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Haarlem

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Dieser Artikel beschreibt die niederländische Stadt Haarlem, für den New Yorker Stadtteil siehe Harlem. Weitere Bedeutungen sind unter Haarlem (Begriffsklärung) aufgeführt.
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Gemeinde Haarlem
Flagge der Gemeinde Haarlem
Flagge
Wappen der Gemeinde Haarlem
Wappen
Provinz Nordholland Nordholland
Bürgermeister Bernt Schneiders (PvdA)
Sitz der Gemeinde Haarlem
Fläche
 – Land
 – Wasser
32,11 km²
29,56 km²
2,55 km²
CBS-Code 0392
Einwohner 155.105 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 4830 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 23′ N, 4° 38′ O52.3802777777784.6405555555556Koordinaten: 52° 23′ N, 4° 38′ O
Bedeutender Verkehrsweg Vorlage:RSIGN/NL]] Vorlage:RSIGN/NL]] Vorlage:RSIGN/NL]] [[Vorlage:RSIGN/NL|Vorlage:RSIGN/NL]] [[Vorlage:RSIGN/NL|Vorlage:RSIGN/NL]]
Vorwahl 023
Postleitzahlen 2011-2063
Website www.haarlem.nl

Haarlem ( anhören?/i) ist eine Stadt in der Region Kennemerland-Süd und die Hauptstadt der Provinz Nordholland, Niederlande. Die Stadt liegt am Fluss Spaarne, was ihr den Beinamen Spaarnestad eingebracht hat. Die Gemeinde Haarlem zählt 155.105 Einwohner (1. Januar 2014, CBS) und ist Sitz des alt-katholischen und seit 1853 des römisch-katholischen Bischofs von Haarlem - Amsterdam.

Geschichte

Haarlem entstand als Geestsiedlung an der Spaarne und entwickelte sich auf dem Verbindungsweg von Süd nach Nord. Die Stadt wurde Residenz der Grafen von Holland. Graf Wilhelm II. von Holland verlieh Haarlem 1245 Stadtrechte. Ein Kontingent der Bürger von Haarlem hatte früher in diesem Jahrhundert, 1217–1219, unter Graf Wilhelm I. mit mehreren Schiffen am Fünften Kreuzzug teilgenommen. Daher findet sich bis heute ein Schwert und ein Kreuz im Stadtwappen, das an die legendenhaft verklärten Leistungen dieser Haarlemer Kreuzfahrer während der Belagerung von Damiette in Ägypten (1218) erinnern soll.[2]

Im Jahr 1429 bekam die Stadt das Zollrecht. Das spätmittelalterliche Haarlem kannte Textilherstellung, Schiffbau und viele Bierbrauereien. Der Reichtum ging zu Ende durch einen etwa dem deutschen Bundschuh-Aufstand ähnelnden Bürgerkrieg namens „Hoeker und Kabeljau-Streit“ (Hoekse en Kabeljauwse Twisten) und den Aufstand der Käser und Bäcker (Kaas- en Broodvolk). Im Jahr 1573 fiel die Festung nach einer monatelangen spanischen Belagerung durch Don Fadrique (Sohn des bekannten Herzogs von Alba). Nach dem Vertrag von Veere zogen sich die Spanier 1577 zurück, nachdem Protestanten und Katholiken gleiche Rechte erhielten. Flämische und französische Immigranten brachten der Stadt eine neue Blütezeit (Leinenweberei, wie auch in Leiden).

1658 gründete der Holländer Petrus Stuyvesant Nieuw Haarlem an der Ostküste von Nordamerika. Später wurde Nieuw-Haarlem als Bezirk Harlem Teil der Stadt New York.

Der große Markt in Haarlem von Gerrit Adrianszoon Berckheyde (1698)
Grote Markt und Grote Kerk
Stadthaus (Stadhuis)
Nieuwe Kerk
Philharmonie Haarlem
Windmühle De Adriaan
Gravestenebrug
Kanal: de Nieuwe Gracht
Strasse: Damstraat

Im 19. Jahrhundert wurden die Stadtbefestigungen geschleift und als Park gestaltet. 1839 fuhr der erste niederländische Zug zwischen Haarlem und Amsterdam.

