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Ganzton

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Diatonische Intervalle
Prime
Sekunde
Terz
Quarte
Quinte
Sexte
Septime
Oktave
None
Dezime
Undezime
Duodezime
Tredezime
Halbton/Ganzton
Besondere Intervalle
Mikrointervall
Komma
Diësis
Limma
Apotome
Ditonus
Tritonus
Wolfsquinte
Maßeinheiten
Cent
Millioktave
Oktave
Savart

Der Ganzton ist im allgemein-praktischen musikalischen Sprachgebrauch ein Synonym für das Intervall der großen Sekunde.

Diatonische Tonleitern benutzen als Schritte nur Ganztöne und Halbtöne. Hieraus ergaben sich die Synonyme Ganzton = große Sekunde und Halbton = kleine Sekunde.

Intervall Proportion Näherung in Cent
Halbton (gleichschwebend) 100 Cent
Ganzton (gleichschwebend) 200 Cent
Halbton (In C-Dur:E-F und H-C) 16 : 15 111 Cent
großer Ganzton (In C-Dur: C-D, F-G und A-H) 9 : 8 204 Cent
kleiner Ganzton (In C-Dur: D-E und G-A) 10 : 9 182 Cent

Historische Entwicklung

Der Begriff „Ganzton“ geht zurück auf den Ton des Aristoxenos; er benutzte ihn als Maßintervall, bildete den Halbton, Drittelton, Viertelton und allgemein den n-tel-Ton und stellte die Konsonanzen als Vielfache des Tons dar: Quarte = 2½ Ton, Quinte = 3½ Ton, Oktave = 6 Ton. Dieselben Größengleichungen gelten auch im heute in der westlichen Musik vorherrschenden gleichmäßig zwölfstufig temperierten Tonsystem.

In der pythagoreischen Tradition ergibt sich als Differenz der reinen Quinte mit der Frequenzproportion 3:2 und der reinen Quarte mit Proportion 4:3 der Ganzton mit der Proportion 9:8. Schon Euklid übernahm die aristoxenische Terminologie, wodurch der Begriff "Ganzton" mehrdeutig wurde. In der Renaissance kam durch die Einführung der reinen Terz 5:4 die Differenzierung zwischen dem großen Ganzton 9:8 und kleinen Ganzton 10:9 hinzu (reine große Terz = großer Ganzton + kleiner Ganzton). Diese Differenzierung gilt nur für die reine Stimmung, denn in verschiedenen temperierten Stimmungen hat der Ganzton nochmals andere Proportionen; meistens wird aber das syntonische Komma, die Differenz zwischen großem und kleinem Ganzton, eliminiert, so dass der Ganzton im Zusammenhang aller üblichen temperierten Systeme ein eindeutiges Intervall ist, das der Definition Ganzton = Quinte - Quarte genügt.

In der antiken Tonsystemtheorie tauchen außer den diatonischen Tetrachorden von Philolaos/Euklid und Aristoxenos auch noch allerlei andere diatonische Tetrachorde auf, bei denen manche moderne Musiktheoretiker auch von Ganztönen sprechen, darunter Tetrachorde von Didymos, der bereits die Intervalle mit Proportion 9:8 und 10:9 kombinierte, also den großen und kleinen Ganzton.

Seit dem 19. Jahrhundert und im musikalischen Impressionismus wird die Ganztonleiter als eine der möglichen distanziellen (gleichstufigen bzw. periodisch-alternierenden) Oktavteilungen zunehmend häufig verwendet.

Die westliche mehrstimmige Musik bis ins 20. Jahrhundert benutzt als kleinstes Intervall den Halbton mit seinen Varianten. Kleinere Intervalle kennt die antike Musiktheorie, bei Aristoxenos etwa Drittel-, Viertel-, Sechstel-, Achtel- und Zwölfteltöne. Sie wurden von Komponisten wie Alois Haba im 20. Jahrhundert wieder aufgegriffen.

In Orient sind Intervalle in der Größenordnung von Vierteltönen in der Musikpraxis gebräuchlich.

Hörbeispiele


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Ganzton aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.