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Günter Hagedorn

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Günter Hagedorn (* 1932 in Essen) ist ein deutscher Sportwissenschaftler, Autor, Künstler sowie ehemaliger Basketballtrainer.

Leben

Hagedorn studierte zunächst Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Germanistik, Pädagogik, Philosophie, Psychologie und Soziologie studierte er an den Universitäten in Köln und Heidelberg.[1]

Der Diplom-Sportlehrer und promovierte Germanist war zunächst als Studienrat im Höheren Schuldienst für Sport und Deutsch tätig. 1968 wechselte er als Studienprofessor an die Deutsche Sporthochschule (DSHS) Köln. Der Basketballtrainer wurde 1974 als Sportwissenschaftler an die Universität Bremen und in der Folge, im Jahr 1985, an die Gesamthochschule Paderborn berufen. An der Universität-GH Paderborn war er weiter als Professor, bis zu seiner Emeritierung 1998, mit den Lehr- und Forschungsschwerpunkten Lernen und Bewegung, Spiele, Talent im Sport, Trainingswissenschaft und Wettkampflehre tätig. Günter Hagedorn war zuletzt auch Dekan des Fachbereichs 2 der Universität-GH Paderborn.[1]

Basketballtrainer

Als Trainer und Coach kam Günter Hadedorn zugute, dass er als Sportwissenschaftler hauptamtlich an der DSHS in Köln mit dem Leistungssport und den Entwicklungen des internationalen Basketballsports verbunden war. Die dort gewonnenen Erkenntnisse konnten er so in seine Arbeit einfließen lassen. Ende der 1960er Jahre war es Hagedorn, der als erster Coach im Bereich des Deutschen Basketball Bundes (DBB) die 'raumorientierte Manndeckung' spielen ließ – aggressiv, Druck auf den ballführenden Angriffsspieler ausübend, das Anspiel der vier weiteren Angreifer durch eine geeignete Raumabdeckung blockierend, dabei stets die Passwege kontrollierend, und, wenn es sein musste, über das gesamte Spielfeld verteidigend.

TuS 04 Leverkusen

Hagedorn kam zur Spielzeit 1969/70, zusammen mit dem Spieler Helmut 'Flatti' Posern, vom Bundesligisten ATV Düsseldorf zum TuS 04 Leverkusen. Der TuS 04-Teammanager Engelbert Zimmer hatte zusammen mit Mannschaftskapitän Largo Wandel die „Werksmannschaft“ der Bayer AG von der Bezirksliga bis in die Bundesliga geführt. Nachdem sich in der ersten Bundesligaspielzeit 1968/69 die Basketballer des TuS 04, gut präsentiert hatten, blieb der Erfolg am Saisonende aus. 1969 spielten erneut der MTV Gießen und der VfL Osnabrück, die beiden Endspiele des Deutschen Basketball Bundes um Meisterschaft und Pokal. In der zweiten Bundesligaspielzeit des TuS 04, Bundesligasaison 1969/70, gelang dem neuen Coach und Trainer mit dem 'Bayer-Werksteam' das erste „Double“ des bundesdeutschen Basketballs. Im Folgejahr, nach Ende der Bundesligasaison 1970/71, konnten erneut der Meistertitel und der DBB-Pokal gewonnen werden. Auch 1972 konnte im Finale die Meisterschaft erfolgreich verteidigt werden. Die Bilanz von Hagedorn war nach vier Spielzeiten: drei Meistertitel, zwei Pokalsiege und die dreimalige Teilnahme an den FIBA-Europapokalwettbewerben der Landesmeister, deren konzeptioneller Mitbegründer der DBB-Bundestrainer Miloslav Kriz im Jahr 1957 war.[2][3][4] Der Sportwissenschaftler, von seinen älteren Spielern 'Doc' genannt, arbeitete in Leverkusen mit Nationalspieler und späteren Olympiateilnehmern (München 1972) wie Dietrich 'Didi' Keller (vorher USC Mainz und nachher USC Heidelberg), Dieter Kuprella (vorher ASC Gelsenkirchen), Jochen Pollex (vorher und nachher SSV Hagen) und Norbert Thimm (Eintracht Dortmund, SSV Hagen und Real Madrid), die zu Beginn seiner Tätigkeit ebenfalls neu zum TuS 04 gekommen waren, zusammen. In Folgespielzeiten gehörten auch leistungsstarke Spieler aus der eigenen Jugend des TuS 04, wie die beiden Nationalspieler und Leverkusener Basketballlegenden der 1970er Jahre, Rainer Frontzek und Rudi Kleen, oder die leistungsstarken Spieler aus dem Ausland, Dan Puscasiu oder John Ecker, zum von Hagedorn trainierten „Leverkusener Meisterteam“.[1][5]

