brüning, den Hunke schon aus der Vorkriegszeit von seinem Studium als Lehrer kannte. Mit Brüning hatte Hunke das Institut für Landesplanung und Raumforschung gegründet.

Später war er als Heimatforscher tätig. Die Informationen über seine Vergangenheit gerieten in Vergessenheit, z. B. gratulierte die Lippische Landes-Zeitung 1982 zum 80. Geburtstag mit den Worten "Ein um die deutsche Wirtschaft hoch verdienter Lipper".[2]

NS-Wirtschaftsideologie

Wesen der NS-Wirtschaftspolitik

Nachdem Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, am 25. April 1939 verstarb, wurde Hunke der herausragende Wirtschaftsideologe im NS-Regime. In seiner bedeutendsten Schrift Grundzüge der deutschen Volks- und Wehrwirtschaft, die 1939 in vierter Auflage erschien, fasste er seine bis dahin erschienen Artikel und Reden zusammen. Über den Stand des Inhalts dieser Schrift gab es verschiedene Angaben. Auf der Titelseite stand Vierte, verbesserte Auflage. Im Vorwort zu dieser Auflage vom 1. Juni 1939 schrieb Hunke: „Es ist klar, dass infolgedessen dieses Buch auch in der neuen Auflage keiner Änderung unterworfen wurde“. Im Jahre 1943 erschien die Schrift als siebente, unveränderte Auflage in einer Auflagenhöhe von 24 bis 28 Tausend mit dem Hinweis Abgeschlossen am 28. Februar 1942.

In acht Punkten beschrieb Hunke in dieser Schrift Das Wesen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik.

  • Erster Punkt: die NS-Wirtschaft ist eine volksgebundene Wirtschaft

Die Volksgebundenheit in der NS-Wirtschaft sei eine Bindung der Wirtschaft an das Volk, während die frühere Gebundenheit der Wirtschaft eine Bindung der Wirtschaft als Organisation eine Maßnahme der Zweckmäßigkeit gewesen sei. Charakteristisch sei für die volksgebundene Wirtschaft, dass sie eine politisch geführte Wirtschaft ist, in der der Grundsatz Gemeinnutz vor Eigennutz gilt (s. S. 27).

  • Zweiter Punkt: die NS-Wirtschaftspolitik

Im NS-Staat sei die Wirtschaftspolitik ein Teil der Gesamtpolitik, d. h. die Wirtschaft werde politisch geführt. Das Wesen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik resultiere aus zwei Grundsätzen:

    • der Primat der Politik; es bestimme mit den Lebensgesetzen und den Lebensnotwendigkeiten des Volkes die Führung und das Ziel der Wirtschaft,
    • der Primat des Gemeinnutzes; die maßgebende Bestimmung der Wirtschaft ergäbe sich aus dem Gesamtinteresse.
  • Dritter Punkt: die Führung der NS-Wirtschaftspolitik

Hunke behauptete, dass man die Wirtschaft allein mit Menschen, nicht über wirtschaftliche Kräfte gestalten könne. Diese Zusammenhänge, die wichtiger als Wirtschaftsgesetze seien, seien schon vor der NS-Zeit bekannt gewesen. Die Grundsätze der NS-Wirtschaftspolitik ergäben sich damit aus der Gestaltung der politischen Kräfte, welche die Wirtschaft führten. Nicht Zahlen und Statistiken seien in erster Linie bestimmend, sondern die Wirtschaftsbeobachtung dieser Kräfte ergäben eine bessere und eine tiefere Einsicht in die Zusammenhänge der Wirtschaft. (Hunke verdeckte hier die Durchsetzung des Führerprinzips in der NS-Wirtschaft mit der Formulierung der Gestaltung der politischen Kräfte).

  • Vierter Punkt: völkische Gesamtziele im Zusammenhang mit der NS-Wirtschaft

Wenn die NS-Wirtschaft die völkischen Gesamtziele unterstützen soll, müssen zwei Grundsätze nach Hunke herausragende Bedeutung erhalten:

    • die Verwirklichung einer natürlichen Arbeits-, Leistungs- und Eigentumswirtschaft für das ganze Volk,
    • die Wehrhaftmachung der Wirtschaft als selbstverständliche Aufgabe der NS-Wirtschaftspolitik,
  • Fünfter Punkt: Charakter der NS-Wirtschaftspolitik nach Bernhard Köhler

Hunke stützte sich bei der erweiterten Beschreibung der NS-Wirtschaftspolitik auf Bernhard Köhler, dass die NS-Wirtschaftspolitik Politik in ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft sei. Hunke distanzierte sich von der herkömmlichen Beschreibung der Wirtschaftspolitik als bloße Maßnahmen, die der Staat bezüglich der Wirtschaft ergreife. Diese Maßnahmen seien aber nur als Wirtschaftstechnik und Wirtschaftstaktik zu verstehen und bestimmten nicht das Wesen der NS-Wirtschaftspolitik.

  • Sechster Punkt: die NS-Wirtschaftspolitik und das Verhältnis von Staat, Politik und Wirtschaft

Hunke wollte hier von Anfang an klarstellen, dass die NS-Wirtschaftspolitik kein Polizeisystem für die Wirtschaft sei. Vielmehr bedeute die NS-Wirtschaftspolitik im wesentlichen Züchtigung und Erziehung des neuen Wirtschaftsmenschen. Der Kern dieser Zielsetzung sei die Bildung eines wirtschaftspolitischen Führerkorps, das die politischen Erfordernisse im Willen der Wirtschaft realisiere. Diese Wandlung stellte er sich als einen Transformationsprozess vor.

Hunke berief sich dabei auf eine Aussage von Adolf Hitler im November 1993, dass nicht die Eroberung der Macht, sondern die Erziehung des Menschen das Entscheidende sei, und die sei die Parole der Zukunft. Weiterhin ging Hunke auf das Verhältnis von Staat und Politik im NS-Regime ein und erwähnte die Schrift von Albert Schäffle Über den wissenschaftlichen Begriff der Politik aus dem Jahre 1897. Mit dieser Interpretation werde das Problem des Politischen vom Problem des Staatlichen grundsätzlich getrennt. Diese Trennung werde dadurch erreicht, dass alles normierte Handeln im Staat aus dem Begriff des Politischen herausgenommen werde. Damit verstünden die Nationalsozialisten die herkömmliche Staatslehre nun nicht mehr als angewandte Politik und nicht als Lehre von der Staatsräson.

Der Begriff des Staates resultiere aus der Voraussetzung des Begriffs des Politischen. Hunke stützte sich dabei auf die Veröffentlichung von Ernst Krieck (1882-1947): Gibt es eine Wissenschaft von der Politik? (in: Volk und Werden, Heft 2, 1933) und zitierte daraus die Folgerung:

Politik ist ein Handeln, Staat dagegen, auch wenn er durchaus dynamisch gefaßt wird, ein zuständliches Institutionelles, eine Organisation.

