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Haderlump

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Dieser Artikel behandelt das Schimpfwort. Für die österreichische Musikgruppe siehe Zillertaler Haderlumpen.
Lumpensammler frühmorgens auf der Avenue des Gobelins in Paris;
Fotografie von Eugène Atget, 1899

Haderlump, auch Hadersack, Lumpensack, Lumpsack, Lump, ist ein vor allem in Süddeutschland, Österreich und Schlesien gebräuchliches Schimpfwort für einen Habenichts oder Taugenichts, zumal, wenn er in abgerissener Kleidung daherkommt.

Wobei im Süden Deutschlands oft "du kleiner Lump" und im Schwäbischen ebenso das Wort Lumpensack zu kleinen Kindern, im Sinne von Spitzbube oder Schelm, gesagt wird.

Entstehung

Der Begriff „Haderlump“ geht zurück auf eine Bezeichnung für den Lumpensammler, eine als Fahrendes Volk umherziehende Personengruppe, die abgetragene Kleidungsstücke sowie Stoffreste und -fetzen, sogenannte „Hadern“ bzw. „Lumpen“, bei der Bevölkerung sammelte oder auch aufkaufte und diese an Papiermühlen veräußerte. Seit dem Mittelalter bis hinein ins 18. Jahrhundert bildeten Hadern aus Leinen, Hanf, Baumwolle oder Wolle – zusammen mit Spinnerei- und Seilereiabfällen – den einzig verfügbaren Faserrohstoff bei der Herstellung von Papier.

Linguistik und Etymologie

Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei dem Wort „Hader-lump“ um eine Tautologie, eine inhaltliche Wiederholung.

Das Wort „Hader“ wird hergeleitet vom Althochdeutschen „hadara“ („Schafspelz“) und hat den gleichen Wortstamm wie „verheddern“:

  • „etwas verheddert sich“: etwas bleibt irgendwo hängen, weil sich Fäden verwickelt haben
  • „(sich) verheddern“: (sich) verwickeln, den Faden verlieren, durcheinanderkommen

Das Wort ist nicht verwandt mit dem gleichlautenden Substantiv „Hader“ („Streit“, „Zank“, „Zwist“) und dem hiervon abgeleiteten Verb „hadern“ („streiten“, „murren“).

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Paul: Hader. In: Deutsches Wörterbuch. 5. Auflage. Bearbeiter Werner Betz. Niemeyer, Tübingen 1966.
  • Herbert Pfeiffer: Das große Schimpfwörterbuch. Über 10000 Schimpf-, Spott- und Neckwörter zur Bezeichnung von Personen. Eichborn, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-8218-3444-7, S. 159.

Weblinks

 Wiktionary: Haderlump – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise



Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Haderlump aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.