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Friedrich Fromm

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Friedrich Fromm (1940)

Friedrich Fromm (* 8. Oktober 1888 in Charlottenburg, heute Berlin; † 12. März 1945 in Brandenburg an der Havel) war ein deutscher Heeresoffizier, im Zweiten Weltkrieg zuletzt Generaloberst. Seit 1939 bis zum Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 war er Befehlshaber des Ersatzheeres. Er wurde vom Volksgerichtshof wegen „Feigheit vor dem Feind“ zum Tode verurteilt, da ihm eine direkte Beteiligung am Attentat nicht nachgewiesen werden konnte, und am 12. März 1945 im Zuchthaus Brandenburg-Görden durch Erschießung hingerichtet.

Leben

Kaiserreich und Erster Weltkrieg

Nach dem Besuch von Gymnasien in Mainz, Straßburg und Berlin studierte Fromm zunächst an der Universität Berlin, ehe er am 30. Dezember 1906 als Fahnenjunker in das 2. Thüringische Feldartillerie-Regiment Nr. 55 in Naumburg an der Saale eintrat. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war er Oberleutnant und Adjutant der I. Abteilung. 1915 erfolgte seine Versetzung als Adjutant zur 38. Feldartillerie-Brigade und ab 1917 war der am 18. April 1916 zum Hauptmann beförderte Fromm im Stab der 30. Division. Fromm erhielt das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse, das Hanseatenkreuz (Hamburg) und das Österreichischen Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration sowie das Verwundetenabzeichen in Schwarz.[1]

Weimarer Republik

Friedrich Fromm (links) mit Nevile Henderson (Mitte) und Hans von Tschammer und Osten (1938)

Nach Kriegsende war er zunächst an den Grenzschutzkämpfen gegen Polen beteiligt und wurde in die Reichswehr übernommen. Dort setzte man ihn zunächst als Batteriechef im 3. (Preußischen) Artillerie-Regiment in Frankfurt (Oder) ein. Am 1. April 1922 erfolgte seine Versetzung in den Stab der 3. Division. Einen Monat nach seiner Beförderung zum Major am 1. März 1927 kam Fromm in das 14. Reiter-Regiment und wurde bis 31. Mai 1932 zum Reichswehrministerium kommandiert. Als Oberstleutnant (seit 1. April 1931) erfolgte am 1. Juni 1932 seine Ernennung zum Kommandeur der IV. Abteilung des 5. Artillerie-Regiments. Unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst wurde Fromm am 1. Februar 1933 Chef des Wehramtes im Reichswehrministerium.

Zeit des Nationalsozialismus

Vorkriegszeit

Ab 20. Februar 1934 fungierte Fromm als Chef des Allgemeinen Heeresamtes des Reichswehr- bzw. des Reichskriegsministeriums und später im Oberkommando des Heeres. In dieser Funktion wurde er am 1. November 1935 zunächst zum Generalmajor sowie am 1. Januar 1938 zum Generalleutnant befördert.

Zweiter Weltkrieg

Vor Kriegsausbruch erfolgte am 20. April 1939 seine Beförderung zum General der Artillerie und am 31. August 1939 die Ernennung zum Befehlshaber des Ersatzheeres und Chef der Heeresrüstung, zunächst unter Belassung in seiner Stellung als Chef des Allgemeinen Heeresamtes. Auf letzterem Posten wurde er im Februar 1940 durch Friedrich Olbricht abgelöst. Am 13. Juli 1940 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und am 19. Juli erfolgte die Beförderung zum Generaloberst.

Fromm und der 20. Juli 1944

Wie weit Fromm in die Attentatspläne des 20. Juli 1944 eingeweiht war, ist ungeklärt. Von den Verschwörungsplänen, die in seinem unmittelbaren Umfeld − der spätere Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg war Stabschef bei Fromm und das von General Friedrich Olbricht geleitete Allgemeine Heeresamt eine Fromm direkt unterstehende Behörde − geschmiedet wurden, muss er wohl gewusst und diese zumindest stillschweigend geduldet haben. Zu einer aktiven Beteiligung an der Operation Walküre war er aber nicht bereit. Er war „ein genusssüchtiger Opportunist, der nur richtig zu liegen trachtete“.[2]

Nach dem Bombenattentat auf Hitler durch Stauffenberg erhielt er bereits früh in seinem Hauptquartier im Berliner Bendlerblock durch ein Telefonat mit Generalfeldmarschall Keitel die Meldung, Hitler habe die Explosion überlebt. Daraufhin weigerte er sich, den Putsch Stauffenbergs, den er für gescheitert hielt, zu unterstützen und den „Walküre-Befehl“ zu unterschreiben, wozu nur er berechtigt war. Stauffenberg befahl er, sich zu erschießen – offenbar in der Hoffnung, dadurch seine eigene Mitwisserschaft zu verschleiern. Die Verschwörer nahmen den Generaloberst daraufhin fest und sperrten ihn in sein Dienstzimmer. In den Abendstunden wurde Fromm bei der Erstürmung des Gebäudes durch regimetreue Truppen befreit und setzte sich selbst an die Spitze derer, die den Aufstand beendeten. Auf seine Anordnung hin wurden Stauffenberg sowie seine drei engen Mitverschwörer General Olbricht, dessen Stabschef Oberst Mertz von Quirnheim und Stauffenbergs Adjutant Oberleutnant von Haeften durch ein kurzfristig einberufenes Standgericht zum Tode verurteilt und kurz nach Mitternacht im Innenhof erschossen. Seinem früheren Vorgesetzten, dem ehemaligen Chef des Generalstabes des OKH, Generaloberst a. D. Ludwig Beck, gab Fromm auf dessen Drängen die Gelegenheit zum Suizid. Als dieser fehlschlug, ließ er den Schwerverletzten erschießen.

Tod

Fromms Versuch, durch die Tötung der Attentäter sich selbst zu retten, misslang. Zum einen war Hitler sehr wütend darüber, dass der Hauptattentäter Stauffenberg und seine engsten Vertrauten mit einer standrechtlichen Erschießung „so leicht davon gekommen“ waren, zum anderen wurde ruchbar, dass Fromm möglicherweise auch Kenntnis von den Umsturzplänen gehabt hatte. Am 14. September wurde er deshalb auf Geheiß Hitlers aus dem Heer entlassen. Als Zivilist konnte er vor den Volksgerichtshof gestellt werden und wurde, da ihm eine direkte Beteiligung nicht nachzuweisen war, wegen „Feigheit vor dem Feind“ zum Tode verurteilt, außerdem wurde seine Wehrwürdigkeit aberkannt, was den Verlust aller Orden und Ehrenzeichen zur Folge hatte.[3] Fromm wurde am 12. März 1945 auf dem Schießplatz des Zuchthauses Brandenburg-Görden erschossen.[4]

Sonstiges

Fromms Tochter ist die ehemalige niedersächsische Landtagsabgeordnete Helga Heinke (geb. Fromm).

Filme

Literatur

Weblinks

 Commons: Friedrich Fromm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.122
  2. Bodo Scheurig: Henning von Tresckow. Eine Biographie. Stalling, Oldenburg 1973, S. 148.
  3. Veit Scherzer, Die Ritterkreuzträger, Hauptband, 2. überarbeitete Aufl., Scherzers Militaer-Verlag, 2007, ISBN 3-938845-17-1, Seite 86ff, 106
  4. Munzinger Online, s.v. Friedrich Fromm, angesehen 15. Juli 2008

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