Hunke wies in diesem Zusammenhang auf die Problemfelder Politik und Wirtschaft und Staat und Wirtschaft, die zu den Fragen der Verwaltung und der Frage der Führung in der NS-Wirtschaftspolitik führten. Hunke blieb hier im Jahre 1939 ohne klare Aussagen im Unbestimmten hängen:

Beides sind aber Zweckmäßigkeitsfragen, die mit dem Wesen der Wirtschaftspolitik nichts zu tun haben, ohne andererseits durch diese Feststellung jedoch im geringsten die überragende Bedeutung beider Fragenkomplexe bezweifeln zu wollen.

  • Siebenter Punkt: Bestimmung des Wirtschaftsziels

Das Wirtschaftsziel werde durch die NS-Wirtschaftspolitik bestimmt, nicht aber durch die Wirtschaftstheorie. Die Wirtschaftstheorie sei nur ein Mittel zur wissenschaftlichen Erforschung der Wirtschaftsstatistik und der Wirtschaftstechnik. Die führende Stellung der Wirtschaftstheorie habe den Rang beherrschender und gestaltender Prinzipien verloren.

  • Achter Punkt: Die Wissenschaft der Volkswirtschaftspolitik

Hunke übernahm hier die Aussagen von Max Weber, die dieser 1895 in seiner Antrittsrede Über den Nationalstaat und Volkswirtschaftspolitik äußerte und die zu heftigen Protesten führten:

Die Wissenschaft von der Volkswirtschaftspolitik ist eine politische Wissenschaft. Sie ist eine Dienerin der Politik, nicht der Tagespolitik der jeweils herrschenden Machthaber und Klassen, sondern der dauernden machtpolitischen Interessen der Nation.

Die vermeintliche Übereinstimmung dieser These von Max Weber mit der Auffassung der Nationalsozialisten unterschob Hunke der NS-Konzeption von der Wirtschaftspolitik der Führung der NSDAP als eigentliche Machthaber im NS-Regime. Dabei bezog sich Weber eindeutig auf die Nation als Bezugsbasis der Volkswirtschaftspolitik, nicht aber auf eine herrschende Staatspartei.

Prinzipien der NS-Wirtschaftspolitik

Im dritten Teil dieser Schrift beschäftigte sich Hunke mit den obersten Prinzipien der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, die sich in zwei Grundsätze gliedern:

  • Verwirklichung der natürlichen Arbeits-, Leistungs- und Eigentumswirtschaft

Die Voraussetzung jeder vernünftigen Lebens- und Wirtschaftsordnung sei die Durchsetzung des Rechts auf Arbeit anstelle einer sozialen Fürsorge.

  • Des Weiteren gab er die Verwirklichung des Leistungswettbewerbs an, der der große Ausleseprozess des Lebens sei, wobei ein gleicher Start für alle und eine Rangordnung nach dem Können jedes einzelnen vorhanden sei.

Die Wehrhaftmachung der deutschen Wirtschaft

Friedenswirtschaft

Die Lehren aus dem 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts stellte Hunke unter die Agitationsparole der NSDAP: Freiheit und Brot. Der Wohlstand eines Volkes resultiere damit aus zwei Bedingungen: Der Arbeit und der Gewalt. Für Hunke prägte die von ihm genannte Friedenswirtschaft eine mangelhafte Vorbereitung auf die tatsächlichen Erfordernisse des Ersten Weltkriegs.

Kriegswirtschaft

In der Kriegswirtschaft konnten die Anforderungen nach Hunke nicht erfüllt werden, weil die Änderung des Münzgesetzes zur Inflation führte, die Bürokratisierung der Wirtschaft wuchs und eine unzureichende Versorgung vorhanden war. Die Lehren aus diesen Fehlern sollten auf dem Fundament der nationalsozialistischen Volks- und Wirtschaftsauffassung gezogen werden. Dabei zog Hunke zwei Schlussfolgerungen:

Wehrwirtschaft

  1. Die Volkswirtschaft muss immer zugleich Wehrwirtschaft sein.
  2. Friedenswirtschaft muss immer Wehrwirtschaft sein, oder sie ist keine wahre Volkswirtschaft.

Allerdings distanzierte sich Hunke von der Auffassung, dass die Wehrwirtschaft zugleich eine Kriegswirtschaft sei. Es sei ein Fehler, dass der Begriff der Kriegswirtschaft den der Wehrwirtschaft einschließe:

So wie Kriegswirtschaft in Verbindung mit dem Kriege zu sehen ist, …, so gewiß gehört Wehrwirtschaft nicht zum Krieg, sondern ist das aus dem tiefsten Wesen des Volkes hervorgehende wirtschaftliche Gestaltungsprinzip für Frieden und Krieg. Hunke bezog sich bei dieser Begründung direkt auf die Rolle der Wehrmacht und äußerte folgende Formel:

Die Rüstung ist jedenfalls die beste, die organisch aus der Wirtschaft hervorwächst, und die Kriegswirtschaft ist die schlechteste, die nicht immanent bereits in der Friedenswirtschaft lebt.

Dieser Standpunkt wurde von seiten der Wehrmacht aber nicht geteilt und führte zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit der Wehrmacht, da ja die Angriffspläne zum Kriegseintritt im Jahre 1939 längst vorlagen und die Aufrüstung der Wehrmacht ständig fortgeführt wurde. Im Vorwort zur vierten Auflage schrieb Hunke: Die Wehrwirtschaft erscheint immer mehr in Gestalt der Wehrmachtwirtschaft.

Auseinandersetzung um den Begriff Wehrwirtschaft

Im Jahre 1939 veröffentlichte Hunke den Artikel Wirtschaft, Volkswirtschaft, Wehrwirtschaft mit dem Untertitel Eine Auseinandersetzung um den Begriff der Wehrwirtschaft. Dieser Artikel erschien in dem Buch Gegenwartsfragen der Wirtschaftswissenschaft. Er ging dabei auf seine Kritiker von seiten der Wehrmacht ein, die davon ausgingen, dass unter Wehrwirtschaft die Kriegswirtschaft zu verstehen sei.

Einleitend beschrieb Hunke das, was er als Grundzüge der Wirtschaft und Volkswirtschaft verstand. Dann widmete er sich dem Thema Wehrwirtschaft, wobei er drei Punkte aufführte:

  • Die Wehrhaftmachung der Wirtschaft bedeutet die ihre Wiedereinordnung in das völkische Leben.

Unter Wehrhaftmachung verstand Hunke die Wandlung und Wendung von der Weltwirtschaft zur Volkswirtschaft, d.h. die Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zu anderen Ländern sollten zugunsten einer größeren Selbständigkeit der eigenen Volkswirtschaft reduziert werden. Dabei sollte die Totalität des Lebens wieder beachtet werden, indem die Wirtschaft wieder dem Volke zu dienen habe und es sei die Entwicklung zu sichern. Dabei müsste von zwei Prinzipien eine Synthese praktiziert werden, dem Prinzip der Rentabilität und dem Prinzip der nackten Existenzsicherung.

