Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Heiden AR

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
AR ist das Kürzel für den [[]] in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Heiden zu vermeiden.
Heiden
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: [[|]]
Bezirk: ehemaliger Bezirk Vorderlandw
Gemeindenummer: 3032i1Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“f4
Postleitzahl: 9410
UN/LOCODE: CH HEI
Koordinaten: (757840 / 256615)47.4413879.531387810 Einwohner Zahlenformat Koordinaten: 47° 26′ 29″ N, 9° 31′ 53″ O; CH1903: (757840 / 256615)
Höhe: 810 m ü. M.
Fläche: 7.50 km²
Einwohner: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl CH-AR (Fehler: Ungültige Zeitangabe)[1]
Website: www.heiden.ch

Dorfansicht von Süd-Osten her

Karte
Vorlage:Imagemap Bezirk Vorderlandfw

Heiden ist eine politische Gemeinde im Vorderland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Geographie

Heiden befindet sich im Appenzeller Vorderland. Politisch gehört es zum Kanton Appenzell Ausserrhoden. Eingebettet zwischen Kaien, Bischofsberg und Freudenberg befindet sich das Dorf Heiden, das rund 400 Meter über dem Bodensee auf 790 Meter liegt. Der Gstaldenbach, der Dorfbach, entspringt am Kaien, fliesst durchs Dorf und bildet unterhalb davon ein tiefes Tobel. Der tiefste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 470 Meter bei der Engi am Gstaldenbach, der höchste Punkt oberhalb der Risi auf 1030 Meter. Die Fläche der Gemeinde Heiden beträgt 748 ha.

Geschichte

Datei:Henry Dunant Heiden.jpg
Henry-Dunant-Denkmal der Bildhauerin Charlotte Germann-Jahn, im Hintergrund der Bodensee

Das Gebiet der späteren Gemeinde Heiden war Teil der Gemeinde Kurzenberg („der Kurzenberg“). Der Kurzenberg war – entsprechend seiner ursprünglichen politischen Zugehörigkeit – nach Thal SG kirchgenössig. 1652 lösten sich Heiden und Wolfhalden wegen des langen Kirchweges von der Mutterkirche Thal und bauten eigene Gotteshäuser. Damit wurde Heiden eine selbständige Gemeinde.

Die ersten urkundlichen Nennungen des Namens Heiden – Heiden abgeleitet von Heide (unbebautes Land) – erschienen 1512, 1536 und 1540. Das Gebiet der heutigen Gemeinde Heiden wurde aber schon im 14. und 15. Jahrhundert urbar gemacht.

Am 7. September 1838 vernichtete ein verheerender Dorfbrand, von einem heftigen Föhnsturm begünstigt, 129 Gebäude samt der Kirche im Dorfkern und den nördlichen Gemeindeteilen. Innerhalb zweier Jahre entstand das Dorf neu, in regelmässiger klassizistisch-biedermeierlicher Anlage.

Ab 1848 entwickelte sich Heiden zum Molkenkurort. Das Wirken des Augenarztes Albrecht von Graefe und des Neurologen Heinrich Frenkel machte Heiden nach 1860 zu einem der berühmtesten Kurorte Europas. Karl I., der letzte Kaiser von Österreich, und der deutsche Kaiser Friedrich III. zählten zu den Gästen. Die Glanzzeit des Kurortes endete mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erlebt Heiden als Kur- und Ferienort eine Renaissance. Beigetragen hat dazu auch die Eröffnung eines neuen Kursaals 1957.

Ab 1850 wurden auf den ausgebauten Strassen Reisepostverbindungen eröffnet. Die erste Linie führte über Grub nach St. Gallen. Weitere Verbindungen entstanden nach Rheineck, Trogen, Oberegg und ins Rheintal. Ab 1906 löste das Postauto die Pferdekutschen ab. 1875 schloss die Rorschach-Heiden-Bergbahn (RHB), die einzige Zahnradbahn am Bodensee, Heiden an das schweizerische Schienennetz in Rorschach an.

1874 nahm das vorderländische Bezirkskrankenhaus, das heutige Kantonale Spital Heiden, seinen Betrieb auf. Hier verbrachte Henry Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes, von 1887 bis 1910 die letzten 23 Lebensjahre.

1902 wurde die erste katholische Kirche in Heiden gebaut, die 1963 einem Neubau wich. 1936 fiel die evangelische Kirche erneut einem Brand zum Opfer. Beim Wiederaufbau blieb das klassizistische Äussere bewahrt, während die Kirche im Inneren von der Quer- zur Längskirche wurde.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1980 3620
2000 4063
2010 3990

Wirtschaft

Zur allgemein verbreiteten Gras- und Milchwirtschaft gesellte sich im unteren Gemeindeteil schon früh der Weinbau, der heute allerdings wieder verschwunden ist. Ebenso wurde früher auf dem Gemeindegebiet Getreide angebaut. Das Textilgewerbe entwickelte sich zu grosser Blüte. Weberei- und Stickereiwaren, zunächst aus Leinen, dann aus Baumwolle und Seide, wurden hergestellt. Die Tradition der Seidenweberei hat sich bis heute in einem grossen Industriebetrieb erhalten.

Der Tourismus entwickelt sich seit dem Dorfbrand 1838 rasant und ist noch heute ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Heiden war und ist bekannt für seine Molkenkuren. Bis um 1974 logierten die Kurgäste im bekannten Hotel Freihof an der Poststrasse. Ab dann im neu errichteten Kurhotel Heiden (heute Hotel Heiden), in dem noch heute die Molkekur angeboten wird.

Verkehr

Datei:Rorschach-Heiden-Bergbahn 2012.jpg
RHB kurz vor dem Endbahnhof Heiden. Triebwagen, Velowagen und drei „Sommerwagen“

Heiden hat mit der Rorschach-Heiden-Bahn Anschluss an das Netz der SBB in Rorschach und wird durch verschiedene Postauto-Linien mit vielen umliegenden Gemeinden verbunden, wie St. Gallen, Rheineck, Walzenhausen, St. Margrethen, Heerbrugg, Altstätten, Trogen und Wald.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Literatur

Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 3: Der Bezirk Vorderland. Birkhäuser AG, Basel 1981, ISBN 3-7643-1251-3. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 72.) S. 151–218.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl CH-AR


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Heiden AR aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.