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Hanno Loewy

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Hanno Loewy

Hanno Loewy (* 17. Februar 1961 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Literatur- und Medienwissenschaftler, Publizist und Direktor des Jüdischen Museums Hohenems.

Leben

Hanno Loewy studierte in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kulturanthropologie und wurde an der Universität Konstanz mit einer Dissertation über den „Filmtheoretiker Béla Balázs und die Ideengeschichte des Films im Kontext der ästhetischen, philosophischen und politischen Utopien des frühen Zwanzigsten Jahrhunderts“ promoviert. Bereits seit 1982 war er als Publizist und Ausstellungsmacher tätig. Für das Jüdische Museum Frankfurt am Main und das Jüdische Museum Berlin erarbeitete er Teile der Dauerausstellung. Von 1990 bis 2000 baute er (ab 1995 als Gründungsdirektor) das Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main auf und wurde nach dessen Anschluss an die Universität Frankfurt am Main bis 2003 Leiter der Abteilung für Erinnerungskultur und Rezeptionsforschung im selben Haus. Seit 2000 ist Hanno Loewy Lehrbeauftragter der Universität Konstanz im Bereich Literaturwissenschaft/Medienwissenschaft. Seit 2004 leitet er das Jüdische Museum Hohenems im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Seit 2011 ist er Präsident der Association of European Jewish Museums.[1]

Angriffe durch die FPÖ

Im August 2009 kritisierte Loewy einen Slogan der FPÖ zur Landtagswahl in Vorarlberg 2009, „Elterngeld für heimische Familien“.[2] Der Vorarlberger FPÖ-Chef Dieter Egger bezeichnete Loewy in Folge als „Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum“, den die österreichische Innenpolitik nichts angehe, was von Loewy selber und Teilen der Vorarlberger und österreichischen Öffentlichkeit (Michael Köhlmeier, Ariel Muzicant, Laura Rudas) als antisemitische Beschimpfung u. ä. beurteilt wurde. Als Konsequenz daraus und der Weigerung Eggers, sich zu entschuldigen, wurde vom Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber bekannt gegeben, nach den Landtagswahlen die 35 Jahre andauernde Koalition mit der FPÖ aufzukündigen.[3][4]

Sonstiges

Hanno Loewy ist ein Sohn des Bibliothekars, Exilforschers und Publizisten Ernst Loewy (1920–2002) sowie Bruder des Filmhistorikers Ronny Loewy (1946–2012) und des Fotografen Peter Loewy (* 1951).

Schriften

  • als Herausgeber mit Walter Zadek: Kein Utopia. Araber, Juden und Engländer in Palästina. Nishen, Berlin 1986, ISBN 3-88940-608-4 (= Das Foto-Taschenbuch 8).
  • mit Thomas Kreuder (Hrsg.): Konservatismus in der Strukturkrise. Suhrkamp, 1987, ISBN 3-518-11330-5.
  • mit Gerhard Schoenberner (Hrsg.): „Unser einziger Weg ist Arbeit.“ Das Getto in Lodz 1940–1944. Löcker, Wien 1990, ISBN 3-85409-169-9.
  • als Herausgeber: Holocaust: Die Grenzen des Verstehens. Eine Debatte über die Besetzung der Geschichte. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1992, ISBN 3-499-19367-1.
  • mit Thomas Hofmann, Harry Stein (Hrsg.): Pogromnacht und Holocaust: Frankfurt, Weimar, Buchenwald - Die schwierige Erinnerung an die Stationen der Vernichtung. Böhlau, Köln 1999, ISBN 3-412-03293-X
  • mit Bernhard Moltmann: Erlebnis, Gedächtnis, Sinn. Authentische und konstruierte Erinnerung. Campus, Frankfurt am Main 1996
  • mit Margrit Frölich, Heinz Steinert (Hrsg.): Lachen über Hitler – Auschwitz-Gelächter? Filmkomödie, Satire und Holocaust. edition text+kritik, München 2001
  • mit Kersten Brandt, Krystyna Oleksy (Hrsg.): Before They Perished: Photographs Found in Auschwitz. Panstwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau, 2001
  • mit Cilly Kugelmann (Hrsg.): So einfach war das: Jüdische Kindheit und Jugend in Deutschland seit 1945. DuMont, Köln 2002, ISBN 3-8321-7818-X (= Zeitzeugnisse aus dem Jüdischen Museum Berlin).
  • Hanno Loewy: Taxi nach Auschwitz. Feuilletons. Berlin: Philo, 2002
  • Hanno Loewy: Béla Balázs: Märchen, Ritual und Film. Berlin: Vorwerk 8, 2003
  • Hanno Loewy: So einfach war das. Jüdische Kindheiten und Jugend in Österreich, der Schweiz und Deutschland, Hohenems 2004
  • Hanno Loewy (Hrsg.): Gerüchte über die Juden. Antisemitismus, Philosemitismus und aktuelle Verschwörungstheorien. Essen: Klartext, 2005
  • Hanno Loewy, Michael Wuliger: Shlock Shop: Die wunderbare Welt des jüdischen Kitschs. Mosse Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-935097-05-0.
  • Hanno Loewy: Heimat Diaspora. Das Jüdische Museum Hohenems, Bucher, Hohenems 2008 (engl. Ausgabe: At Home: Diaspora. The Jewish Museum Hohenems, Bucher, Hohenems 2008)
  • mit Gerhard Milchram (Hrsg.): Hast Du meine Alpen gesehen? Eine jüdische Beziehungsgeschichte, Bucher, Hohenems 2009, ISBN 978-3-902679-41-3.
  • mit Hannes Sulzenbacher (Hrsg.): Treten Sie ein! Treten Sie aus! Warum Menschen ihre Religion wechseln, Parthas, Berlin 2012, ISBN 978-3-86964-067-9.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Homepage der Organisation
  2. Bericht auf orf.at
  3. Das Ende von Schwarz-Blau. Bericht in der Wiener Zeitung vom 24.August 2009
  4. Bericht in NEWS


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Hanno Loewy aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.