Nationalmannschaft DBB

Günter Hagedorn arbeitete neben seiner Tätigkeit als Bundesliga-Headcoach auch als Honorartrainer des Deutscher Basketball Bundes (DBB), in der Funktion eines Assistenztrainers, mit den für den Herrenbereich verantwortlichen Bundestrainern Yakovos Bilek (bis 1968),[6], Miloslav Kriz (1968 bis 1971)[7] und Theodor „Torry“ Schober (1971 und 1972)[8] zusammen. Zu seinen Hauptaufgaben gehörte in dieser Zeit auch das Stützpunkttraining der Spieler des vom Trainerrat des DBB, unter Leitung des Sportwartes Anton Kartak, zusammengestellten fünfzigköpfigen „Olympiakaders 1972“ in den Leistungszentren Köln und Heidelberg.[9][10] Mit Miloslav Kriz bereitete er die Nationalmannschaften auf die Europameisterschaften 1969[11][12] und 1971 in Deutschland[13][14] vor. 1969 konnte sich das 'A-Team' des DBB in Saloniki nicht für die FIBA-Europameisterschaft qualifizieren. 1971 entfiel die Qualifikation, da der DBB turnierausrichtender Gastgeber der Europameisterschaft 1971 war. Hagedorn war bei beiden FIBA-Turnieren Assistent des jeweils gesamtverantwortlichen Bundestrainers 'an der Linie'.[1]

Basketball-Sachbuchautor

Hagedorn veröffentlichte auch Publikationen zum Thema Basketball. Das Standardwerk des deutschen Basketballsports, “Das Basketball-Handbuch“ schrieb er zusammen mit den Sportwissenschaftlern Dieter Niedlich, ein ehemaliger Basketball-Nationalspieler, und Gerhard Schmidt.[1]

Aus- und Fortbildung von Trainern

Besonders nach seiner Zeit beim TuS 04 Leverkusen, Ende der 1970er Jahre war er noch einmal in der Basketball-Bundesliga als Trainer und Coach für den BC Giants Osnabrück tätig, und engagierte er sich im Aus- und Fortbildungswesen des DBB. 1980 war er einer der maßgeblichen Gründer des 'vdbt’ (Verband Deutscher Basketball Trainer), dessen Vorsitzender er bis 1995 war.[1]

Objektkünstler auf Korfu

Nach seiner Emeritierung lebt Hagedorn als Künstler auf Korfu. Er gestaltet in seinem Atelier auch „Ungeheuer und Götter“, wie er sie beim Lesen der Heldensagen über Troja und Odysseus in der Fantasie erlebt hat. Hagedorn konzentriert sich auf zwei künstlerische Formen, Gebrauchsobjekte der Skulpturen zur räumlichen Gestaltung und Lichtkunst zur Raumbeleuchtung. Dabei arbeitet er bevorzugt mit Material, vor allem mit Edelstahl. 1991 hat Hagedorn angefangen ein Haus am Rande der Bucht von Agios Georgios, zu bauen. Er ist in zweiter Ehe verheiratet mit der Schriftstellerin und Fotografin Ronnith Neumann. Hagedorn stellt auf Korfu und in Deutschland unter dem Logo „KIR ART“ aus. Eine seiner Skulpturen ist auf Dauer im „Hans-Joachim-Höfig-Haus“ in Hagen (Westfalen), in der Hauptverwaltung des Deutschen Basketball Bundes, ausgestellt.[1][15][16]

