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Gary Cohn

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Cohn während des WEFs 2010

Gary David Cohn (* 27. August 1960 in Shaker Heights, Ohio) ist ein amerikanischer Investmentbanker, ehemaliger COO von Goldman Sachs und war von 2017 bis 2018 Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates (National Economic Council) unter Präsident Trump.[1] Am 6. März 2018 trat er infolge von Trumps Entscheidung bezüglich Strafzöllen auf Importe zurück.

Familie und Ausbildung

Cohn wurde in eine osteuropäisch-jüdische Familie hineingeboren und wuchs in Shaker Heights, Ohio, auf.[2] Sein Vater Viktor war zunächst Elektriker und später Immobilienmakler. Cohn absolvierte die Gilmore Akademie in Gates Mills, Ohio. Seinen Bachelorgrad erreichte er an der Kogod School of Business in Washington, D.C.

Gary Cohn lebt in New York City und ist verheiratet mit Lisa Pevaroff-Cohn. Das Paar hat drei Töchter.[3] Cohn ist als Mitglied der Demokratischen Partei registriert, aber auch für hohe Spenden an republikanische Politiker bekannt.

Karriere im Investmentgeschäft

Erste berufliche Station war die Firma U.S. Steel in Cleveland, die er bald wieder verließ, um als freier Händler an der Warenterminbörse New York Mercantile Exchange (NYMEX) zu arbeiten. 1990 erhielt er in diesem Berufsfeld eine Anstellung bei Goldman Sachs. 2006 war er COO bei Goldman Sachs und manövrierte die Firma erfolgreich durch die Finanzkrise. Bei seiner Anhörung 2010 vor dem US-Kongress betonte er, Goldman Sachs habe in der Krise 1,2 Mrd. US-Dollar verloren.[4] Er galt als designierter Nachfolger für Lloyd Blankfein.[5]

Berater des Präsidenten Trump

2017 berief US-Präsident Donald Trump ihn als Nachfolger von Jeffrey Zients zum Vorsitzenden des National Economic Council (etwa: Nationaler Rat für Wirtschaftsfragen).[6] Für dieses Amt musste Cohn sich von allen Verbindungen zu Goldman Sachs trennen und erhielt deshalb seine Aktienanteile an der Firma ausgezahlt; deren Gesamtwert belief sich auf 285 Millionen Dollar.[7][8] Cohn kündigte außerdem an, seine Beteiligung an der Industrial and Commercial Bank of China zu verkaufen.[5]

Unter Cohns Ägide wurden, auch in Zusammenarbeit mit Finanzminister Steven Mnuchin (ebenfalls früher bei Goldman Sachs tätig), mehrere umfassende Steuerkürzungen für Unternehmen ausgearbeitet. Die Körperschaftsteuer wurde von 35 Prozent auf 21 Prozent gesenkt, was eine Steuerersparnis von rund 1 Milliarde US-Dollar für Goldman Sachs und 4 Milliarden für JPMorgan Chase bedeutet. Für US-Firmen, die ihre Gewinne in Steueroasen wie den Cayman Islands und Bermuda angelegt haben, wurde, so sie ihre Vermögen in die Vereinigten Staaten holen, der noch geringere Steuersatz von 15,5 Prozent festgelegt (eine Ersparnis von 50 Milliarden USD etwa für Apple, falls der Konzern die 252 Milliarden USD in die Vereinigten Staaten transferiert, die Ende 2017 offshore lagen). Die von Präsident Trump ursprünglich angekündigte Änderung der Besteuerung der Einkommen von Hedgefonds-Managern, die nicht der Einkommensteuer sondern der niedrigeren Kapitalertragsteuer unterliegen, war in der von Cohn und Mnuchin ausgearbeiteten und vom Kongress beschlossenen Steuerreform nicht mehr enthalten. Im Bereich der Banken- und Finanzwirtschaft setzt er sich für Deregulierung und die Rücknahme weiter Teile des Dodd–Frank Acts ein, der in Reaktion auf die Finanzkrise 2007 im Jahr 2010 unter Präsident Obama beschlossen wurde.[9]

Am 6. März 2018 wurde bekannt, dass Cohn sein Amt innerhalb der nächsten Wochen aufgeben wird. Die New York Times vermutete, dass diese Entscheidung damit zusammenhing, dass sich Trump entgegen Cohns Widerstand für die Einführung hoher Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU entschieden hat.[10]

Positionen

Cohn unterstützt die Trennung des Privatkundengeschäfts vom Investmentbanking gemäß dem Glass-Steagall Act.[11][12] Er setzt sich für Freihandel und gegen Protektionismus ein.[10]

Mitgliedschaften

Weblinks

 Commons: Gary Cohn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/white-house-national-economic-council-director-announces-senior-staff-appointments/
  2. hillel.org: Hillel at Kent State Dedicates New Cohn Jewish Student Center vom 15. September 2009, aufgerufen am 1. Februar 2017
  3. heavy.com: Gary Cohn: 5 Fast Facts You Need to Know vom 30. November 2016, aufgerufen am 1. Februar 2017
  4. http://blogs.wsj.com/deals/2010/06/30/gary-cohn-testimony-goldman-didnt-bet-against-clients/
  5. 5,0 5,1 https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-04-01/gary-cohn-lists-at-least-254-million-in-assets-in-ethics-filing
  6. Axios: Inside Trump - The Broker vom 19. Januar 2017, aufgerufen am 1. Februar 2017
  7. Der Spiegel: Goldman Sachs verabschiedet Gary Cohn - Trumps Top-Berater kassiert 285 Millionen Dollar vom 1. Februar 2017, aufgerufen am 1. Februar 2017
  8. FAZ: Banker wechselt ins Weiße Haus - Gigantisches Geschenk zum Abschied vom 26. Januar 2017, aufgerufen am 1. Februar 2017
  9. Gary Rivlin in The Intercept: Gary Cohn: Mission Accomplished, 7. März 2017
  10. 10,0 10,1 Kate Kelly, Maggie Haberman, Peter Baker: Gary Cohn to Resign as Trump’s Top Economic Adviser. In: The New York Times, 6. März 2018.
  11. https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-04-06/cohn-said-to-back-wall-street-split-of-lending-investment-banks
  12. American banks think they are over-regulated. In: The Economist, 4. Mai 2017. 
  13. zu 'Trump’s comments on Charlottesville' siehe Rechtsextreme Demonstrationen in Charlottesville 2017#Dritte Stellungnahme Trumps


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Gary Cohn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.