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HDR – Organisation für Würde und Rechte des Menschen

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HDR – Organisation für Würde und Rechte des Menschen ist ein vom Verfassungsschutz beobachteter islamistischer Verein.

Geschichte

Der HDR wurde als eingetragener Verein im November 1996 in Duisburg von in Deutschland lebenden türkischen Migranten gegründet. Seinen Sitz hatte der Verein zunächst in Duisburg und seit etwa 2013 in Berlin, wo er unter dem Namen Organization for Human Dignity and Rights e. V. in das Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg (VR 32216) eingetragen ist. Nach eigenen Angaben ist der Verein eine „unabhängige und zivile Menschenrechtsorganisation“ und setzt sich für die Abschaffung aller Hindernisse ein, die die Menschenrechte einschränken und mit den Grundsätzen von Gerechtigkeit nicht vereinbar sind. Er trete außerdem für die Verhinderung von Angriffen gegen diese Werte und für den Schutz der Natur ein. Der Verein hat sich unter anderem an Demonstrationen zum Nahost-Konflikt und zum Kopftuchverbot beteiligt und diese teilweise auch selbst organisiert. 2009 soll er etwa 50 Mitglieder gehabt haben.

HDR steht der Islamismus-Expertin Claudia Dantschke zufolge dem Hardliner-Flügel der islamistischen Millî Görüş nahe. Laut einem Gutachten von Udo Wolter im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist HDR u.a. am Al-Quds-Tag beteiligt und betreibt antijüdische, antizionistische und antiamerikanische Propaganda, antiwestliche Agitation, Relativierung des Nationalsozialismus und eine Dämonisierung Israels. Der Verein schmiede aktiv Querfront-Allianzen zwischen Islamisten und antiimperialistischen Linken und bediene sich in seinen Publikationen auch des klassisch rechtsextremen Antisemitismus.[1] Die Sendung Report Mainz berichtete am 19. Januar 2009, dass der Verein wegen der Verbreitung antijüdischer und antiwestlicher Propaganda unter Beobachtung des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen steht.[2]

Nach einem Zwischenfall bei einer Demonstration gegen den Gaza-Krieg am 17. Januar 2009 in Duisburg, als Demonstranten mit zum Teil antisemitischen Äußerungen gegen eine kleine Gruppe Jugendlicher mit Israelflaggen skandierten, regten der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Bosbach sowie der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Jäger ein Verbot des Vereins an.[3][4][5][6][2][7] Hannelore Kraft, Carina Gödecke, Ralf Jäger und Karsten Rudolph haben im Namen der SPD-Fraktion einen dementsprechenden Antrag in den Landtag Nordrhein-Westfalen eingebracht.[8]

Einzelnachweise

  1. Beispiel Al-Quds-Tag - Islamistische Netzwerke und Ideologien unter Migrantinnen und Migranten in Deutschland und Möglichkeiten zivilgesellschaftlicher Intervention (PDF; 625 kB) Gutachten von Udo Wolter für den Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Berlin im November 2004
  2. 2,0 2,1 http://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten/detailansicht/aktuell/antijuedisch-islamisten-veranstalten-demo-86254/
  3. Andreas Wyputta: Bundesweiter Protest: Demos gegen Krieg in Gaza. In: taz.de. Abgerufen am 7. August 2016.
  4. Ralf Jäger: HDR muss nach antijüdischen Pöbeleien in NRW verboten werden. In: nrwspd.de. 20. Januar 2009, abgerufen am 7. August 2016.
  5. Angelo Martini: Politiker fordern Verbot des HDR. In: derwesten.de. 20. Januar 2009, abgerufen am 7. August 2016.
  6. Nach Demo in Duisburg. In: swr.de. 19. Januar 2009, abgerufen am 7. August 2016.
  7. Rp Online: Duisburg: Jäger will Verein verbieten lassen. In: rp-online.de. 20. Januar 2009, abgerufen am 7. August 2016.
  8. 12. Februar 2009 - Renate Hendricks. In: renate-hendricks.de. 12. Februar 2009, abgerufen am 7. August 2016.

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel HDR – Organisation für Würde und Rechte des Menschen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.