Literatur

  • Günter Hagedorn, Dieter Niedlich, Gerhard J. Schmidt: Das Basketball-Handbuch – offizielles Lehrbuch des Deutschen Basketball Bundes. Rowohlt Verlag, 1996, ISBN 3-499-19427-9.
  • Günter Hagedorn: Basketball – Handbuch. Theorie – Methode – Praxis. Rowohlt, 1994, ISBN 3-499-17624-6.
  • Günter Hagedorn, Horst Lichte: Basketball-Technik. Rowohlt, 1991, ISBN 3-499-18685-3.
  • Günter Hagedorn: Mini-Basketball. Verlag Bartels & Wernitz, 1979, ISBN 3-87039-023-9.
  • Günter Hagedorn: Sportspiele: Training und Wettkampf. Eine Trainings- und Wettkampflehre der großen Mannschaftsspiele. Rowohlt, 2000, ISBN 3-499-18634-9.
  • Günter Hagedorn, Gerhard Schmid, Walter Volpert: Training im Mannschaftsspiel – Modelle und Forschungsergebnisse. Verlag Bartels & Wernitz, 1981, ISBN 3-87039-043-3.
  • Günter Hagedorn: Wissenschaftliche Modelle zur Deutung der sportlichen Praxis. Verlag Hofmann, 1990, ISBN 3-7780-8031-8.
  • Günter Hagedorn: Trainerbibliothek – BD. 10, Basketball-Handbuch. 4. Auflage. Bartels & Wernitz, 1980, ISBN 3-87039-998-8.
  • Günter Hagedorn, Rolf Andresen: Zur Sportspiel-Forschung. Verlag Bartels & Wernitz, 1976, ISBN 3-87039-989-9.
  • Günter Hagedorn, Gerhard Schmidt, Walter Volpert: Der Schnellangriff im Basketball. 1972, Verlag Limpert.
  • Günter Hagedorn, Gero Bisanz, Helmut Duell: Das Mannschaftsspiel. 1972, Verlag Limpert.

u.a.

Quellen

  • Basketball“ – „amtliches Organ des Deutschen Basketball-Bundes“ (Jahrgänge 1966 bis 1975) – ISSN 0178-9279

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 [ (Link nicht mehr abrufbar) Was macht eigentlich Günter Hagedorn? Vom Basketball-Lehrmeister zum Künstler im mediterranen Klima]. Website Deutscher Basketball Bund, DBB-Journal, Ausgabe 12, Dezember 2009. Autor Marc Grospitz. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  2. Champions Cup 1970–71 Website Linguasport, Sport History and Statistik, Eurocups. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  3. Champions Cup 1971–72 Website Linguasport, Sport History and Statistik, Eurocups. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  4. Champions Cup 1972–73 Website Linguasport, Sport History and Statistik, Eurocups. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  5. Michael Zeihen: Basketball – Die Jubiläumsfeier der alten Meister. In: Kölner Stadtanzeiger, 30. April 2010, abgerufen 6. Dez. 2010.
  6. Basketball / Bundestrainer – Spiel für Panther. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1968 (online).
  7. Basketball / Gastspieler - Zehn Prozent. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1969 (online).
  8. Zwischenstation nach München. In: Die Zeit, Nr. 39/1971.
  9. Schreiben von Anton Kartak, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes und Vorsitzender des Bundestrainerates, am 10. Oktober 1968, an die fünfzig nominierten Basketballspieler des 'Olympiakaders 1972'.
  10. West Germany Basketball at the 1972 München Summer Games Website Sports Reference LLC, Olympics Statistics and History, Biography and Olympic Results. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  11. [ (Link nicht mehr abrufbar) Basketball Europameisterschaft 1969] Qualifikationsturnier in Thessaloniki. Website Linguasport – Sport History and Statistics. Abgerufen 6. Dez. 2010. - (Bitte Navigationsfunktion “Qualification Tournaments“ beachten!)
  12. Jürgen von Lossow: Pleite im Basketball – Nur Kinder können noch helfen. In: Die Zeit, Nr. 24/1969.
  13. European Championship for Men 1971 Team Federal Republic of Germany. Website FIBA Europa. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  14. Basketball Europameisterschaft 1971. Website Linguasport – Sport History and Statistics. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  15. Informationen über Kir Art, Kunstformen und Künstler. Website KIR ART. Abgerufen 6. Dez. 2010.
  16. [ (Link nicht mehr abrufbar) Versuch eines Eigen-Profils von Günter Hagedorn] Website New-Art-Essentials – Barbara von Johnson, München. Abgerufen 6. Dez. 2010.


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