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Avraham Jeschajahu Karelitz

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Der Chazon Isch
Bnei Berak 1933
Der Chazon Isch
Nachruf der Gemeinde Bnei Berak

Rabbi Avraham Jeschajahu Karelitz (Avraham Yeshayahu Karelitz, bekannt als und benannt nach seinem Hauptwerk Chazon Ish, auch: Hazon Isch etc.; geb. 1878 in Kosova, Weißrussland; gest. 24. Oktober 1953 / 15. Cheschwan 5714 in Bnei Berak) war orthodoxer Rabbiner, Talmudgelehrter und von 1933 bis zu seinem Tod eine Führungspersönlichkeit der Haredim in Israel. Seine halachischen Entscheidungen haben auch heute sehr große Bedeutung.

Leben

Von seinen frühen Jahren an zeigte Karelitz ungewöhnliches Talent; er widmete sein Leben dem Torastudium, war aber auch in verschiedenen Wissenschaften wie Astronomie, Anatomie, Mathematik und Botanik äusserst versiert. 1911 publizierte er in Wilna seine erste Arbeit über Orach Chayim und andere Teile des Schulchan Aruch anonym unter dem Titel Chazon Ish („Visionär“, der Name, unter dem er bekannt wurde). Er ging nach Wien und näherte sich dort Rabbi Chaim Ozer Grodzinski, ging später (1933) in das britische Mandatsgebiet Palästina, wo er sich in Bnei Brak niederliess, das gerade besiedelt wurde. Auch nach seiner Heirat studierte er Tag und Nacht im Talmud, er hatte keine Kinder, seine Frau sorgte für den Lebensunterhalt.

Er lernte so konzentriert, dass er sich sogar während des ersten Weltkrieges so in seine Studien vertiefen konnte, dass die äußeren Widrigkeiten ihn nicht berührten. Zeit seines Lebens zeichnete er sich durch eine sehr bescheidene Lebensführung aus, die seinen Standpunkt ausdrückte, dass für ihn nur das Toralernen von Wichtigkeit war.

Sein Haus in Bnei Brak wurde von Tausenden, von Menschen aus allen Schichten der jüdischen Gesellschaft aufgesucht, die seinen Rat brauchten oder einfach durch seine Gegenwart inspiriert und getröstet wurden. Obwohl er keine offizielle Funktion innehatte, galt er dennoch in jüdischen Fragen als grosse Autorität, auch Ben Gurion hatte ihn einmal besucht und zu religiösen Themen befragt (zur Frage des Dienstes junger Frauen in der israelischen Armee, den der Chason Isch vehement ablehnte genau wie den Zivildienst von Frauen). Karelitz gehörte keiner Richtung an und wurde dennoch von Anhängern verschiedener Strömungen sehr geschätzt. In vielen israelischen Städten sind Strassen nach ihm benannt.

Karelitz schrieb mehr als 40 Bücher über religiöse Themen in Hebräisch, in einem klaren und unkomplizierten Stil. Nach seiner Übersiedlung nach Israel wurde er für alles, was jüdisches Gesetz und Leben betraf, zur Autorität. Obwohl er kein Oberhaupt einer Jeschiwa war, hatte er einen starken Einfluss auf religiöses Leben und Institutionen.

Karelitz liebte Zion, war aber kein offizielles Mitglied der Zionistischen Bewegung. Obwohl er ein Gelehrter war, widmete er sich auch praktischen Problemen. Er dachte über die Benutzung von Melkmaschinen am Schabbat nach oder über die Kultivierung von Wassersetzlingen während des Schabbatjahres, wenn in Eretz Israel kein Boden bebaut werden darf, etc.

In der Nacht, als der Chason Isch starb, war der Steipler bei ihm. Nachdem der Chason Isch mitgeteilt hatte, dass er sich nicht wohl fühle, war der Steipler, der im benachbarten Zimmer schlief, zu ihm gekommen und hatte einen Bachur losgeschickt, einen Arzt zu holen, der aber, als er kam, nur noch den Tod des Chason Isch feststellen konnte.

Tausende begleiteten den Gadol Hador am Sonntag-Morgen auf seinem letzten Weg zum Bet Hakwarot in Bne Brak.

Weblinks

Andere Wikis


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