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Gardine

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Aufhängen von Gardinen, 1955

Eine Gardine, in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich Vorhang genannt, ist ein netzartiger, weißer Vorhang aus dünnem Stoff, der eine Fensterfläche zur Gänze bedeckt. Zum Einsatz kommen sowohl Kunstfasern als auch klassische Naturfasern wie Baumwolle, Leinen und Seide.

Name

Das Wort gordijne stammt aus dem Niederdeutschen und Niederländischen, verbreitete sich im 15. und 16. Jahrhundert und bezeichnete ursprünglich den Bettvorhang. Die heutigen halbdurchsichtigen Gardinen werden auch als Stores bezeichnet.

Aussehen und Beschaffenheit

Dekorvorhänge an einer Gardinenstange

Das Aussehen der Gardinen, z. B. Länge, Farbe und Materialwahl, ist ein innenarchitektonisches Gestaltungsmittel und dem Wechsel der Mode unterworfen. Gardinen laufen üblicherweise an Halteringen auf einer Gardinenstange (auch Scheibenstange, Vitragenstange oder Pinnstange) oder an einer Gardinenleiste (in Österreich: Karnise, gesprochen Garnische). Diese können aus verschiedenen Materialien, wie z. B. Messing, Holz oder Edelstahl V2A, bestehen und unterschiedliche Verzierungen aufweisen. Gelegentlich wird die Gardinenstange auch durch ein Stahlseil ersetzt. In den 1970er Jahren waren auch fest montierte Führungsschienen aus Kunststoff verbreitet.

Schlaufengardine

Alternativ zur Lagerung der Gardine an der Gardinenstange mit Halteringen werden in jüngerer Zeit auch Schlaufen aus dem Material der Gardine verwendet. Bei diesen Schlaufengardinen liegen die in der Regel einige cm breiten, an der Oberkante der Gardine angenähten Schlaufen unmittelbar auf der Gardinenstange auf. Damit die Schlaufen von Schlaufengardinen leichter auf der Gardinenstange laufen, können die Schlaufen über Gleithülsen gelegt werden, die auf der Gardinenstange gleiten können.

Gardinenleisten oder -schienen bestehen aus Profilschienen mit einem T-förmigen oder C-förmigen Profil und bestehen aus Metall oder Kunststoff. Zum Anhängen der Gardinen sind spezielle Gleiter erforderlich, die mit Rollen oder Gleitsteinen an oder in der Schiene gleiten können. Einfache Gleiter besitzen eine U-Form in die ein dünnes Gardinenband oder Kräuselband, das an der Oberkante der Gardine angenäht ist, eingehängt werden kann. Komplizierter gestaltete Gleiter haben Haken oder verschließbare Klammern, die in die Schlaufe des Gardinenbandes eingehängt sind. Anders als Gardinenstangen können Gardinenschienen unmittelbar unter der Decke angebracht und C-förmige Schienen sogar in die Zimmerdecke eingeputzt werden.

Zum Auf- und Zuziehen der Gardine werden Kordeln oder Schleuderstäbe (Schleuderstangen) verwendet. Diese werden in den ersten Gardinenring oder in einen stärker oder doppelt ausgeführten ersten Gleiter, einem sog. Schleuderstab-Gleiter mit einer Metallklammer eingeclipst.

Neuerdings existieren Aufhängesysteme, die auch ein Aufhängen von Schlaufengardinen direkt unter der Zimmerdecke ermöglichen. Dies erfolgt mit sog. Schlaufengleitern, diese meist aus Kunststoff bestehenden Artikel bestehen aus einem dünnen, geraden Stab, an dessen Enden jeweils ein Gleitstein oder ein Rollenpaar sitzt. Über den Stab kann die an der Oberkante der Gardine angenähte Schlaufe gelegt werden. Der Gleitstein oder das Rollenpaar steckt in der Gardinenschiene. Die Schlaufe hängt unmittelbar unter der Gardinenschiene.

Nach diesem Prinzip arbeitet auch ein weiteres neuartiges Aufhängesystem, bei dem die Gardine mit Hilfe von Klettverbund an einem Panelschlitten befestigt werden kann. Der Panelschlitten ist etwas größer als ein Schlaufengleiter und auch mit Rollen oder Gleitsteinen in eine Gardinenschiene eingehängt. Das Panelschlittensystem und das Schlaufengleitersystem ermöglicht eine einfache Handhabung beim Auf- und Abnehmen sowie eine schnelle Umgestaltung.

Material

Gehäkelte Gardinen

Gardinen werden zu mehr als 80 % aus gewirkten Stoffen hergestellt. Bekannt sind außerdem gewebte, geklöppelte, geknotete, bestickte oder beflockte Gardinenstoffe.

Immer wichtiger werden schwer entflammbare Stoffe, da normal brennbare Gardinen ein sehr hohes Brandpotenzial darstellen. Eine wichtige Baunorm ist hier die Baustoffklasse DIN 4102 („Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen“). Hier unterscheidet man zwischen ausgerüsteten Stoffen, denen man die Eigenschaft der Schwerentflammbarkeit erst nachträglich gegeben hat, und den Stoffen aus schwer entflammbaren Fasern (wie z. B. Trevira CS)

Arten

Man unterscheidet folgende Gardinenarten: Scheibengardinen, Schlaufengardinen, Raffgardinen, Kurzgardinen, Flächengardinen, Schiebegardinen, Fadengardinen, Fertiggardinen, Übergardinen, Gardinenschals und Gardinenstores.[1][2]

Schutzfunktionen

Gardinen können die Fenster teilweise oder ganz bedecken, wodurch sie unerwünschte Einblicke von außen erschweren. Auf der Innenseite sollen vorgezogene Gardinen und Vorhänge außerdem das Eindringen von Licht und auch Staub und Lärm verhindern. Sehr dicht gewobene Gardinen können auch Schutz vor Zugluft bieten. Eine weitere wichtige Funktion besteht im Schutz vor UV-Strahlung.

Sprichwörtliche Redensarten

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Gardinen und Vorhänge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gardine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Gardine aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.