Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Franz Thaler

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Franz Thaler (* 1925 in der Gemeinde Sarntal; † 29. Oktober 2015[1] ebenda) war ein Südtiroler Autor, Federkielsticker und Überlebender des KZ Dachau und des KZ Hersbruck.

Franz Thaler wurde 1925 in der Gemeinde Sarntal in Südtirol geboren. Als sich sein Vater im Jahre 1939 gegen die Abwanderung ins Deutsche Reich entschied, folgte für die Familie eine Zeit der Schikanen und der Ausgrenzungen: So wurde Franz Thaler vom Schulunterricht ausgeschlossen. 1944 erhielt er trotz seiner italienischen Staatsbürgerschaft den Stellungsbefehl für die deutsche Wehrmacht. Zwar versteckte er sich vorerst vor den Nationalsozialisten, stellte sich jedoch letztendlich, als der Familie die Sippenhaft angedroht wurde. Franz Thaler wurde von einem Kriegsgericht zu zehn Jahren Konzentrationslager verurteilt.

Im Dezember 1944 kam er im Konzentrationslager Dachau an und wurde noch im selben Monat nach Hersbruck (ein Außenlager des KZ Flossenbürg) verlegt, wo er fortan im Bautrupp arbeiten musste. Am 29. April 1945 wurde das KZ von amerikanischen Truppen befreit; Franz Thaler wurde in einem französischen Gefangenenlager inhaftiert. Als er im August 1945 zurück in die Heimat kam, begann Franz Thaler seine Erinnerungen aufzuschreiben, die 1989 erstmals in Buchform erschienen. Thaler arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Federkielsticker im Sarntal.

Thalers Memoiren Unvergessen trugen in Südtirol maßgeblich zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit bei. 1983 erhielt Thaler den Südtiroler Pressepreis.[2] 2010 wurde er von der Stadt Bozen gemeinsam mit dem NS-Gegner und -Opfer Josef Mayr-Nusser zum Ehrenbürger ernannt.

Publikationen

  • Unvergessen. Option, KZ, Kriegsgefangenschaft, Heimkehr. Ein Sarner erzählt. Edition Raetia, Bozen 1999, ISBN 88-7283-128-8.
  • Dimenticare mai: opzioni, campo di concentramento di Dachau, prigioniero di guerra, ritorno a casa. Übersetzung von Peter Litturi, Vorwort von Carlo Romeo, Zeitleiste von Leopold Steurer, Edition Raetia, Bozen 1990, ISBN 88-7283-206-3.
  • Unforgotten: a Memoir of Dachau. Translated by Paul Crichton and Christl Kiener, Kiener, London-München 2011, ISBN 978-3-943324-99-0.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Neue Südtiroler Tageszeitung: Franz Thaler ist tot, abgerufen am 30. Oktober 2015
  2. Franz Thaler – Eine Erinnerung. Artikel von Gerhard Mumelter auf salto.bz vom 31. Oktober 2015


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Franz Thaler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.