Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Frieda Mehler

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Frieda Mehler (geboren 20. Mai 1871 in Halberstadt; gestorben 5. Juli 1943 in Sobibor) war eine deutsche Dichterin und Kinderbuchautorin.

Leben und Werk

Frieda Mehler wurde als Tochter von Dr. Ludwig Sachs und Helene Sachs, geb. Rothmann, in Halberstadt geboren. Nach dem Tod ihres Vaters kam sie zu ihrer Großmutter nach Wongrowitz in der Provinz Posen, wo sie fünfzehn Jahre (1879 bis 1894) lebte. Später siedelte sie nach Köln und danach nach Berlin um. Sie war mit Julius Mehler verheiratet. [1] Am 28. Februar 1939 emigrierte sie in die Niederlande. Am 2. Juli 1943 wurde sie vom Lager Westerbork in das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo sie wahrscheinlich am 5. Juli 1943 ermordet wurde. [2]

Frieda Mehler veröffentlichte zwei Gedichtbände und mehrere Kinder- und Jugendbücher. In den Gedichten, die sich vordergründig mit dem Thema Mutterschaft beschäftigen, versteckte sie deutliche Kritik am NS-Regime. [3] Neben Erzählungen und Märchen schrieb sie für Kinder- und Jugendliche kurze Dramen und Dramoletten für die Festtage und schulische Aufführungen, die ein positives jüdisches Selbstbewusstsein vermitteln sollten. [4]

Publikationen

  • Ein Chanuka-Traum. Die Megilla. Aufführungen für Chanuka u. Purim. Berlin, Lamm, 1910, 31 S.
  • Moaus zur jeschuossi. Gesammelte Chanuka-Aufführungen. Berlin, Lamm, 1914, 70 S.
  • Menorah. 3 Aufführungen. Berlin, Boas Nachf., [1931], 32 S.
  • Unser Lichtefest. 3 Chanuka-Aufführungen. Berlin, Boas Nachf., [1932], 14 S.
  • Feiertags-Märchen. Mit Zeichnungen von Dodo Bürgner. Berlin, Berthold Levy, 1935, 44 S.
  • Vom Wege. Gedichte. Berlin, Levy, 1934. 31 S. Auswahl unter: https://phdj.hypotheses.org/441
  • Wir. Gedichte. Berlin, Levy, 1937, 31 S. Auswahl unter: https://phdj.hypotheses.org/441

Literatur

  • Dichterin Frieda Mehler. "Posener Heimatblätter", Jg. 10, Nr. 9, S. 55
  • Annegret Völpel und Zohar Shavit. In Zusammenarbeit mit Ran HaCohen: Deutsch-jüdische Kinder- und Jugendliteratur. Ein literaturgeschichtlicher Grundriß. Stuttgart/Weimar, Metzler 2002. Bd. 1. S. 753–756
  • Kerstin Schoor: Vom literarischen Zentrum zum literarischen Ghetto. Deutsch-jüdische literarische Kultur in Berlin zwischen 1933 und 1945. Göttingen, Wallstein 2010. S. 176f.

Einzelnachweise

  1. In den "Posener Heimatblättern", Jg. 10, Nr. 9, S. 55, erschien eine Würdigung Frieda Mehlers zum 65. Geburtstag. https://phdj.hypotheses.org/456
  2. http://verbrannte-und-verbannte.de/person/1235 ; https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?result#frmResults
  3. Kerstin Schoor: Vom literarischen Zentrum zum literarischen Ghetto. Deutsch-jüdische literarische Kultur in Berlin zwischen 1933 und 1945. Göttingen, Wallstein 2010. S. 176f.
  4. Annegret Völpel und Zohar Shavit. In Zusammenarbeit mit Ran HaCohen: Deutsch-jüdische Kinder- und Jugendliteratur. Ein literaturgeschichtlicher Grundriß. Stuttgart/Weimar, Metzler 2002. Bd. 1. S. 753–756


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Frieda Mehler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.