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Fritz Moritz Heichelheim

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Fritz Moritz Heichelheim (geb. 6. Mai 1901 in Gießen; gest. 22. April 1968 in Toronto, Kanada) war ein kanadischer Althistoriker deutscher Herkunft. Er befasste sich schwerpunktmäßig mit der Wirtschaftsgeschichte der Antike.

Leben

Fritz Moritz Heichelheim, der Sohn des Bankiers Albert Heichelheim und seiner Frau Berta (geb. Simonsfeld), studierte Alte Geschichte an den Universitäten zu Gießen, Berlin und Ludwig-Maximilians-Universität München. In Gießen schloss er sich besonders an den Althistoriker Richard Laqueur an, bei dem er 1929 mit der Dissertation Die auswärtige Bevölkerung im Ptolemäerreich promoviert wurde. Joseph Vogt bezeichnete Heichelheim später als Fortsetzer von Laqueurs Werk.[1] Nach dem Studium arbeitete er als Gymnasiallehrer und betrieb seine Habilitation in Gießen, die er 1929 mit der Schrift Wirtschaftliche Schwanklungen der Zeit von Alexander bis Augustus erreichte.

Nach der Habilitation wurde Heichelheim als Privatdozent für Alte Geschichte an der Gießener Universität angestellt. Seine akademische Karriere in Deutschland fand mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein Ende: Heichelheim wurde als Jude seiner Stellung enthoben und entschied sich für die Emigration nach England. Er lebte lange Jahre ohne feste Anstellung als Privatgelehrter in Cambridge. Die britische Staatsbürgerschaft erhielt er 1940. Zwei Jahre später wurde er als Assistant Lecturer an der University of Nottingham angestellt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bemühte er sich um Kontakte zu den deutschen Universitäten. 1948 ging er für kurze Zeit als Honorarprofessor für Wirtschaftsgeschichte an die Universität Gießen. Aber noch im selben Jahr ging er nach Kanada an die University of Toronto, wo er zunächst als Lecturer, später (ab 1962) als Professor of Ancient History wirkte. Eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin führte ihn 1963 für kurze Zeit nach Deutschland zurück. Die Royal Society of Canada ernannte ihn 1966 zum Mitglied. Am 22. April 1968 starb Heichelheim im Toronto.

In seiner vergleichsweise kurzen Laufbahn, die noch dazu durch das Exil verzögert wurde, entfaltete Heichelheim eine beachtliche Publikationstätigkeit. Sein Schriftenverzeichnis enthält über 600 Titel. Diese Produktivität lässt sich durch seine Arbeitsweise erklären, denn seit seiner Studienzeit hatte er seinen Schlaf auf vier Stunden pro Nacht reduziert.[2]

Schriften (Auswahl)

  • Wirtschaftliche Schwankungen der Zeit von Alexander bis Augustus. Jena 1930 (Neudruck: Arno Press, New York 1979).
  • Wirtschaftsgeschichte des Altertums vom Paläolithikum bis zur Völkerwanderung der Germanen, Slaven und Araber. 2 Bände. Sijthoff, Leiden 1938 (Neudruck in 3 Bänden: Leiden 1969).

Literatur

  • Mortimer Chambers: Heichelheim, Fritz Moritz. In: Ward W. Briggs (Hrsg.): Biographical Dictionary of North American Classicists. Greenwood Press, Westport, CT/London 1994, S. 272–274, ISBN 978-0-313245-60-2.
  • Hans Georg Gundel: Fritz M. Heichelheim †. In: Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte Klassische Altertumswissenschaft 41, 1969, S. 221–224.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Joseph Vogt: Richard Laqueur. In: Historische Zeitschrift 197, 1963, S. 789f., hier S. 790.
  2. Chambers in Briggs (1994) 272.


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