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Fridolin Friedmann

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Fridolin Friedmann (geb. 2. Juni 1897 in Burgkunstadt; gest. 15. Oktober 1976 in London) war ein deutsch-britischer Pädagoge.

Leben

Fridolin Friedmann wuchs in München auf und wurde Soldat im Ersten Weltkrieg, im dem er leicht verwundet wurde.[1] Er studierte in München, Heidelberg, Köln und Erlangen und promovierte 1925 mit einer Arbeit über Moses Mendelssohn. Das Referendariat für das Lehramt begann er an der Odenwaldschule und setzte es im Folgejahr an der jüdischen Samson-Schule in Wolfenbüttel fort. 1928 legte er die wissenschaftliche Lehramtsprüfung in Köln und 1929 die pädagogische Prüfung in Berlin ab und erhielt eine Stelle als Studienassessor in Königs-Wusterhausen.[2] 1932 wechselte er als Direktor an die Heimschule des von Gertrud Feiertag im Vorjahr gegründeten „Jüdischen Landschulheims Caputh“, die nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 und nach den Nürnberger Gesetzen 1935 eine „Heimstatt für die bedrängten Kinder“ aus vornehmlich assimilierten, mittelständischen jüdischen Familien bot.[3] Jüdische Inhalte sollten bei Friedmann nicht nur kognitv, sondern auch emotional erfahrbar gemacht werden[1], daher schrieb er für die Schüler auch zwei Theaterstücke, Schaul und David und Joseph und seine Brüder. 1937 folgte ihm als Schulleiter Ernst Ising und er ging er an die Jüdische Oberschule[1], bzw. das „Private Reform-Realgymnasium“[2] nach Berlin, unterrichtete aber auch noch an Wochenenden in Caputh. Nach den Novemberpogromen 1938 begleitete er mehrere Kindertransporte nach England und blieb 1939 selbst im Exil.

Nach Ende des Krieges kümmerte er sich um überlebenden Kinder aus den Konzentrationslagern.[4] Anna Essinger holte ihn 1946 als Direktor an ihr 1926 in Herrlingen gegründetes und 1933 von ihr nach England transferiertes Landschulheim „Bunce Court School“. Die Fortführung der Schule scheiterte aber bereits im Jahr 1948. Friedmann ging an die 1949 gegründete Privatschule Carmel College, in Greenham in West Berkshire und nach ihrem Umzug in Wallingford, und blieb dort bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1961. Am Londoner Leo Baeck College hielt er in der Zeit danach noch Vorträge zur Geschichte des Judentums.[2]

Schriften

  • Schaul und David. Ein Spiel für Schulaufführungen. Aufgeführt 1935, 1936, 1937[5]
  • Joseph und seine Brüder. Ein Spiel für Jugendaufführungen. Aufgeführt 1934
  • Landschulheim Caputh, in: Jüdische Rundschau, 10. November 1933

Literatur

  • Hildegard Feidel-Mertz; Andreas Paetz: Ein verlorenes Paradies: das Jüdische Kinder- und Landschulheim Caputh (1931–1938), dipa-Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7638-0184-7.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hildegard Feidel-Mertz; Andreas Paetz: Ein verlorenes Paradies, 1994, S. 21
  2. 2,0 2,1 2,2 Hildegard Feidel-Mertz; Andreas Paetz: Ein verlorenes Paradies, 1994, S. 332
  3. Hildegard Feidel-Mertz; Andreas Paetz: Ein verlorenes Paradies, 1994, S. 37-39
  4. Fridolin Friedmann Remembered (PDF) in: AJR Information, September 1979, S. 12. Abgerufen am 5. August 2013
  5. Fotografie mit Friedmann als Saul bei Hildegard Feidel-Mertz; Andreas Paetz: Ein verlorenes Paradies, 1994, S. 186


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