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Harald Weinrich

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Harald Weinrich (* 24. September 1927 in Wismar) ist ein deutscher Schriftsteller, Essayist, Lyriker, Romanist, Linguist und Literaturwissenschaftler. Seine erstmals 1993 erschienene „Textgrammatik der deutschen Sprache“ gilt als ein Standardwerk.

Lebenslauf

Weinrich erhielt seine erste Professur als Romanist mit 32 in Kiel und wurde später nach Köln, nach Bielefeld und nach München berufen. 1992 wurde er zum Professor am Pariser Collège de France ernannt, wo er bis 1998 lehrte. Er war Gastprofessor an den Universitäten von Michigan und Princeton sowie Fellow des Wissenschaftskolleg zu Berlin. An der Scuola Normale in Pisa hatte er den Galilei-Lehrstuhl inne.

Zusammen mit Irmgard Ackermann hat er in seiner Zeit als Ordinarius für „Deutsch als Fremdsprache“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München (ab Wintersemester 1978/79) die literaturwissenschaftliche Rezeption der deutschsprachigen Migrantenliteratur eingeleitet, was unter anderem ab 1985 zur Einrichtung des jährlich verliehenen Adelbert-von-Chamisso-Preises für deutschschreibende Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Herkunft führte.

Er ist Mitglied mehrerer in- und ausländischer Akademien sowie des P.E.N.-Clubs. Als Mitglied des Vereins Deutsche Sprache unterstützt er die Aktion Lebendiges Deutsch.

Portrait

Da ist der berühmte Weinrich-Sound, sein Stil, der ihn hervorhebt unter so vielen anderen deutschschreibenden Gelehrten. Er schreibt klar, anmutig, sogar heiter gelöst, aber diese Gelöstheit ist immer durch Ernst, die römische Mannestugend der gravitas, gezügelt. [...] Mit 32 Jahren bereits war Weinrich Professor – in Kiel. Dann ging es nach Köln, nach Bielefeld, wo er eine Universität neuen Typs mitbegründete (das Zauberwort war damals „Interdisziplinarität“), nach München. Ja, und dann kam die Berufung auf einen ordentlichen Lehrstuhl für Romanistik am legendären „Collège de France“ in Paris. Ein deutscher Professor in diesem 1529 von Franz I. gegründeten Institut ist sensationell: „ein bedeutendes Ereignis der europäischen Wissenschaftspolitik“, schrieb Wolf Lepenies. Der nunmehr doppelt Emeritierte hat alle Preise erhalten, die in seinem Bereich infrage kommen. Und einen wichtigen hat er selbst geschaffen: den „Adelbert-von-Chamisso-Preis“ der Robert-Bosch-Stiftung für Deutsch schreibende Ausländer.' (Hans-Martin Gauger: 'Unsere Zeit ist knapp. Zum 80. Geburtstag des großen Sprach- und Literaturwissenschaftlers Harald Weinrich in: „Tagesspiegel“, 24. September 2007)

Auszeichnungen

Weinrich ist Ehrendoktor der Universitäten Bielefeld, Heidelberg und Augsburg. Er wurde 1977 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet. 1992 erhielt er den Karl-Vossler-Preis, 1993 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau, 1996 den Ernst-Hellmut-Vits-Preis der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen) und 2003 den Joseph-Breitbach-Preis.

Werke (Auswahl)

  • 1956: Das Ingenium Don Quijotes
  • 1958: Phonologische Studien zur romanischen Sprachgeschichte
  • 1964: Tempus - Besprochene und erzählte Welt
  • 1965: Linguistik der Lüge
  • 1971: Literatur für Leser
  • 1982: Textgrammatik der französischen Sprache
  • 1985: Wege der Sprachkultur
  • 1993: Textgrammatik der deutschen Sprache
  • 1997: Lethe. Kunst und Kritik des Vergessens
  • 2001: Kleine Literaturgeschichte der Heiterkeit
  • 2004: Knappe Zeit. Kunst und Ökonomie des befristeten Lebens
  • 2007: Wie zivilisiert ist der Teufel? Kurze Besuche bei Gut und Böse
  • 2008: Vom Leben und Lesen der Tiere. Ein Bestiarium ISBN 978-3-406-57822-9

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Harald Weinrich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.