Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Fruchtblase

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fruchtblase als Teil der Nachgeburt eines plazentalen Säugetieres

Die Fruchtblase, auch Fruchtwassersack oder Fruchtsack (engl.: amniotic sac), ist ein flüssigkeitgefüllter Membransack, in dem sich der Embryo bzw. Fötus amniotischer Landwirbeltiere entwickelt. Sie befindet sich entweder in einem mit einer relativ festen Schale umschlossenen Ei (Reptilien, Vögel, Monotremen) oder im Uterus des Muttertieres („echte“ Säuger).

Was genau als „Fruchtblase“ bezeichnet wird, darauf legt sich die Literatur nicht einheitlich fest. Teils wird als Fruchtwassersack nur das mit Fruchtwasser gefüllte Amnion (Amnionhöhle), die inner(st)e, den Embryo bzw. Fötus unmittelbar umgebende Eihaut, bezeichnet,[1] teils ist die Fruchtblase aber auch definiert als die Gesamtheit der Eihäute, das heißt, sie schließt mindestens auch das Chorion (Serosa), eine äußere Eihaut, mit ein.[2]

Diese Unschärfe mag darin begründet sein, dass während der Entwicklung des Embryos das extraembryonale Coelom, der flüssigkeitsgefüllte Raum zwischen Amnion und Chorion, infolge des Wachstums des Embryos und der Amnionhöhle schrumpft. Schließlich verschmilzt das Amnion großflächig mit dem Chorion, dem bei plazentalen Säugern noch eine Lage aus Uterusschleimhaut (Decidua capsularis) aufliegt, sodass strukturell die Amnionhöhle spätestens kurz vor der Geburt bzw. dem Schlupf den einzigen großen Hohlraum innerhalb der Eihäute und außerhalb des Fötus’ bildet.[3]

Bei plazentalen Säugetieren platzt die Fruchtblase (Blasensprung) zu Beginn des Geburts­vorganges durch die Wirkung der Wehen. Die künstliche Eröffnung der Fruchtblase wird Amniotomie genannt. Die Fruchtblase verbleibt zunächst oft noch in der Gebärmutter und wird erst nach dem eigentlichen Geburtsvorgang zusammen mit der Plazenta abgestoßen (Nachgeburt).

Einzelnachweise

  1. Winfried Ahne, Horst Erich König, Hans-Georg Liebich, Manfred Stohrer, Eckard Wolf: Zoologie – Lehrbuch für Studierende der Veterinärmedizin und Agrarwissenschaften. Schattauer, Stuttgart 2000, ISBN 3-7945-1764-4, S. 261
  2. Fruchtblase im Spektrum.de Lexikon der Biologie
  3. Walter Schmidt: Der Lebensraum des Embryo (Wirbeltiere und Mensch). Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins in Innsbruck. Bd. 70, 1983, S. 281–289 (PDF 830 kB)
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Fruchtblase aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.