  • Wehrhaftmachung der Wirtschaft bedeutet die Erringung der Autonomie der Volkswirtschaft oder die Verlagerung des Schwerpunktes der völkischen Wirtschaft in den eigenen Raum.

Aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und den folgenden Versorgungsschwierigkeiten beschrieb Hunke den Gedanken der wirtschaftlichen Autarkie, den die Nationalsozialisten zu ihrem Programm erklärten. Die Nachteile der reduzierten Einfuhren im Welthandel sollten nicht gelten, weil die Sicherheit in der Lebensführung wichtiger ist als ein augenblicklicher Kostenvorteil.

  • Wehrhaftmachung der Wirtschaft bedeutet dann schließlich Vorbereitung für den Fall kriegerischer Auseinandersetzung.

Hunke wies darauf hin, dass ein Volk nicht nur dann wehrhaft sei, wenn es eine gute Wehrmacht besitze, sondern wenn alle Glieder in jeder Beziehung wehrhaft seien. Ähnlich wie sich die Wehrmacht auf einen Krieg vorbereite, so müsse sich auch die Volkswirtschaft auf einen Krieg vorbereiten. Unter dieser Vorbereitung der Volkswirtschaft verstand Hunke sowohl eine wohlausgebaute Volkswirtschaft wie auch sinngleich die politische Sicherungswirtschaft, ohne allerdings näher darauf einzugehen.

Der Kernpunkt der Auseinandersetzung wurde von Hunke mit der Begründung vorgebracht, dass die militärische Führung nicht die wirtschaftliche Führung dominieren dürfe. Daraus war aber keineswegs abzuleiten, dass sich Hunke gegen eine als notwendig erachtete Rüstungspolitik wandte. Dies zeigt sich deutlich im Jahre 1940, als sich Hunke gegen eine Reduzierung der Rüstungsproduktion nach dem Westfeldzug wandte.

Die sogenannte Judenfrage

Im Unterkapitel Die politisch geführte Wirtschaft kommt Hunke auch bei einer Betrachtung für den liberalen Menschen auf die Judenfrage (Nazi-Jargon) zu sprechen. Hier behauptete Hunke, dass dieser Typ von liberalen Menschen vom Staat die Lösung der Warenhausfrage, der Judenfrage und der sozialen Frage verlangt. Trotz der bis Mitte 1939 erfolgten Judenverfolgungen durch das NS-Regime behauptete Hunke hier: Die jüdische Frage und das Warenhausproblem gehören in dem Augenblick der Vergangenheit an, indem sie jeder praktisch für sich gelöst hat.

Volk und Raum in Europa

Im Dezember 1940 veröffentlichte Hunke einen Artikel in der Zeitschrift für Geopolitik mit dem Titel Volk und Raum in der wirtschaftspolitischen Neuordnung Europas. Dabei verwendete er als Ausgangspunkt der Betrachtungen die Gegenüberstellung der deutschen und englischen Wirtschaftsauffassung aus seiner Sicht.

Während die englische auf der Theorie des Marktes aufbaue, beruhe die deutsche Auffassung auf dem Konzept des Lebensraumes in folgenden vier Punkten:

  1. Eine geschlossene Siedlung in Europa als einen ausreichenden Raum zum Leben und Wachsen
  2. Das eigene Leben soll in politischer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit gestaltet werden. Dazu sei die Rückverlagerung der Schwerpunkte der deutschen Wirtschaft in den staatlichen Raum notwendig.
  3. Es müsse sichergestellt werden die Anerkennung der Entwicklung einer festlandeuropäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Diese solle die eigenen Wirtschaftskräfte als auch die gegenseitige Wirtschaftsleistung befreundeter Nachbarstaaten nutzen. Im Ernstfall solle auch auf die zugänglicher Nachbarstaaten zugegriffen werden.
  4. Es solle ein Ergänzungsraum auf kolonialer Basis für die deutsche Volkswirtschaft geschaffen werden; das sei in der Welt üblich und möglich.

Der Lebensraum und seine Rechtfertigung

Hunke geht dann auf den Begriff des Lebensraumes als ein wirtschaftliches Verhältnis zu anderen Völkern ein. Diese deutsche Forderung bedeute aber auch den Lebensraum anderer Völker. Das Kernstück dieses Gedankens sei die Bildung einer neuen europäischen Ordnung, wobei auch der Lebensraum anderer Völker garantiert sei.

Die Initiative zur Neuordnung Europas gehe von Deutschland und Italien aus. Als Rechtfertigung gab Hunke drei Punkte an:

  • Der Reichsgedanke sei wieder zum Ordnungsgedanken Europas geworden.
  • Das Deutsche Reich habe das neue Fundament der Wirtschaft geschaffen.
  • Mit dem Aufbau eines neuen Fundaments der Wirtschaft werde das Reich auch als der größte Produzent und Konsument die neuen wirtschaftspolitischen Spielregeln garantieren.

Die europäische Wirtschaftsgemeinschaft

Schon Ende 1940 argumentierte hier Hunke mit der Ansicht, die Völker Europas wären infolge der deutschen Wirtschaftsbelebung zu einer großen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Auf dieser Grundlage leitete er eine Projektion der Folgen dieser Wirtschaftsgemeinschaft ab:

1. Anstelle des Marktes werde die Ausschöpfung der Produktivkräfte der Völker treten. Weiterhin werde die Freiheit der Arbeit die Freiheit der Wirtschaft ersetzen, weil man nicht nur Güter im Rahmen der Weltmarktpreise produzieren wolle, sondern auch welche, die die Kräfte des Volkes und des Raumes gestatten. Gleichzeitig sprach er sich gegen eine Zollunion aus, weil das nur ein Mittel von Volkswirtschaften auf gleichem Niveau sei.

2. Als Zielsetzung gab Hunke den Aufbau einer Lebensraumgemeinschaft an, wobei nicht an die Zerstörung der Monokulturen gedacht sei. Die wirtschaftliche Selbstwerdung Europas werde sich aus dem Schwerpunkt der deutschen staatlichen Wirtschaft ergeben. Allerdings sollten die kleinen Nationen in Europa beachten, dass sie auf ihre Nachbarn angewiesen wären. Der Unterschied zu den bisherigen liberalen Spielregeln werde darin bestehen, dass diese Länder der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft einen sicheren und guten Abnehmer der Güter hätten. Das könnten sie aus eigener Kraft nicht erreichen.

3. Im Gegensatz zur englischen Wirtschaftsauffassung werde das Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik darin bestehen, den Osten und Südosten Europas mehr zu beachten, wie das schon in den sieben vergangenen Jahren geschehen sei. Dabei sollten nicht nur besonders rentabel erscheinende Vorhaben verwirklicht werden.

4. Als krönendes Ziel der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft postulierte Hunke die Vollbeschäftigung, wie es Deutschland schon verwirklicht habe. Die Erschließung ausschlaggebender Teile des Kontinents würden Kräfte in einem Maße beschäftigen, von denen sich nur wenige heute eine richtige Vorstellung machen.

