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Free Gaza Movement

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Das Logo von 'Free Gaza Movement'

Free Gaza Movement ist eine internationale, pro-palästinensische[1] Organisation, die in Nikosia registriert ist und von verschiedenen Hilfsorganisationen und politischen Aktivisten unterstützt wird. Von Kritikern wird ihr unter anderem die Zusammenarbeit mit offen antisemitischen und islamistischen Gruppen vorgehalten.[2][3]

Geschichte

Eigenen Angaben zufolge hat die Bewegung das Ziel, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen bzw. auf diese aufmerksam zu machen.[4]

Im Jahr 2007 begann die Organisation mit den Vorbereitungen, um die Sperrzone zu überwinden, die nach der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen von Israel eingerichtet worden war. Es wurden rund 300.000 US-Dollar aus Spendengeldern gesammelt und zwei Schiffe gechartert. Die erste Fahrt mit diesen Schiffen fand im August 2008 statt.

Seitdem gab es nach eigenen Angaben insgesamt zehn Versuche, auf dem Seeweg nach Gaza zu gelangen – im August 2008[5][6], Oktober 2008[7][8], Dezember 2008 bis Januar 2009[9][10], Juni 2009[11][12] sowie im Mai/Juni 2010 (siehe auch Ship-to-Gaza-Zwischenfall) –, fünfmal davon (alle im Jahr 2008) erfolgreich. Ein letzter Versuch im Juli 2011 wurde bereits in Griechenland vereitelt.[13]

Besonderes Aufsehen erregte vor allem der Konvoi im Mai 2010, der unter anderem von drei Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke und vom schwedischen Schriftsteller Henning Mankell begleitet wurde. Die Flotte wurde am 31. Mai 2010[14] wie zuvor bereits mehrfach von Israel angekündigt von der israelischen Marine in internationalen Gewässern geentert. Dabei kamen neun Menschen ums Leben.[15]

Unterstützer

Die Bewegung hat mehr als 70 prominente Unterstützer, unter anderem Desmond Tutu, Mairead Maguire und Noam Chomsky.[16] Zu den teilnehmenden Organisationen der Free-Gaza-Bewegung zählt das International Solidarity Movement[17] und die islamistische IHH. In Deutschland wird sie unterstützt von der Organisation Pax Christi und dem Verein Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges. Zu den teilnehmenden Aktivisten gehören u. a. Jeff Halper, Hedy Epstein, Lauren Booth und Mitglieder verschiedener christlicher, jüdischer und muslimischer Organisationen.[18]

Kritik

Die Free-Gaza-Bewegung wird häufig für ihre Verbindungen zu offen antisemitischen und islamistischen Personen und Gruppen, die auch an den öffentlichkeitswirksamen Aktionen teilnehmen, kritisiert. So standen 2010 beispielsweise die Hamas unterstützende IHH, sowie Autoren radikal-islamistischer Zeitungen und Funktionäre der rechtsextremen BBP auf der Passagier-Liste der „Mavi Marmara“.[3][2]

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon, die USA, Frankreich, Großbritannien, die Türkei und Kanada protestierten 2011 öffentlich gegen das geplante Auslaufen der Flottille.[19]

2012 sah sich die Gründerin der Free-Gaza-Bewegung Greta Berlin infolge eines von ihr veröffentlichten antisemitischen Tweets[20][21] großer Kritik, vereinzelt auch aus den Reihen anti-zionistischer Aktivisten[22], ausgesetzt. Daraufhin distanzierte sich die bis dahin mit der Free-Gaza-Bewegung und Berlin verbundene Organisation Jewish Voice for Peace von diesen.[23] Der amerikanische Journalist Jeffrey Goldberg warf der Organisation in diesem Zusammenhang vor, eine Delegitimierung Israels zu betreiben und zudem heuchlerisch zu sein, da gegen die ägyptische Blockade Gazas nicht protestiert werde.[24]

Weblinks

 Commons: Free Gaza movement – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Free Gaza-Bewegung. In: FAZ.NET. 1. Juni 2010, abgerufen am 25. Juni 2010: „Das „Free Gaza Movement“ erklärt laut Eigendarstellung seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk, fühlt sich jedoch keiner politischen Partei zugehörig.“
  2. 2,0 2,1 Die zweifelhaften Passagiere, taz, abgerufen am 19. Februar 2014
  3. 3,0 3,1 Fragwürdige Friedensmission, 3sat, abgerufen am 19. Februar 2014
  4. Unser Ziel. Abgerufen am 21. Juni 2010: „Wir wollen den Belagerungszustand von Gaza durchbrechen.“
  5. Israel to treat Gaza peace boats 'like pirates'. Telegraph. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  6. Activist boats reach Gaza Strip. BBC. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  7. Gaza activist boat docks, Jewish Telegraph Agency (JTA)
  8. Peace activist finally allowed to return to UK. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  9. Gaza aid boat 'rammed by Israel'. BBC. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  10. Israel Attacks Humanitarian Ship, Hijacks Crew. The Muslim Observer. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  11. Six journalists detained after Israel boards Gaza boat. Press Gazette. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  12. Activists Held by Israel for Trying to Break Gaza Blockade. The New York Times. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  13. Internationale Webpräsenz
  14. Angriff auf Gaza-Konvoi. sueddeutsche.de. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  15. Mindestens neun Tote bei israelischer Militäraktion. tagesschau.de. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  16. siehe Aufstellung auf [1]
  17. Israel concerned leftists plan to send ship from Cyprus to break Gaza blockade. Haaretz. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  18. Group will test Israel’s Gaza blockade. Jewish Telegraphic Agency. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  19. Bronner, Ethan: US Warns Americans Against Joining Gaza Aid Flotilla. In: The New York Times, 16. Juni 2011. Abgerufen am 29. Juni 2011. 
  20. Benjamin Weinthal: Free Gaza Group: Zionists Ran Concentration Camps. The Jerusalem Post. 4. Oktober 2012. Abgerufen am 7. Oktober 2012.
  21. Flotilla Sponsor Tweets that Zionists Helped Perpetrate the Holocaust. JTA. 4. Oktober 2012. Abgerufen am 7. Oktober 2012.
  22. A final word on Greta Berlin and the Free Gaza controversy
  23. Jewish Voice for Peace Statement on Greta Berlin and Allegations of Anti-Semitism
  24. Nazi Propaganda Makes a Comeback on Twitter


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Free Gaza Movement aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.