Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Haube

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Kleidungsstück, für weitere Bedeutungen siehe Haube (Begriffsklärung).

Eine Haube ist eine Kopfbedeckung, die sowohl über eine Gesichts- als auch über eine Halsöffnung verfügt[1], das heißt, die das Gesicht und den Hals umschließt und unter dem Kinn geschlossen wird. Zu den Hauben gehören daher auch die Kapuzen. Das Wort Haube leitet sich von der althochdeutschen Bezeichnung huba ab.[2]

In Österreich und Teilen von Altbayern wird Haube auch ganz allgemein für weiche Kopfbedeckungen verwendet, die eng am Kopf anliegen, wie etwa Strickmützen[3], oder auch für Badekappen.

Hauben werden von Männern und Frauen getragen. Die männlichen Formen wie die Sturmhaube und die Fliegerhaube, im Mittelalter z.B. die kapuzenartige Gugel, das Hersenier oder die Bundhaube zeigen eine typische Ausprägung, während die weiblichen Hauben oft um den Hals nicht mehr ganz geschlossen werden oder der Verschluss sich auf Bänder reduziert, die unter dem Kinn zur Schleife gebunden werden, insbesondere bei den Trachtenhauben.

Geschichte der Frauenhaube

Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit verlangte die Norm von verheirateten Frauen das Tragen einer Haube, während unverheiratete ihr Haupt unbedeckt lassen durften. Die Redensart unter die Haube kommen (= heiraten) leitet sich davon ab.[4] Die Haube galt als Zeichen der Frauenwürde und der Wohlanständigkeit; eine Frau ohne Haube galt als „loses Frauenzimmer“. In ganz Europa ist sie fester Bestandteil fast aller Frauentrachten.

Die Begründung der Kirche, dass Frauen ihr Haar zu bedecken hatten, leitet sich ab aus Korinther 1, Kapitel 11. Allerdings hatte die Haube auch den praktischen Nutzen, das Haar aus dem Weg zu halten und es vor Verschmutzung zu schützen, z. B. beim Arbeiten am Feuer und anderen Haushaltsverrichtungen. Auch unverheiratete Frauen und Kinder trugen Hauben oder Kopftücher.

Hauben wurden meist aus feinem, weißem Leinen gefertigt und - je nach Epoche, Anlass und Finanzkraft der Trägerin - mitunter mit Volants, Spitzen oder Bändern verziert. Ab dem 18. Jahrhundert wurde stattdessen auch Baumwolle verwendet. Daneben gab es auch steife Hauben aus stoffüberzogenem Karton, Hauben ganz aus Spitze, aus Samt, Brokat, mit Stickerei bedeckt usw.

Datei:Gebende.jpg
Gebende, Anfang 14. Jahrhundert
Datei:Kruseler.jpg
Hörnerhaube („Doppelhennin“) mit Kruseler, 1439
Datei:Fontange.jpg
Fontange, Anfang 18. Jahrhundert
Datei:Dormeuse.jpg
Dormeuse um 1770

Weibliche Haubenarten

Die Formen reichen von handtellergroßen Flecken über das gesamte Haar bedeckende, zum Teil kunstvoll arrangierte Hauben bis hin zu ausladenden Formen, die auch den unteren Teil des Gesichts und den Hals bedeckten.

Gebende

Im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert getragene Kombination aus einem Kinnband und einem kronenähnlichen Ring, manchmal mit gekräuseltem Rand.

Krüseler oder Kruseler

Eigentlich eine Art Schleier, bei dem die Stoffkanten eingekräuselt waren. Im Spätmittelalter gebräuchlich.

Hörnerhaube

Eine der vielen, zum Teil recht ausgefallenen Haubenformen des 15. Jahrhunderts, zu denen auch der Hennin gehört.

Fontange

Die Fontange ist eine von ca. 1680 bis 1720 vorherrschende Haubenform, die von einem Aufsatz aus Bandschlaufen und Spitzen überragt wurde. Einer in mehreren Varianten überlieferten Legende nach soll der Name auf eine Mätresse Ludwigs XIV. zurückgehen.

Dormeuse

Eine vor allem im späten 18. Jahrhundert beliebte, den Kopf fast ganz umschließende Haubenform mit seitlich weit nach vorne gezogenen Rüschen.

Calèche

Durch mehrere Fischbeinreifen aufgespannte Haube, die wie das Cabriodach einer Kutsche zusammengeklappt werden konnte. Sie wurde meist aus grüner Seide gefertigt und schützte die um 1770-80 üblichen, hohen Frisuren.

Weitere

Fladuse (auch: Flattuse), Schneppenhaube, Rise, Bückeburger Haube, Riegelhaube, Flinderhaube, Wulsthaube, Calotte.

Hauben im 19. Jahrhundert

Einzelnachweise

  1. Christian F. Feest und Alfred Janata: Technologie und Ergologie in der Völkerkunde Band 2. Berlin (Dietrich Reimer Verl. 1989, S. 172
  2. Eintrag über Geschichte der Kopfbedeckungen im: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz - online  (im Heimatlexikon) abgerufen am 4. Januar 2011
  3. Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA): Achte Runde „Strickmütze“, Universität Augsburg, 14. Jänner 2012
  4. Dieses Sprichwort lässt sich aber auch auf den verballhornten Begriff des jüdischen Traubaldachins Chuppa zurückführen. Jüdisches Brauchtum, Bibelpastorale Arbeitsstelle im Seelsorgeamt der Diözese Regensburg, abgerufen am 6. März 2012.

Weblinks

 Wiktionary: Haube – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Hauben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Haube aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.