Als Abschluss des Artikels gab Hunke noch eine Prophezeiung ab: Für den alten Kontinent beginne eine neue Epoche. Volk und Raum seien keine Requisiten mehr, sondern sie bildeten das staatliche Leben und seien Träger der Entwicklung.

Das Weltbild des neuen Europa

Im Oktober 1942 erschien in der Zeitschrift Die deutsche Volkswirtschaft eine Beilage mit dem Titel „Konstituierung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“. Hunke schrieb das Unterkapitel „Das Weltbild des neuen Europa“. Anfangs spricht Hunke nicht nur von einem neuen Bewusstsein der europäischen Völker. Die bisher für den Kontinent bestehenden politischen Hemmnisse und wirtschaftlichen Schranken würden fallen. In acht Punkten beschrieb Hunke Über das neue Weltbild.

  1. Das neue Europa werde kein Geschenk sein, sondern aus der Kraft der Achsenmächte und der zusammengefassten europäischen Krafte erwachsen. Dabei werde Deutschlands Führungsanspruch mit den europäischen Interessen zusammenfallen. England werde aber eine Einmischungspolitik betreiben, die europafremden Interessen dient.
  2. Hunke wendete sich gegen die britische Wirtschaftslehre mit ihren Inhalten Marktfreiheit, Kapitalverflechtung und internationale Freizügigkeit. Wenn die europäischen Völker blühen sollen, so muss dieser Lehre eine neue Auffassung entgegengestellt werden. Aufgrund der Erfahrungen des deutschen Wirtschaftswunders würden drei neue Fundamente des Lebens entgegengesetzt: Lebensraum, die Organisation der Arbeit und die Freiheit der nationalen Arbeit.
  3. Anstelle des Marktbegriffs werde die These des Lebensraums gerückt. Die Auffassung von Volk und Raum müsse ihren entsprechenden Platz einnehmen. Drei Momente betonte Hunke: die sittlichen und rechtlichen Bindungen, die sozialen Notwendigkeiten und die Sicherheit der Zukunft. Dabei sollten für die europäischen Völker dasselbe Recht wie für uns Deutsche gelten: Europa wird eine Lebensraumgesellschaft sein.
  4. Das Vorrecht des Kapitals werde durch die Organisation der menschlichen Arbeit abgelöst werden. Ausgehend vom Individuum werde mit dem Recht auf Arbeit eine neue Welt der Wirtschaft entstehen, das jedem Menschen als sittliches Grundrecht zugebilligt werde. Die Vollbeschäftigung sei dann eine Dauererscheinung der europäischen Volkswirtschaften. Auf dieser Grundlage könnten die Volkswirtschaften erstmals all ihre Kräfte in einen wirklichen Leistungswettbewerb mit anderen Nationen einbringen, um den Aufbau ihres nationalen Wohlstandes zu beginnen.
  5. An die Stelle der unbegrenzten Freizügigkeit werde die Freiheit der nationalen Arbeit treten. Aus einer neuen Wohlstandssphäre werde eine Welt der wirtschaftlichen Sicherheit. Diese Veränderungen seien gleichbedeutend mit der Dauer der wirtschaftlichen Beziehungen und der jederzeitigen Zugänglichkeit zu den lebensnotwendigen Gütern. Aus den Faktoren der Krisenfestigkeit und Blockadefestigkeit würden sich neue Eigenschaften der europäischen Lebensraumgemeinschaft bilden.
  6. Die zukünftige Wirtschaft werde dazu führen, dass alte Begriffe verschwinden, andere einen neuen Inhalt erhalten und neue geprägt werden müssten. Über die nationalsozialistische Wirtschaftsführung werde eine neuartige Verbindung von Wirtschaftführung und Privatinitiative entstehen. Es werde eine restlose Ausrichtung des Unternehmers auf die Belange der Gesamtheit kommen. Diese Wandlung werde erreicht durch die Aufgabe der Wirtschaftserziehung, einer Bildung einer neuen Wirtschaftsgesinnung und der Züchtung wirtschaftspolitischer Führernaturen. Hunke nennt hier eine hypothetische Alternative, dass die Zukunft zeigen werde, in welcher Wirtschaft die größere Freiheit vorhanden ist. Allerdings sei für die NS-Wirtschaft die Wahl schon getroffen worden.
  7. Hunke ging von einem Sieg des NS-Regimes im Krieg um Europa aus. In diesem Fall werde auch nach dem Kriege der Handelsaustausch mit anderen Ländern auf der Basis ohne Krisen erhöht werden. Als Beispiel seiner These führte er Südosteuropa an, wo 1933 eine wirtschaftliche Krise geherrscht habe. Deutschland habe den gesamten Südosten durch seine Konsumkraft aus der Krise befreit. Im Gegensatz zu England, das von 1820 bis zur Gegenwart nur Anleihen an diese Länder vergeben habe, habe Deutschland diese Länder durch anständige Preise für Importwaren den Staaten aus ihrer Finanzverschuldung herausgeholfen. Die Folge sei eine Wohlstandsbildung in diesen Ländern gewesen. Diese Entwicklung werde andererseits dem Absatz deutscher Produkte zugute gekommen. So werde in Zukunft die konstruktive Wirtschaftspolitik der europäischen Zusammenarbeit aussehen. Damit werde auch die soziale Frage in Europa gelöst. Die Möglichkeit des Aufstiegs der einzelnen Arbeiter sei durch das Recht auf Arbeit und die Vollbeschäftigung gegeben. Auch der europäische Bauer werde durch die Sicherheit des Absatzes zu einer Intensivierung seiner Arbeit veranlasst werden, wodurch sowohl eine erhöhte Produktion als auch ein erhöhtes Einkommen entstünde.
  8. Aus den neuen Aufgaben im osteuropäischen Raum ergäben sich für alle europäischen Volkswirtschaften ungeahnte Möglichkeiten des Kräfteeinsatzes. Daraus werde sich eine allgemeine Vertrauensbasis bilden als Grundlage jeder zwischenstaatlichen Zusammenarbeit. Es werde sich ein Kontinentalgefühl einstellen, was eine unerläßliche Voraussetzung der europäischen Zukunft sei. Deshalb werde sich als richtig erweisen, was der italienische Ökonom Carlo Scarfoglio (1887-1964) in diesem Zusammenhang erklärt habe:

Alles, was eine Nation des Kontinents schädigt oder sie unterdrückt, schädigt und unterdrückt den ganzen Kontinent; alles, was einer Nation des Kontinents Vorteil bringt ohne Nachteile für andere, ist vorteilhaft für den gesamten Kontinent; wer eine Festlandnation gegen andere aufbringt, ist ein Feind des gesamten Kontinents und muß ohne Zögern außer Gefecht gesetzt werden.

