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Hebräerevangelium

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Das Hebräerevangelium (καθ᾿ Ήβραίους), lat. sekundum Hebraeos ist ein apokryphes Evangelium, das nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurde und offensichtlich bei Judenchristen im griechischen Sprachraum im 2. und 3. Jahrhundert Verwendung fand.

Es besteht in der Forschung ein Problem, denn es ist nicht eindeutig, ob das Hebräerevangelium, das Ebionäerevangelium und das Nazoräer drei Synonme für eine Schrift sind oder ob es sich um verschiedene Schriften handelt. Eine Abgrenzung gegen das Ebioniterevangelium und das Nazaräerevangelium, die teilweise ebenfalls als Hebräerevangelium bezeichnet wurden, wird dabei z. B. von Vielhauer und Wilson durchgeführt. Die Rekonstruktion des Textes ist über die Zitate bei den frühkirchlichen Schriftstellern Clemens von Alexandria, Origenes, Papias und Hegesipp u. a. nur fragmentarisch möglich.

Das Evangelium wurde laut dem Kirchenvater Hieronymus von "Nazarenern" gebraucht. Es hatte folgende Merkmale: Es war aramäisch verfasst, stand dem Evangelium nach Matthäus nahe und trug den Titel "Evangelium nach den Hebräern".

Der erhaltene Text wird der literaischen Gattung nach als ein naratives Evangelium wie die kanonischen Evangelien eingestuft und behandelt die Zeit von der Taufe bis zu den Ostererscheinungen. Es enthält sowohl Sprüche, als auch erzählende Stücke. Die Überlieferungsstücke sind sehr eigenständig und keine Fortbildungen der kanonischen Evangelien, trotzdem sind die Texte sekundär gegenüber Paulus und den Synoptikern.

Das Werk wurde früh in Ägypten rezipiert und anerkannt, somit stammt es möglicherweise aus dem alexandrinischen Judenchristentum, jedoch ist eine Anknüpfung an die Tradition in Palästina anzunehmen. Die Verfassungzeit ist sehr schwierig: Terminus ad quem ist ein Zitat bei Clemens, Terminus a quo ist das Martyrium des Herrenbruders Jakobus. Insgesamt erscheint eine Abfassung in Ägypten in der 1. Hälfte des 2. Jh. wahrscheinlich, genaueres ist aber wegen der fragmentarischen Überlieferung nicht herauszufinden. Jakobus, der Bruder des Herrn hat eine zentrale Bedeutung und steht vor Petrus.[1] Sein Ursprung wird von Klaus Berger um das Jahr 140 n. Chr. datiert.

Einzelnachweise

  1. Markschies, Apokryphen, I,1, S. 597-598.

Literatur

  • Klaus Berger/Christiane Nord: Das Neue Testament und Frühchristliche Schriften. Frankfurt, 1999 ISBN 3-458-16970-9
  • Robert McLachlan Wilson: "Apokryphen II". In: TRE Bd. 3 (1978), S. 316-362; hier: S. 327-330 (Judenchristliche Evangelien) Google-Booksearch
  • Philipp Vielhauer: Geschichte der urchristlichen Literatur: Einleitung in das Neue Testament, die Apokryphen und die apostolischen Väter. Berlin, New York: de Gruyter 1978 ISBN 3-11-007763-9, S. 648 ff.
  • Jörg Frey: Fragmente des Hebräerevangeliums. In: Antike christliche Apokryphen in deutscher Übersetzung, Hrg. von Christoph Markschies, und Jens Schröter in Verbindung mit Andreas Heiser. I. Band Evangelien und Verwandtes, Teilband 1, Mohr, Siebeck, Tübingen 2012. S. 593-606.

Weblinks

 Wikisource: Gospel of the Hebrews – Quellen und Volltexte (Englisch)


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