Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Fremdlingsfluss

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Fremdlingsfluss, auch allochthoner Fluss, ist ein Fluss, der in niederschlagsreichen Gebieten entspringt, aber auf seinem Weg ein Trockengebiet mit untypischen Wassermengen versorgt. Dafür ist es notwendig, dass allochthone Flüsse in ihrem Oberlauf genügend Wasser aufnehmen (humides Klima), um auch im Unterlauf (mit dann aridem Klima) noch ausreichend Wasser zu führen.

Sein Wasser wird im ariden Durchflussgebiet meistens zur Bewässerung genutzt und zur Urbarmachung der landwirtschaftlichen Nutzfläche einer Oase.

Verdunstung, Versickerung und menschliche Wasserentnahme können dazu führen, dass der Fremdlingsfluss das Meer nicht durchgängig durch alle Jahreszeiten erreicht, sondern periodisch oder dauerhaft trockenfällt. Einige Fremdlingsflüsse enden in abflusslosen Binnenseen, in denen Versickerung und Verdunstung den Zufluss übersteigt (Bsp. Aralsee), Binnendeltas (Bsp. Okavangodelta) oder Wadis.

So hat zum Beispiel der Nil seine höchste Wasserführung nicht an der Mündung, sondern etwa 2000 km stromaufwärts. Weitere bekannte Beispiele für einen Fremdlingsfluss sind der Euphrat, Syrdarja, Amudarja, Indus, Tigris und der Colorado River.

Die beiden Hauptzuflüsse des Aralsees, Syrdarja und Amudarja, fallen auf dem Weg durch die zentralasiatischen Steppen- und Wüstenlandschaften infolge von Aufstauung und landwirtschaftlicher Wasserentnahme häufig weit vor ihrer Mündung trocken.

Manche oberirdisch verschwundene Flüsse erreichen als Sickerflüsse unterirdisch doch noch das Meer. Dieses Phänomen ist in Karstgebieten häufig anzutreffen, da durch das poröse und höhlenreiche Karstgestein sehr viel Wasser strömt.

Abzugrenzen sind Fremdlingsflüsse vom diarheischen Fluss, da letzterer zwar ebenfalls Trockengebiete durchquert, jedoch sich dann erneut die Klimazone vom ariden Klima in humides Klima verändert. An seinem Unterlauf durchquert letzterer erneut humides Klima und hat weitere Zuflüsse, um dann als normaler exorheischer Fluss jahreszeitenunabhängig ins Meer zu münden.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Fremdlingsfluss aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.