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Hatti

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Hatti ist eine antike Landschaft in Kleinasien am Halysbogen um die Stadt Hattuscha (nahe dem heutigen Boğazkale) und westlich des Euphrat, mit ansonsten unklaren Grenzen. Etwa um 2300 v. Chr. taucht diese Bezeichnung erstmals in akkadischen Schriftstücken, danach um 1900 v. Chr. in denen assyrischer Handelskolonien auf.

Hatti ist die Heimat der sogenannten Hattier, der vielleicht nichtindogermanischen Bevölkerung Kleinasiens, die ihr Zentrum in Hattuscha hatten. Dieser Name ging auch auf die spätere Bevölkerung über, die eine indoeuropäische Sprache sprach (hethitische Sprache) und die wir Hethiter nennen, obwohl das nicht ihre Eigenbezeichnung war. Die Hethiter hatten ihr Zentrum in Hattuscha, es war meist die Hauptstadt ihres Großreiches.

Das Gebiet war schon seit Zeiten des sumerischen/akkadischen Reichs unter Sargon von Akkad unter der Bezeichnung Hattum/Hattu bekannt. Als Kommentar zu seiner Expedition nach Purušḫanda sagte Sargon sinngemäß: „Was sollen wir hier? Man sitzt nur rum. Den beschwerlichen Weg werden wir nicht nochmals gehen“.[1]

Die Assyrer verwendeten den Begriff Hatti/Hattu später für das gesamte Gebiet westlich der Euphrat, auch für Gebiete, die niemals unter hethitischer Herrschaft standen. Assurhaddon listet auf einen seiner Siegesstelen (Prisma B) unter die 22 Könige von Hatti die Könige der Philister, Hebräer, Phönizier und sogar die Zyprioten auf. Nach Zerfall des hethitischen Reichs wurde die Bezeichnung für diese Region beibehalten, ähnlich der Bezeichnung Omri-Land für Israel.

Einzelnachweise

  1. Gebhard J. Selz: Sumerer und Akkader. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50874-X, S. 66.


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