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Hans Kallenbach (Paramilitär)

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Hans Kallenbach (geb. 28. Oktober 1897 in Saarunion; gest. 1966[1]) war ein deutscher paramilitärischer Aktivist. Er wurde vor allem bekannt als Verfasser eines Buches über seine gemeinsame Haftzeit mit Adolf Hitler auf der Festung Landsberg im Jahr 1924.

Leben und Betätigung

Kallenbach nahm von 1915 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil, in dem er den Rang eines Oberleutnants erreichte.

Anfang der 1920er Jahre schloss Kallenbach sich der NSDAP an. Nach der Aufstellung des Stoßtrupps Adolf Hitler, einer unter paramilitärischen Vorzeichen organisierten persönlichen Leibwache des NSDAP-Chefs, im Mai 1923 wurde Kallenbach Maschinengewehr-Zugführer in dieser Einheit, mit der er am 8. und 9. November 1923 am Hitler-Putsch teilnahm. Nach der Niederschlagung des Putsches wurde er in Haft genommen.

Im Sommer 1924 war Kallenbach einer von vierzig Angeklagten in einem dem Hitler-Prozess nachgeschalteten Verfahren gegen die am Putsch beteiligten Angehörigen des Stoßtrupps vor dem Volksgericht in München. Nach seiner Verurteilung wurde er in die Festung Landsberg verbracht, wo er bis zur vorzeitigen Entlassung Hitlers im Dezember die Haft mit diesem teilte.

Nach seiner Freilassung schloss Kallenbach sich der 1925 neu gegründeten NSDAP zunächst nicht wieder an. Erst zum 1. Juni 1929 wurde er wieder Parteimitglied (Mitgliedsnummer 133.381). Außerdem wurde er zu dieser Zeit Mitglied der Sturmabteilung (SA), dem Straßenkampfverband der Partei, in der in den folgenden Jahren der Schwerpunkt seiner Arbeit in der NS-Bewegung lag: Vom 1. Januar 1930 bis zum 30. April 1931 bekleidete Kallenbach den Posten des Führers des Gausturms München-Oberbayern im Rang eines SA-Oberführers. Zum 1. Mai 1931 wurde er von Ernst Röhm als Führer der SA-Untergruppe Mittelschlesien-Nord zur SA-Gruppe Schlesien versetzt. Vom 1. November 1931 bis 31. Dezember 1932 fungierte er dann als Inspekteur der Schlesischen SA-Führerschule. Aufgrund von Konflikten mit dem schlesischen SA-Chef Edmund Heines kehrte Kallenbach Ende 1932 nach München zurück.

Kurz nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 veröffentlichte Kallenbach unter dem Titel Mit Adolf Hitler auf Festung Landsberg ein Erinnerungsbuch über seine gemeinsame Haftzeit mit Hitler in Landsberg. Das Buch erlebte bis 1943 mindestens vier Auflagen.

In späteren Jahren amtierte Kallenbach als Geschäftsführer des Amtes für den 8./9. November 1923, dem die soziale und wirtschaftliche Betreuung der Teilnehmer des Putsches von 1923 oblag.

Schriften

  • Mit Adolf Hitler auf Festung Landsberg, München 1933.

Literatur

  • Heinz Höhne: Mordsache Röhm. Hitlers Durchbruch zur totalen Macht, Reinbek bei Hamburg 1984.
  • Burkard Jellonek: Homosexuelle unter dem Hakenkreuz: Die Verfolgung von Homosexuellen im Dritten Reich, 1990.

Einzelnachweise

  1. Todesjahr nach Klaus Fischer: Nazi Germany: A New History, 1995, S. 114.


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