Zehn Postulate zur deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik

Im September des Jahres 1943 veröffentlichte Hunke den Artikel „Die Kernfragen des wirtschaftspolitischen Kampfes der Gegenwart“ als Sonderdruck in der Zeitschrift Die deutsche Volkswirtschaft, in dem er die deutsche Volkswirtschaft beispielgebend für den Großraum Europa anpries. Ausgangspunkt des Textes war eine Rede von Hunke am 16. September 1943 vor der Gesellschaft der Berliner Freunde und dem Wirtschaftsrat der Deutschen Akademie im Hotel Kaiserhof in Berlin.

In zehn Postulaten legte er die Grundkonzeption dafür vor:

  1. Ausgehend vom Prinzip der politisch geführten Wirtschaft, die eine gelenkte Wirtschaft, aber keine Planwirtschaft sei, werde die Wirtschaft nicht mehr als das eigengesetzliche Gebilde neben den anderen Lebensmächten wie der Kultur, Staat, Recht stehen, sondern als eine Funktion des Volkes wirken. Der nationalsozialistische Grundsatz werde lauten: Führen, nicht verwalten.
  2. Aus der Verwirklichung der Vollbeschäftigung werde die politische Forderung der restlosen Durchsetzung des Rechtes auf Arbeit abgeleitet werden. Dabei müssten die wehrwirtschaftlichen Notwendigkeiten beachtet werden. Diese beiden Prinzipien seien im Krieg und im Frieden verbindliche Normen der deutschen Wirtschaftspolitik. Alles das, was diese Normen überschreiten werde, seien jedoch nicht Konsequenzen eines unabdingbaren wirtschaftlichen Prinzips, sondern müssten der Beurteilung durch die praktische Vernunft der Wirtschaft unterworfen werden. Dabei bezog sich Hunke auf die Gebiete der Methoden des Arbeitseinsatzes, der Rohstoffbewirtschaftung, der Investitionsplanung, der Kapitallenkung. Eine Beurteilung werde sich aus den Notwendigkeiten des Tages ergeben, würden aber zu keinen wirtschaftspolitischen Prinzipien erhoben werden.
  3. Es sei nicht die Aufgabe des Staates, die Wirtschaft grundsätzlich zu betreiben. Diese wirtschaftlichen Aufgaben seien Angelegenheiten der Unternehmer. Diese seien die entscheidende Kraft im Wirtschaftsleben. Die Kunst der Wirtschaftsführung werde darin bestehen, geeignete Persönlichkeiten für die Unternehmen zu züchten und einzusetzen. Diese sollten sich mit der notwendigen Freiheit betätigen können und einen Leistungswettbewerb setzen.
  4. Das Privateigentum sei garantiert und unantastbar als Grundlage der Wirtschaft vorausgesetzt. Das sei die Konsequenz entsprechender Leistung und Voraussetzung zu eigener Arbeit. Daraus werde sich die sittliche und wirtschaftliche Rechtfertigung des Privateigentums ergeben.
  5. Das deutsche Beispiel der Volkswirtschaft werde den anerkannten deutschen Ordnungs- und Führungsanspruch in Europa bilden. Darin werde sich der Ausdruck der deutschen Volksgröße und der deutschen Leistung zeigen, die eine Sicherheit für den europäischen Kontinent bedeuteten. Dieser Anspruch sei nicht als Versuch einer Ausbeutung noch als ein Herrschaftsanspruch zu verstehen. Dieser deutsche Anspruch dient vielmehr der Ausschaltung raumfremder Mächte und der Wiederherstellung nachbarlicher Zusammenarbeit.
  6. Die europäischen Nationen sollten trotz des deutschen Führungsanspruchs das Recht erhalten, ihre Wirtschaft nach ihren autonomen Grundsätzen zu betreiben. Allerdings ergäben sich in der Lebensraumgemeinschaft in Europa Einschränkungen, die durch politische und militärische Notwendigkeiten auf ein Minimum begrenzt blieben: Sie verlangt jederzeitigen Zugang zu den lebensnotwendigen Gütern und Ausschöpfung der Produktivkräfte Europas zur gemeinsamen Verteidigung.
  7. Die neue europäische Wirtschaftsgemeinschaft würde auf der Anerkennung des Prinzips der Gegenseitigkeit und dem Grundsatz der Dauer in den zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen beruhen. Die deutsche Führung werde dabei keineswegs auf der Ausplünderung Europas bestehen, wie die Vorstellung der Öffentlichkeit in Europa von den zwischenstaatlichen Beziehungen in der Gegenwart vorherrsche. Das sei falsch. Deutschland plündere Europa nicht aus, sondern ermögliche während des Krieges das Funktionieren der anderen europäischen Volkswirtschaften. Die Clearingpassivität läge darin begründet, dass Deutschland für ganz Europa den Kampf gegen raumfremde Mächte führen werde.
  8. Die europäischen Produktivkräfte profitierten von der Übernahme deutschen Erfahrungen und Leistungen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Das werde sich zeigen in der Lieferung landwirtschaftlicher Maschinen und von industriellen Investitionsgütern. Weiterhin würden von deutscher Seite Kredite gewährt und auskömmliche Preise bezahlt werden. Schließlich werde noch Ausbildung durch deutsche Fachleute und der gegenseitige Erfahrungsaustausch betrieben.
  9. Nach dem Kriege ständen die Erfordernisse der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Zentrum der deutschen Handelspolitik. Somit werde es keine Rückkehr zum Prinzip der liberalen Handelspolitik geben. Dabei sollten allerdings die Handelsbeziehungen zu Ländern außerhalb Europas nicht eingeschränkt werden. Dies werde sich aus der europäischen Vollbeschäftigung und des durch sie hervorgerufenen Mehrverbrauchs ergeben. Die lebensnotwendigen Güter würden allerdings in erster Linie aus dem Bereich der europäischen Volkswirtschaften entnommen werden.
  10. Das Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik und der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft werde in der Sicherung und Erhöhung des Lebensstandards bestehen. Dies solle durch eigene Kraft und gemeinsame Arbeit erreicht werden.

In der Publikation Der neue Tag bezeichnete Hunke einen Tag nach dem Vortrag diese zehn Punkte als Thesen. Im Dezember 1943 wurde der gleiche Artikel in den Deutsch-Griechischen Wirtschaftsnachrichten, S. 21f, veröffentlicht. Die Aussage von Hunke über die Ausplünderung Europas durch Deutschland wurde allerdings nicht mehr gedruckt. Im gleichen Jahr veröffentlichte er den Buchtitel Zehn Thesen zur Weltdiskussion. Hintergrund des Vorwurfs der Ausplünderung der besetzten Gebiete durch die Wehrmacht war die Londoner Deklaration vom 5. Januar 1943 Interallied Declaration against acts of dispossession committed in territories under enemy occupation, die von alliierten und neutralen Staaten beschlossen wurde.

In einer Zusammenstellung vom 19. Oktober 1943 für das Planungsamt, die den Titel Ideen zur europäischen Wirtschaftsplanung trug, wurden diese zehn Punkte von Hunke als bedeutend eingeschätzt für die allgemeine Propagierung einer europäischen Wirtschaftsgesinnung.

