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Frouwe

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Frouwe, abgeleitet von frô (= ‚Herr‘, vgl. Fronleichnam ‚Leib des Herrn‘; Frondienst ‚Dienst für den Herrn‘), ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für eine adlige verheiratete Frau und entsprach dem Begriff ‚Herrin‘, ‚Dame‘. Ein adeliges unverheiratetes Mädchen war eine juncfrouwe (vgl. Jungfrau); ein unverheiratetes Mädchen eine maget (vgl. Magd). Die neutrale Bezeichnung für Angehörige des weiblichen Geschlechts war wîp. Die abwertende Bedeutung von Weib und die Bedeutung ‚Dienerin‘ von Magd entwickelten sich erst, nachdem Frau die Funktion der neutralen Bedeutungsangabe übernommen hatte. In Ableitungen wie weiblich ist heute noch die neutrale Bedeutung von Weib erhalten.

Von dem Genitiv frouwen der in die Anrufung der Muttergottes als Unsere Liebe Frau Eingang gefunden hat, abgeleitet sind noch zahlreiche ältere Orts- und Pflanzennamen (zum Beispiel Frauenchiemsee oder Frauenschuh). Siehe auch Frauenlob (Vrowenlop).

Außerdem leiten sich von diesem Begriff Lehnwörter in diversen Sprachen ab, so zum Beispiel das finnische rouva oder das estnische proua.

Literatur

  • Otfrid-Reinald Ehrismann (unter Mitarbeit von Albrecht Classen u. a.): Ehre und Mut, Âventiure und Minne. Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter, München 1995, Seite 228–238 (Kapitel „vrouwe und wîp. Die höfische Dame“) ISBN 3-406-39882-0.
  • Walther Albrecht Kotzenberg: man, frouwe, juncfrouwe. Drei Kapitel aus der mittelhochdeutschen Wortgeschichte, (= Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie; Band 33; Germanische Abteilung; Band 20), Berlin 1907.
  • Erika Ludwig: Wip und frouwe. Geschichte der Worte und Begriffe in der Lyrik des 12. und 13. Jahrhunderts, (= Tübinger germanistische Arbeiten; Band 24), (zugl. Tübingen, Phil. Diss. vom 1. Juni 1937), Stuttgart/Berlin 1937.
  • Judith J. Wittmann: A semantic study of five words for „girl“ and „woman“ from Wulfila through Luther, (Diss. University of Colorado), Boulder 1982.


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