1927 wurde die Gemeinde Schoten Teil von Haarlem, sowie ein Teil der Gemeinde Heemstede, Bloemendaal und Haarlemmerliede en Spaarnwoude. Die Stadt wurde damit auf einem Tag die fünfgrösste Stadt der Niederlande, neben Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht.

Nach der Erfindung der Buchdruckerei, in deren Frühzeit der Haarlemer Laurens Janszoon Coster eine wichtige Rolle spielte, bekam Haarlem eine bleibende Reputation als Druckerstadt. Die älteste noch immer erscheinende Tageszeitung wird immer noch in Haarlem gedruckt. Im Jahr 1656 erschien zum ersten Mal de Oprechte Haerlemse Courant, die heute unter dem Namen Haarlems Dagblad firmiert. Die Firma Johan Enschedé ist eine bekannte Spezialdruckerei, die auch für das Ausland u. a. Geldscheine und Ausweisdokumente herstellt. Hinzu kommt die Tradition als Stadt der Schriftsteller.

Geografie

Haarlem liegt am nord-westlichen Rand der „Randstad“. Die Gemeinde grenzt im Uhrzeigersinn an die Gemeinden Velsen, Haarlemmerliede en Spaarnwoude, Haarlemmermeer, Heemstede und Bloemendaal. Östlich liegen Amsterdam (19 km) und der Flughafen Schiphol (13 km). Die Häfen von IJmuiden liegen im Norden und die Nordseeküste ist ca. 7 km westlich von Haarlem. Haarlem hat eine wichtige regionale Funktion. Sein primäres Versorgungsgebiet ist der nördliche Teil von Südholland, Bollenstreek, Zuid-Kennermerland, IJmond und ein Teil vom Haarlemmermeer. Die Stadt ist Bischofssitz des Bistums Haarlem-Amsterdam. Die Gemeinde ist aufgeteilt in fünf Stadtteile, neun Viertel und vierzig sogenannten „buurten“, was so viel bedeutet wie Nachbarschaften.

Bekannte Bauwerke und Orte

  • Bakenesserkirche
  • Große oder St.-Bavo-Kirche
  • St.-Bavo-Kathedrale
  • Großer Markt
  • Janskirche, ehemalige Klosterkirche des Johanniterordens, heute Archiv der Provinz Nordholland
  • Vleeshal (Fleischhalle, eine Markthalle aus der Renaissance)
  • Amsterdamse Poort, östliches, letztes erhaltenes Stadttor (Richtung Amsterdam), Teil der mittelalterlichen Befestigung, im 14. Jahrhundert erbaut
  • Philharmonie mit Cavaillé-Coll-Orgel (bis 2002 Concertgebouw Haarlem)
  • Teylers Museum am Spaarne-Ufer (18. Jahrhundert, das älteste Museum der Niederlande) ist aus einer Privatsammlung entstanden und folgt dem Konzept der Wunderkammern
  • Frans Hals Museum
  • Haarlem ist bekannt für seine vielen malerischen Hofjes (von reichen Bürgern zur Versorgung älterer alleinstehender Frauen gestiftete Wohnhöfe) aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Politik

Bürgermeister ist seit 2006 Bernt Schneiders (* 2. April 1959) von der PvdA.

Sitzverteilung im Gemeinderat

Partei Sitze
Democraten 66 (D66) 8
Partij van de Arbeid (PvdA) 7
GroenLinks (GL) 7
Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) 5
Socialistische Partij (SP) 5
Christen Democratisch Appèl (CDA) 3
Ouderenpartij Noord Holland 2
Actiepartij 1
Trots op Nederland (ToN) 1
Zu vergebende Sitze 39

Berühmte Haarlemer

Städtepartnerschaften

Haarlem unterhält Städtepartnerschaften mit Osnabrück (seit 1961) sowie dem westfranzösischen Angers (seit 1964).

Weblinks

 Commons: Haarlem – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. vgl. F.W.J. Koorn: De Haarlemmers en hun rijke verleden In: Ach lieve tijd: 750 jaar Haarlem. Vrieseborch, Haarlem 1984. (ISBN 978-90-6630-035-4) Seite 8, 34

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