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Friedrich Erhard Haag

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Friedrich Erhard Haag (geb. 23. Juli 1896 in Rottweil; gest. 11. Februar 1945 in Gießen) war ein deutscher Rassehygieniker und Hochschullehrer zur Zeit des Nationalsozialismus.

Leben und Wirken

Nach dem Ersten Weltkrieg schloss sich Haag einem Freikorps an. Nach einem Studium der Medizin promovierte Haag 1925 zum Dr. med. an der Universität Würzburg und war anschließend als wissenschaftlicher Assistent am Hygiene-Institut der dortigen Universität tätig. Seine Habilitation folgte 1927 in Würzburg mit der Schrift Der Milzbrandbazillus, seine Kreislaufformen und Varietäten. Danach war er bis 1930 als Schularzt in Stuttgart beschäftigt. Ab 1930 war er Assistenzarzt am Hygiene-Institut der Medizinischen Akademie Düsseldorf.[1]

Haag, der seit 1932 dem Kampfbund für deutsche Kultur (KfdK) angehörte, trat nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten am 1. Mai 1933 der NSDAP und im November 1933 der Sturmabteilung (SA) bei. [1] Zudem gehörte er dem NS-Ärztebund an.[2] Von 1934 bis 1940 war er außerordentlicher Professor für Rassenhygiene und -pflege an der Medizinischen Akademie Düsseldorf. Völkisch orientiert vertrat er die Ideologie der Volksgemeinschaft und des autoritären Ständestaats.[1] In Düsseldorf betätigte er sich als Ortsgruppenleiter der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und leitete die örtliche erbbiologische Abteilung der Ehe- und Rassenberatungsstelle.[1]

Von 1940 bis 1945 war Haag ordentlicher Professor für Hygiene an der Universität Gießen sowie Direktor des dortigen Hygienischen Instituts und leitete den örtlichen NS-Dozentenbund.[3] Seine Forschungsschwerpunkte waren Anaphylaxie, der Bakterienantagonismus sowie Salmonellendauerausscheider. Während des Zweiten Weltkrieges war Haag als Oberstabsarzt zusätzlich beratender Hygieniker beim Wehrkreis IX in Kassel. Das Hygiene-Institut Gießen wurde am 6. Dezember 1944 durch Bombardierung der Alliierten vollkommen zerstört.[4]

Schriften (Auswahl)

  • Der Milzbrandbazillus, seine Kreislaufformen und Varietäten, In: Archiv f. Hygiene. Bd 98, München 1927, zugleich medizinische Habilitationsschrift an der Universität Würzburg
  • Die geistige Gesundheit des Volkes und ihre Pflege, München 1931
  • Volk ohne Besitz: Die Arbeiterfrage, rassenkundlich gesehen, Aus: Deutschlands Erneuerung, München 1935
  • Lagerhygiene, In: Taschenbücher des Truppenarztes; Bd. 6, München/Berlin 1943

Literatur

  • Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs. Bio-bibliographisches Handbuch, Akademie Verlag, Edition Bildung und Wissenschaft Band 10, Berlin 2006, ISBN 978-3-05-004094-3 ISBN 3-05-004094-7.
  • Heiko Zielke: Sozial- und Rassenhygiene. Friedrich Erhard Haag und das Hygienische Institut, in: Esch/Griese/Sparing/Woelk: Die Medizinische Akademie Düsseldorf im Nationalsozialismus, Essen 1997, S. 139−164.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs. Bio-bibliographisches Handbuch, Berlin 2006, S. 289f.
  2. Benoit Massîn: Anthropologie und Humangenetik im Nationalsozialismus oder: Wie schreiben deutsche Wissenschaftler ihre eigene Wissenschaftsgeschichte. In: Heidrun Kaupen-Haas und Christian Saller (Herausgeber): „Wissenschaftlicher Rassismus - Analysen einer Kontinuität in den Human- und Naturwissenschaften“. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1999, S. 12-64. ISBN 3-593-36228-7, S. 59
  3. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 213
  4. Geschichte des Institutes für Medizinische Mikrobiologie in Gießen (bis zum Jahr 2000) auf http://gd1.med.uni-giessen.de


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