NS-Propaganda und NS-Politik

Nach eigener Angabe begann Hunke mit der Propaganda für den Nationalsozialismus schon im Jahre 1924. Von 1933 bis 1936 soll er allein mehr als 250 Reden über die NS-Wirtschaftspolitik vor Organisationsgruppen der NSDAP, der Hitlerjugend, der Wehrmacht, der Deutschen Arbeitsfront (DAF), des Reichsnährstandes, der Verwaltungsakademien, der Hochschulen und der Wirtschaft gehalten haben. Weiterhin hat er in ungezählten Aufsätzen, so Hunke, seine Vorstellungen niedergeschrieben, die in verschiedenen Zeitschriften, aber vor allem in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Die Deutsche Volkswirtschaft erschienen.

Wegen seiner Tätigkeit im Reichswehrministerium von 1917 bis 1933 konnte er Kontakte und Bekanntschaften zu Mitarbeitern des Ministeriums erschließen, so dass er später Verbindungen zwischen der Wehrmacht und verschiedenen Organisationen der NSDAP knüpfen konnte. In seiner Tätigkeit ab 1933 als Vizepräsident und dann ab 1939 als Präsident des Werberats der deutschen Wirtschaft hatte er die Aufgabe, die Interessen der NS-Wirtschaft im Ausland propagandistisch zu vertreten. Zu diesem Zweck hielt er auch Vorträge im Ausland. So trat er in Zürich am 23. September 1941 und in Paris am 26. April 1944 auf.

Im Juli 1940 kam es in der NS-Führung zu einer Auseinandersetzung über den Umfang der weiteren Rüstung. Göring forderte von Walther Funk eine erhöhte Stilllegung von Produktionsstätten für zivile Produkte, um Kapazitäten für die Rüstung zu gewinnen. Am 4. Juni 1940 hatte Hunke dazu eine Denkschrift verfasst, in der er sich heftig gegen die Fortsetzung der Stilllegung aussprach und damit Funk unterstützte.

Im September 1941 kamen in der NS-Führung Zweifel auf, dass der Krieg gegen die Sowjetunion innerhalb weniger Wochen beendet werden könne. Goebbels stützte sich dabei auf Angaben von Stellen der Rüstungswirtschaft. Doch Hitler bestand in einer Stellungnahme vom 24. September 1941 darauf, dass mit dem Unternehmen Taifun und dem damit verbundenen Vorstoß auf Moskau der Feldzug beendet sei. Hunke lieferte für diese Annahme eine Denkschrift. Darin vertrat er den Standpunkt, dass mit der Eroberung der europäischen Teile Russlands der sowjetischen Rüstungsindustrie die Basis entzogen worden sei.

Im RMVP setzte er als Leiter der Auslandsabteilung diese Tätigkeiten fort. Als Anerkennung für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Propagierung der NS-Wirtschaftspolitik wurde ihm im Oktober 1941 die Leibniz-Medaille in Gold verliehen. Wurden seine niedergeschriebenen Ansichten auch teilweise als mäßigend eingeschätzt, so äußerte er sich in Bezug auf die Führung der weißen Rasse im Sinne der NS-Rassenideologie zustimmend:

Es mag andere Rassen geben, die ebenfalls einen großen Anteil des Handels in ihrer Hand haben, die Entwicklung der modernen Wirtschaft aber ist aufs engste an die Eroberung der Welt durch die weiße Rasse gebunden (in: Wirtschaft, Volkswirtschaft, Wehrwirtschaft).

Im Jahre 1941 wurde unter der maßgeblichen Vermittlung von Hunke zwischen dem Auswärtigen Amt (AA) und dem RMVP eine Vereinbarung über ein Arbeitsabkommen abgeschlossen, welches die NS-Propaganda im Ausland betraf. Hier konnte er sein gesammeltes Wissen und seine Geschicklichkeit in diplomatischer Weise anwenden. Ein großer Erfolg gelang ihm im Juli 1943, als unter seiner maßgeblichen Führung eine Richtlinie zur Auslandspropaganda zwischen dem AA, dem RMVP, dem Reichswirtschaftsministerium, dem Werberat der deutschen Wirtschaft und dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) abgestimmt wurde.

Ein herausragender Punkt dieser Vereinbarung stammte von Hunke. Er wollte den Amerika-Nimbus, den Irrglauben an die unbegrenzten Möglichkeiten der USA zur Produktion von Rüstungsgütern erschüttern, indem die Zahlen der deutschen Rüstungsproduktion dem entgegenstellt wurden. Das sollte in der Auslandspropaganda offensiv aufgegriffen werden. Die Propagandakommission der IG-Farben befasste sich am 21. Juli 1943 mit dieser Vorlage.[3]

Raub jüdischen Eigentums

Schon im Jahre 1934 nahm Hunke in der Position des Gauwirtschaftsberaters von Berlin Aktivitäten auf, jüdische Bürger aus Funktionen und Eigentumsverhältnissen zu verdrängen. Am 10. März 1934 schrieb er an Emil Georg von Stauss, dass der Direktor Richard Landsberger aus dem Vorstand der Maschinenfabrik Orenstein & Koppel (O&K) abberufen werden und durch einen Vertreter der NSDAP ersetzt werden sollte. Danach drängte Hunke den Eigentümer Alfred Orenstein aus dem Unternehmen, der darauf hin ins Ausland ging.

Doch auch danach setzte Hunke seine Maßnahmen gegen das Unternehmen O&K fort, da mit Friedrich Carl von Oppenheim im Aufsichtsrat noch ein Mitglied einer jüdischen Bankiersfamilie wirkte. Hunke bestand auf dem Ausscheiden von Oppenheim, da sonst das Unternehmen keine Staatsaufträge mehr erhalten hätte. Erst als Oppenheim im Februar 1936 den Aufsichtsrat verließ, erhielt das Unternehmen den Titel Deutsches Unternehmen.

Hunke beteiligte sich auch direkt an der Arisierung (Nazi-Jargon) eines Unternehmens. Nach dem Entzug der Eigentumsrechte der jüdischen Eigentümer des Betriebes Erste Berliner Dampf-Rosshaarspinnerei (EBRO) lieh sich Hunke im Jahre 1938 von dem Mitglied im Vorstand der Reichs-Kredit-Gesellschaft AG Otto Gerlitz den Betrag von 100.000 Reichsmark, um den Betrieb zu erwerben. Hunke zeigte sich dankbar für den Kredit und so konnte Gerlitz Mitglied im Vorstand vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), Vizepräsident der Berliner Gauwirtschaftskammer und Präsident der Börse in Berlin werden.

