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Gesetz (Theologie)

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Als Gesetz wird in der christlichen und jüdischen Theologie die Gesamtheit der Gebote Gottes bezeichnet, die Bestandteil des Bundes zwischen Gott und seinem Volk Israel bilden.

Christentum

Nach der christlichen Theologie war das "Gesetz" (d.h. die Tora, wobei die Geschichten der Tora, insbesondere in der Genesis, nicht die Form von Geboten haben, auch wenn die Gebote durch die Geschichten in ihrem historischen Zusammenhang dargestellt werden) ein Bestandteil des Bundes zwischen Gott und seinem Volk Israel. So bilden die Zehn Gebote, die in Exodus und Deuteronomium vorkommen, einen wesentlichen Bestandteil des "Gesetzes". Dieser "alte Bund" in obigem Sinne wurde durch den Tod Jesu Christi erfüllt, d.h. ersetzt oder abgelöst, siehe Substitutionstheologie. Im "Neuen Bund" (s. auch: Neues Testament), den Gott nicht nur mit Juden sondern auch mit den Gläubigen anderer Völker eingeht, leben Christen nicht unter dem Gesetz, sondern in evangelischer Freiheit. Dies bedeutet zwar nicht, dass Christen etwa das Gesetz missachten sollen (Paulus schreibt in Galater 3,21 "Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne!"), sondern dass es ein Hinweis sei auf die eigene Verantwortung (wie es später -- Galater 3,24-25 -- heißt: "So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.").

Die Ostkirchen kennen die besondere Lehre, dass das Gesetz, hier wieder im Sinne von Tora gebraucht, am Sinai durch Christus gegeben wurde. Damit bestehe kein grundsätzlicher Gegensatz zwischen "Gesetz" und Evangelium.

Judentum

Captain Samuel Cass, ein Rabbiner, gestaltet den ersten Gebetsdienst auf deutschem Territorium von jüdischem Personal der Kanadischen Armee, Nahe Cleve, 17. März 1945.

Das Judentum sieht seinen Bund mit Gott, hebräisch ברית (berît), als lebendig und ungebrochen an. Menschen, die heute noch zum Judentum übertreten, nehmen für sich diesen Bund mit Gott freiwillig als gültig an.

Juden werden gelehrt, ihre mitzwot, d. h. Gebote, mit Liebe, in Güte und Einkehr zu erfüllen. Schon der Rabbi Hillel, ein herausragender Lehrmeister zur Lebzeit Jesu, eine Generation älter als dieser, wird nicht müde, die Nächstenliebe als Kern der Tora zu lehren, worin z. B. der Apostel Paulus mit ihm übereinstimmt, sie aber als von Gottes Geist gewirkt sieht und nicht aus dem Gesetz (z. B. Gal 5,22; Kol 1,8).


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