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Hans Barlach

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Hans-Georg Barlach (* 31. August 1955 in Ratzeburg) ist ein deutscher Unternehmer.

Leben

Barlach ist der jüngere von zwei Söhnen von Nikolaus (Klaus) Barlach (1906–2001), des einzigen Sohns und Alleinerben [1] des Bildhauers Ernst Barlach.

Hans Barlach besuchte das Nordsee-Internat in Sankt Peter-Ording, brach die Schule 1972 ab und begann eine Ausbildung zum chemotechnischen Assistenten in Neumünster. [2] Nach dem Abschluss seiner Lehre wirkte er seit 1977 im Auftrag seines Vaters als Verwalter des Ernst-Barlach-Nachlasses. Ab Ende 1982 betrieb er am Loogeplatz in Hamburg-Eppendorf in einer 1980 als Sitz der Nachlassverwaltung gekauften Jugendstilvilla seine erste Galerie.[3] Im August 1984 wurde auf Barlachs Initiative der Kunstraum Hamburg eingerichtet und im November 1984 eröffnete er in Kellerräumen des Holthusenbades die Farbbad-Galerie.[4]

Seit 1984 war Barlach an der Hamburger Rundschau beteiligt, deren Eigentümer er 1998 wurde, und die er im Frühjahr 2000 einstellte. [5] [6]

In den 1990er Jahren investierte Barlach als Gesellschafter der Kunsthof Vermögensverwaltung oHG [7] in die Berliner Oranienburger Straße 27 und schuf dort den KunstHof Berlin, eine Wohn- und Gewerbehofanlage. [8] [9] [10]

1999 leistete Barlach eine Bürgschaft von vier Millionen DM und sanierte als Projektentwickler und Gesellschafter der Süllberg Objektgesellschaft gemeinsam mit dem ehemaligen Heidelberger Bauinvestor Roland Ernst [11] [12] [13] das historische Blankeneser Süllberg-Hotel in Hamburg, wobei im Mai 1999 der denkmalgeschützte Süllberg-Turm einstürzte, für den keine, angeblich von Barlach beantragte Abrissgenehmigung erteilt wurde. Barlach wies Verdächtigungen zurück, man habe das Haus aus Kostengründen vorsätzlich beschädigen lassen.[14] [15] [16]

Mit seiner gemeinsam mit Frank Otto gegründeten City-Boulevard Beteiligungs GmbH und Co. KG übernahm Barlach im Oktober 1999 von Gruner + Jahr die Hamburger Morgenpost. [17] An der City-Boulevard hielt Barlach zunächst 33 %, seit 2003 67 % der Anteile. Im Jahr 2004 kaufte er mit Hilfe eines Kredites in Höhe von 1,6 Mio € von dem Verleger Heinz Bauer den Rest der Anteile und verkaufte die MOPO im Januar 2006 an BV Deutsche Zeitungsholding, ein Unternehmen der Investorengruppe Veronis Suhler Stevenson International Ltd. (VSS) und David Montgomerys Mecom Group für geschätzte 24 Mio €. [18]

Ebenfalls 2004 wollte Gruner + Jahr TV- Today für 15 Mio € [18] verkaufen, Barlach übernahm - mit einem, wie es sich im Nachhinein herausstellte, vom Burda-Verlag finanzierten Darlehen[19] die Programmzeitschrift und verkaufte 2005 an Burda.

Barlach lebt in Hamburg-Winterhude.

Der Suhrkamp-Streit

Größere Bekanntheit auch über Hamburg und die Medienbranche hinaus erreichte Barlach mit seiner Beteiligung am Suhrkamp Verlag. Im November 2006 kündigte er an, gemeinsam mit dem Hamburger Mäzen und Investmentbanker Claus Grossner († 2010) [20] für acht Millionen Euro die Medienholding AG Winterthur und damit die 29 % der Anteile am Verlag zu übernehmen, die bis dahin von dem Schweizer Unternehmer und Mäzen Andreas Reinhart gehalten wurden. In der Folgezeit kam es zu jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen mit der Suhrkamp-Geschäftsführerin Ulla Unseld-Berkéwicz. Seit dem Ausstieg Joachim Unselds als Gesellschafter im November 2009 hält die Medienholding AG Winterthur 39 % der Verlagsanteile, die Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung unter Vorsitz von Unseld-Berkéwicz 61 %.

Im September 2011 reichte Barlach Klage wegen Veruntreuung gegen die Geschäftsleitung des Suhrkamp-Verlags ein. 2012 plante er, mit Josef Depenbrock in die Geschäftsführung einzutreten. [21] Am 10. Dezember 2012 verurteilte das Landgericht Berlin die Geschäftsleitung zu Schadenersatz und erklärte den Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 17. November 2011 zur Nichtabberufung von Unseld-Berkéwicz für nichtig.[22][23] Das Urteil ist nicht letztinstanzlich und darum auch noch nicht rechtskräftig.

Einzelnachweise

  1. Berliner Chronik: 12. März 1976, Tagesspiegel
  2. [1]Munzinger Hans Barlach
  3. Evelyn Preuss: Der Enkel ehrt das Erbe des Großvaters. In: Hamburger Abendblatt, 27. Dezember 1982, S. 19 (online; PDF; 1,3 MB)
  4. Evelyn Preuss: Mehr als ein Ort der Kunst: die Farbbad-Galerie. In: Hamburger Abendblatt, 28. November 1984, S. 10 (online; PDF; 1,9 MB)
  5. langsame Tod eines Experiments, Die Welt vom 13. März 2000
  6. Redaktionsgemeinschaft in Auflösung, Die Welt vom 10. November 1999
  7. [2]enios-firmen.de (abgerufen am 19. Dezember 2012)
  8. & Kollegen, Kunstraum Oranienburger Straße (abgerufen am 19. Dezember 2012)
  9. Schluss mit dem Schattendasein, Berliner Zeitung vom 10. März 2007
  10. KunstHof Berlin
  11. Zukunft des Süllbergs steht in den Sternen. Die Welt vom 7. Juni 2000
  12. Roland Ernst in Heidelberg verhaftet, Mopo vom 27. März 2000
  13. ne va plus“ - Ein Casino auf dem Süllberg?,Klaus Schümann Verlag, Hamburg, Heft 04/00
  14. [3]Historisches Gründerzeithaus bei Bohrungen für Hotel-Neubau eingestürzt - war es Absicht? Süllberg: Bauherr droht Millionenbuße, Mopo vom 20. Mai 1999
  15. abgerissen +++ Gaben die Investoren den Auftrag? +++ Jetzt drohen Baustopp und Millionenstrafe - Süllberg: Ein Fall für den StaatsanwaltMopo vom 25 mai 1999]
  16. [4] (PDF; 142 kB) Hamburger Abendblatt vom 12/13. Mai 1999, Seite 19
  17. [5]Info: Die Käufer der MOPO, Mopo vom 22. Oktober 1999
  18. 18,0 18,1 geht aufs Ganze, HA 19. Dezember 2012)
  19. [6]TV Today - Burda finanzierte Barlach,manager-magazin.de vom 13. Juli 2004
  20. [7]Claus Großner: Ein unbekannter Bekannter, Hamburger Abendblatt vom 22. Dezember 2010
  21. [8]Suhrkamp-Verlag In Wahrheit eine Barockoper, Frankfurter Rundschau vom 14. Dezember 2012
  22. http://www.abendblatt.de/kultur-live/article111938441/Suhrkamp-verliert-zumindest-erst-mal.html
  23. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/suhrkamp-landgericht-berlin-beruft-berkewicz-als-verlagschefin-ab-a-872011.html


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