Im Jahre 1938 wurden dem Unternehmer Eugen Garbaty die Eigentumsrechte über seine Zigarettenfabrik Garbaty in Berlin-Pankow entzogen. Hunke schaltete sich entsprechend seiner bisherigen Tätigkeiten ein und lehnte den Vorschlag von Philipp Fürchtegott Reemtsma ab, die Firma aufzulösen. Hunke überließ es der Regie Reemtsmas, einen neuen Eigentümer zu finden. Danach zeigt sich Hunke gegenüber Reemtsma sehr entgegenkommend, wie er diesem in einem Brief vom 13. Oktober 1938 mitteilte:

Über die sachliche Behandlung der Entjudung der Firma Garbaty habe ich mich ebenso gefreut wie Sie. Sobald Fragen dieser Art wieder an mich herantreten, würde ich mich gern an Sie wenden.

Ämter und Funktionen bis 1945

  • seit 1928 Gauwirtschaftsberater der Gauleitung Berlin der NSDAP
  • seit 1932 NSDAP-Reichstagsabgeordneter
  • 1933: Leiter einer Gruppe für Wehrwirtschaft der Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften in Berlin
  • 1933: Mitarbeit im wehrpolitischen Amt der NSDAP in der Dienststelle Berlin
  • 1935: Preußischer Provinzialrat für die Reichshauptstadt Berlin
  • Vorsitz im Ausschuss für „Landflucht von Gewerbebetrieben“ bei der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung
  • 1937: Ratsherr in Berlin
  • 1938: Präsident des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.
  • ab 1939: Präsident des Werberats der deutschen Wirtschaft
  • ab Anfang 1941 Ministerialdirektor / Leitung der Abteilung Ausland des Reichspropagandaministeriums; zugleich Hauptlektor der parteiamtlichen "Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums"
  • ab 1944 Vorstandsmitglied bei der Deutschen Bank

Mitgliedschaft bis 1945

Siehe auch

Schriften

  • Landschaft und Siedlung im Lippischen Lande, Bad Pyrmont 1931
  • Lippe und seine Stellung in der Reichsreform - Eine Wirtschafts- und verkehrsgeographische Untersuchung, 1932
  • (Pseudonym H. Hinrichsen), Nationalsozialismus und Weltwirtschaft, in: Die Deutsche Volkswirtschaft, 1932, S. 13-16 und 56-60
  • (Pseudonym H. Hinrichsen), Grundlagen der nationalsozialistischen Wirtschaft, in: Die Deutsche Volkswirtschaft, 1932, S. 154-160
  • Der Papen-Plan, in ebd. 1932, S. 289
  • Wirtschaft und Wirtschaftsgesinnung, in ebd. 1933, S. 268f
  • Verstaatlichung der Großbanken, in ebd. Heft 3, 1934, S. 3-6
  • Buch und Buchhändler im neuen Staat. Haude & Spener, Berlin 1934
  • Die deutsche Wirtschaft im Kraftfeld des Nationalsozialismus, in: Die Deutsche Wirtschaft, 1934, S. 110-112
  • Die Lage, in: Die Deutsche Volkswirtschaft, 1934, S. 481f
  • Luftgefahr und Luftschutz, mit besonderer Berücksichtigung des deutschen Luftschutzes, Mittler, Berlin 1935
  • Grundlagen der nationalsozialistischen Wirtschaftslehre, in: Die Deutsche Volkswirtschaft, 1935, S. 15-19 und 827-830
  • Die Lage. Ein Kapitel Wehrwirtschaft, in ebd. 1935, S. 297-299
  • Kernfragen der Wehrwirtschaft, in ebd. 1936, S. 19-21
  • Wehr und Wirtschaft im großen Kriege, in: Walter Jost, Friedrich Feiger (Hg.): Was wir vom Weltkrieg nicht wissen. Leipzig 1936
  • Grundzüge der Deutschen Volks- und Wehrwirtschaft. Haude & Spener, Berlin 1937, 1938
  • Die neue Wirtschaftswerbung. Eine Grundlegung der deutschen Werbepolitik, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1938
  • Wirtschaft, Volkswirtschaft, Wehrwirtschaft. Eine Auseinandersetzung um den Begriff der Wehrwirtschaft, in: ders., Erwin Wiskemann: Gegenwartsfragen der Wirtschaftswissenschaft. Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld zum 70. Geburtstag, Junker und Dünnhaupt Berlin 1939
  • Der Führer und die Wirtschaftspolitik, in: Die Deutsche Volkswirtschaft, 1939, S.454f
  • Volksgesundheit und Werbung, mit Leonardo Conti und Hans Reiter, Berlin 1939
  • Spekulative oder konstruktive Wirtschaftspolitik? Vortrag vor der Wirtschaftskammer Schlesien und der Aussenhandelsstelle für Schlesien, Kriegsmesse 1940, Breslau 1940 (auch in Die Deutsche Volkswirtschaft, 1940, S. 496-499)
  • Reichsgedanke und europäische Wirtschaft. Vortrag 15. Februar 1940, Hamburg 1940
  • Volk und Raum in der wirtschaftspolitischen Neuordnung Europas,", Zeitschrift fur Geopolitik, Jahrgang 17, Nr. 12, Dezember, 1940, S. 573
  • Die Grundlagen der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen, in: Die Deutsche Volkswirtschaft
  • Vortrag anläßlich der Kölner Frühjahrsmesse am 30. März 1941 im Hansasaal des Rathauses zu Köln, DuMont Schauberg, Köln 1941
  • Um Europas Willen, in: Die Deutsche Volkswirtschaft, Nr. 19, 1941, S. 670
  • Ansprache des Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft anlässlich der Eröffnung der "Schau neuer deutscher Werkstoffe" in Zürich am 23. September 1941, Zürich 1941
  • Leistungen, Sorgen und Aufgaben der Berliner Wirtschaft, Rede Verein Berliner Kaufleute und Industrieller im Dezember 1941 (im Bundesarchiv unter NS 1B / 621)
  • Psychologie und Werbetechnik in der Versicherungswerbung, Berlin 1942
  • Die Grundlagen der zwischenstaatlichen europäischen Wirtschaftsbeziehungen, Gronau, Jena 1942
  • Arbeit und Wehr als Grundsteine Europas, Berlin 1942
  • Das Weltbild des neuen Europa, in: Konstituierung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, Beilage der Zeitschrift "Die Deutsche Volkswirtschaft", Oktober 1942, S.1027f
  • Europäische Wirtschaftsgemeinschaft Hg.; mit Walther Funk et al., Verein Berliner Kaufleute und Industrieller & Wirtschaftshochschule Berlin, Berlin 1942, wieder 1943 [4]
  • Die Grundfrage: Europa - ein geografischer Begriff oder eine politische Tatsache, in: Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Berlin 1942
  • Hanse. Downing Street und Deutschlands Lebensraum, Berlin 1942
  • Hanse, Rhein und Reich, Berlin 1942
  • Zehn Thesen zur Wirtschaftspolitik, in: Der neue Tag vom 17. September 1943
  • Zehn Thesen zur Weltdiskussion über die brennendsten Wirtschaftsprobleme des Krieges und der Zukunft, Deutscher Verlag, Berlin 1943
  • Die Kernfragen des wirtschaftspolitischen Kampfes in der Gegenwart, in: Zeitschrift für Politik, 1943, Heft 10/11, S. 425-435
  • Vom Wohlstand der europäischen Nationen. Rede vor den Vertretern der französischen Wirtschaftspolitik und Wirtschaft in Paris am 26. April 1944, mit Jean Bichelonne, Selbstverlag, Berlin 1944
  • Raum und Wirtschaft. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Gemeindetypisierung, Bremen 1953
  • 10 Jahre Wirtschaftsausbau in Niedersachsen im Spiegel der öffentlichen Haushalte, Bremen 1959
  • Grundriss der Raumordnung, Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover 1962
  • Standort und Gestalt der Raumforschung. Eine wissenschaftstheoretische Untersuchung zum Raumproblem in der Landesentwicklung, Hannover 1964
  • Steuerstatistiken als Grundlage raumwirtschaftlicher Untersuchungen. Dargestellt an den Beispielsräumen Bayern und Niedersachsen-Bremen, Hannover 1971
  • Der Anteil der Ballungsgebiete an den öffentlichen Haushalten unter besonderer Berücksichtigung der Investitionen - dargestellt an den Beispielsräumen Bayern und Niedersachsen-Bremen, Hannover 1972
  • Raumordnungspolitik, Vorstellungen und Wirklichkeit. Untersuchungen zur Anatomie der westdeutschen Raumentwicklung im 20. Jahrhundert in ihrer demographischen und gesamtwirtschaftlichen Einbindung, Hannover 1974
  • Regionalwirtschaftliche Langzeitreihen : Untersuchungen auf der Grundlage der Steuerstatistiken, Hannover 1975
  • Der Produktionsfaktor Boden im Markt- und Planungssystem - eine Analyse der Ideen in der deutschen Raum- und Bodenpolitik im 19. und 20. Jahrhundert, Hannover 1976
  • Grundriss der Raumordnung, Hannover 1982
  • Auf den Spuren der Menschen im lippischen Westen, Detmold 1984

