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Froh zu sein bedarf es wenig

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Froh zu sein bedarf es wenig ist ein Kanon aus dem 19. Jahrhundert.[1][2] Die Komposition stammt von August Mühling (1786–1847), der das Lied als Teil seiner Gesänge Op. 5 publiziert haben soll;[3][4][5] dort ist es allerdings zumindest in der Erstauflage von 1812 nicht nachweisbar.[6]

Die Textvorlage ist seit Ende des 18. Jahrhunderts mehrfach in der Literatur bezeugt. Der früheste derzeit bekannte Nachweis findet sich 1770 in Christian Felix Weißes Libretto zu Johann Adam Hillers Oper Die Jagd.[7][8][9] Da Mühling in Leipzig als Thomaner unter Hiller gesungen hatte,[4] ist es naheliegend anzunehmen, dass er den Text aus eben diesem Zusammenhang kannte. 1778 wird der Vers in Wilhelm Christhelf Sigmund Mylius’ Posse Hanswurst oder Doctor nolens volens in einer Weise zitiert, die es nahelegt, dass der Satz damals schon als „geflügeltes Wort“ verbreitet gewesen sein könnte.[10] Ab 1792 ist der Text auch als Poesiealbumspruch belegt.[11]

Dominante und Tonika wechseln sich in jedem Takt regelmäßig ab, was neben der Stimmführung eine der Voraussetzungen dafür ist, dass dieses Lied als vierstimmiger Kanon gesungen werden kann.

Text und Melodie

Froh zu sein bedarf es wenig,
und wer froh ist, ist ein König!

Trivia

Der Kanon wird oft an Geburtstagen gesungen.[12]

Wegen seiner einfachen Melodie ist Froh zu sein bedarf es wenig bis heute als Kanon in Kindergärten und in der Grundschule beliebt.[12]

Fußnoten

  1. Froh zu sein bedarf es wenig. In: volksliederarchiv.de. Abgerufen am 15. September 2020.
  2. Froh zu sein bedarf es wenig. In: lieder-archiv.de. Abgerufen am 14. September 2020.
  3. Vorlage:Riemann Musiklexikon
  4. 4,0 4,1 Axel Beer: Mühling, August. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 12 (Mercadante – Paix). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2004, ISBN 3-7618-1122-5
  5. Der Liederquell. Noetzel, Wilhelmshaven, ISBN 978-3-7959-0850-8, S. 769-770.
  6. August Mühling: Sammlung zwey- und dreystimmiger Gesänge: für weibliche Stimmen mit willkührlicher Begleitung des Clavier’s oder Pianofort’s: insbesondere für die höhere Töchterschule zu Nordhausen gesetzt und bestimmt. Nitzsche, Nordhausen 1812 (Digitalisat).
  7. Johann Adam Hiller: Die Jagd. Eine komische Oper. Klavierauszug. Breitkopf, Leipzig 1771, S. 88 f. (Digitalisat).
  8. Christian Felix Weiße: Komische Opern. Dritter Theil: Die Jagd. Der Aerntekranz. Dyk, Leipzig 1777, S. 121 (Digitalisat in der Google Buchsuche).
  9. Britta Domke: Anton Mathias Sprickmann als Dramatiker. Aisthesis, Bielefeld 1999, ISBN 3-89528-279-0, S. 127 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  10. Wilhelm Christhelf Sigmund Mylius: Hanswurst Doktor nolens, volens oder Was thut nicht Weiberrache! Posse. 2. Auflage. Flittner, Naumburg 1778, S. 37 (Digitalisat in der Google Buchsuche).
  11. Gertrud Angermann: Stammbücher und Poesiealben als Spiegel ihrer Zeit. Aschendorff, Münster 1971, S. 122 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche). Zitiert nach: Otto Holzapfel: Liedverzeichnis: Die ältere deutschsprachige populäre Liedüberlieferung (Online-Fassung auf der Homepage Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern; im PDF-Format; laufende Updates) mit weiteren Hinweisen.
  12. 12,0 12,1 Froh zu sein bedarf es wenig. In: deutschland-lese. Abgerufen am 14. September 2020.


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