Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Genussmittel

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eine Tasse Espresso

Als Genussmittel im engeren Sinne werden Lebensmittel bezeichnet, die nicht in erster Linie wegen ihres Nährwertes und zur Sättigung konsumiert werden, sondern wegen ihrer anregenden Wirkung durch psychotrope Substanzen und ihres Geschmacks. Oft werden darüber hinaus auch psychotrope Substanzen, die mangels Nährwerts keine Lebensmittel sind, wie zum Beispiel Tabakwaren, zu den Genussmitteln gezählt. In der Fachliteratur wird der Begriff außerdem für Zucker und andere Gewürze verwendet. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm werden Genussmittel definiert als Lebensmittel, deren Verzehr dem Genuss dient.

„Der Begriff Genußmittel ist ein spezifisch deutschsprachiger Begriff. Auf englisch entspricht ihm am ehesten die Sammelbezeichnung luxury food; auf französisch würde man von excitants oder stimulants sprechen. Jede der erwähnten Bezeichnungen stellt einen ganz bestimmten Aspekt der Genußmittel und ihres Konsums in den Vordergrund. So verweist der deutsche Begriff primär auf die soziokulturelle Komponente […], der englische auf die sozioökonomische und der französische auf die pharmakologisch-physiologische.“

nach Hengartner[1]

Die Fachautoren Hengartner/Merki bezeichnen Genussmittel als Lebensmittel, die je nach subjektiver Bewertung und soziokulturellem Kontext sowohl als Nahrungsmittel als auch als Sucht- oder Heilmittel aufgefasst werden.[2]

Sozioökonomisch betrachtet gehörten Genussmittel bis in die Neuzeit zu den Luxusgütern und waren Statussymbole. Die französischen Begriffe verweisen auf die pharmakologische Wirkung einiger Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Tee.

„Gerade die stets neu auszuhandelnde Grenzziehung zwischen Genuß- und Suchtmitteln bzw. (kriminalisierten) Drogen illustriert eindrücklich das Auseinanderklaffen zwischen den chemisch-physiologischen Eigenschaften dieser Substanzen einerseits und deren kultureller Bewertung andererseits. Nicht nur der Genußbegriff ist also soziokulturell konstruiert, sondern ebenso derjenige der ‚Sucht‘.“

Merki[2]

Die Definition von Begriffen wie Genuss, Genussmittel und Rauschmittel ist laut Hengartner/Merki sowohl kulturell als auch weltanschaulich-religiös beeinflusst und differiert in verschiedenen historischen Epochen ebenso wie zwischen verschiedenen sozialen Gruppen und Vereinigungen.[2] Beispielsweise gilt Tabak seit den 1950er Jahren in Europa vor allem als Suchtmittel, wurde vorher jedoch jahrhundertelang ausschließlich als Genussmittel und sogar als Heilmittel angesehen.[3]
Reduktion des Alkoholgehalts bei einem Cocktail

Genussmittel können anregen und munter machen, aber auch beruhigen und Unruhe beseitigen. Sie haben oft eine erhebliche soziale Bedeutung, insbesondere wenn sie gemeinsam mit anderen Menschen konsumiert werden. Die anregende Wirkung einiger Genussmittel basiert auf Alkaloiden, welche von den Ausgangspflanzen zur Abwehr von Fressfeinden gebildet werden. Einige Genussmittel können zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Für den Verkauf von Alkohol und Tabak gibt es gesetzliche Bestimmungen. Gemeinsam mit Nahrungsmitteln bilden die Genussmittel die Gruppe der Lebensmittel. Die Unterscheidung zwischen Nahrungs- und Genussmitteln ist wissenschaftlich nicht definiert. Alkohol galt in Europa lange als Medikament. Bier als „flüssiges Brot“ hatte bis in die jüngste Vergangenheit hinein den Status als wichtiges Nahrungsmittel neben dem Brot.

In der Fachliteratur gelten als Genussmittel der Moderne:

Literatur

Weblinks

 Wiktionary: Genussmittel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Thomas Hengartner, Christoph Maria Merki: Genussmittel. Ein kulturgeschichtliches Handbuch. 1999, S. 9
  2. 2,0 2,1 2,2 Thomas Hengartner/Christoph Maria Merki a.a.O. S. 11
  3. Hengartner/Merki a.a.O. S. 13


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Genussmittel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.