Literatur

  • Christof Biggeleben, Kilian Steiner, Beate Schreiber Hgg.: "Arisierung" in Berlin 1933-1945, Berlin 2005, 2007; darin: Chr. Biggeleben: Die Verdrängung der Juden aus der Berliner Industrie- und Handelskammer und dem "Verein Berliner Kaufleute und Industrieller"
  • Harold James: The Deutsche Bank and the Nazi Economic War Against the Jews. New Jersey 1996
  • Martin Schumacher Hg.: M.d.R - Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Düsseldorf 1992
  • Birgit Kletzin: Europa aus Rasse und Raum. Die nationalsozialistische Idee der Neuen Ordnung. Lit, Berlin 2000 u. ö. (online lesbar: google Bücher) H. H. passim (17 Nennungen)
  • Micha Brumlik, Susanne Meinl, Werner Renz: Gesetzliches Unrecht. Rassistisches Recht im 20. Jahrhundert. Frankfurt 2005
  • Dieter Gosewinkel: Wirtschaftskontrolle und Recht in der nationalsozialistischen Diktatur. Frankfurt 2005
  • Manfred Jenke: Die Nationale Rechte. Parteien, Politiker, Publizisten. Berlin 1967
  • Manfred Overesch u. a.: Das 3. Reich 1933-1938. Augsburg 1991
  • Hermann Weiß (Hrsg.): Personen Lexikon 1933-1945. Wien 2003
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt 2003
  • Joachim Lulla: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Düsseldorf 2004
  • Ludolf Herbst: Der totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft. Die Kriegswirtschaft im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Propaganda 1939-1949. Stuttgart 1982
  • Christopher Kopper: Zwischen Marktwirtschaft und Dirigismus - Bankenpolitik im "Dritten Reich" 1933-1939. Bonn 1995
    • dsb.: Bankiers unterm Hakenkreuz. München 2005
  • Erik Lindner: Garbaty. Eine Zigarettenfabrik in Pankow. in: Christof Biggeleben, Beate Schreiber, Kilian J. L. Steiner Hgg.: "Arisierung" in Berlin, 2005
  • Eckart Teichert: Autarkie und Großraumwirtschaft in Deutschland 1930-1939. München 1984
  • Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren. Marburg 1998
  • Albert Schäffle: Über den wissenschaftlichen Begriff der Politik. in: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft 53 (1897), S. 593
  • Harold James: Die Deutsche Bank und die "Arisierung". München 2001
  • Wolfgang Schumann: Griff nach Südosteuropa. Berlin 1973
  • Aus der Sonderbeilage der Zeitschrift "Die deutsche Volkswirtschaft" im 2. Oktoberheft von Nr. 29, S. 1027f, 1942, mit dem Thema "Konstituierung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft". in: Wolfgang Schumann, Ludwig Nestler: Weltherrschaft im Visier. Berlin 1975
  • Lothar Gall u. a.: Die Deutsche Bank 1870-1995. München 1995
  • Fritz Fischer Hg.: Mobilmachung für den totalen Krieg. Opladen 1976
  • Aus dem Protokoll der Sitzung der Propagandakommission der IG Farbenindustrie am 21. Juli 1943 über Wirtschaftspropaganda im Ausland, in Dietrich Eichholtz, Wolfgang Schumann Hgg.: Anatomie des Krieges. Neue Dokumente... VEB Dt. Verlag der Wissenschaften, Berlin (Ost) 1969
  • Bernhard R. Kroener u.a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5/1, Stuttgart 1988
  • Wolfgang Schumann (Hg.): Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Band 5, Köln 1984
  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im Dritten Reich? Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1
  • Thomas Hertz: Die Industrie- und Handelskammer Berlin im "Dritten Reich". in: The Berlin Chamber of Industry and Commerce. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte Berlins. de Gruyter, Berlin 2008; E-Book: ISBN 978-3-11-021021-7; Print: ISBN 978-3-11-020669-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vernehmung des Kurt Freiherr von Schröder durch Vertreter der Anklage beim IMT 1945, Zitat: Zum Beispiel berief die Deutsche Bank Hunke in ihren Vorstand, der eine führende Person in der Partei war. in Dietrich Eichholtz u.a. Hgg.: Anatomie des Krieges. Neue Dokumente. VEB Vlg. d. Wissenschaften, Berlin (Ost) 1969, Dok. 18, S. 101, sowie in den Dokumentarbänden der Nürnberger Prozesse.
  2. Lippisches Autorenlexikon mit Nachträgen. - 1986. - S. 99, bei der Lippischen Landesbibliothek [1]
  3. Protokoll der Sitzung in Eichholtz, Anatomie aao, Dok. 233, S. 428ff. Quelle Archiwum Glównej Komisji Badania Zbrodni Hitlerowskich w Polsce, IG Farben Prozess in Warschau, Dok. NI-6657
  4. [2] (RTF; 219 kB) gibt in englischer Sprache wieder: kpl. Inhaltsverzeichnis und Autoren; Einleitung des Hunke; Text des Funk


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