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Franz Leitner

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Franz Leitner (geb. 12. Februar 1918 in Wiener Neustadt; gest. 20. Oktober 2005 in Höf-Präbach, Steiermark) war ein österreichischer KPÖ-Politiker und „Gerechter unter den Völkern“.[1] Er war Landtagsabgeordneter in der Steiermark und Landesparteivorsitzender der KPÖ–Steiermark.

1936 beendete Leitner seine Schulausbildung an der Staatsgewerbeschule für Maschinenbau mit der Matura. In diesem Jahr wurde er auch wegen seiner Mitgliedschaft im damals illegalen Kommunistischen Jugendverband (KJV) zu vier Monaten Haft und einer 15-monatigen Polizeistrafe verurteilt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 1. September 1939, wurde Leitner verhaftet und ins KZ Buchenwald deportiert.

In seiner ihm ab Oktober 1943 zugeteilten Funktion als Blockältester des „Kinderblocks“ (Baracke 8)[2], in dem bis zu 400 Kinder interniert waren, setzte er sich erfolgreich für bessere Haftbedingungen ein. Darüber hinaus rettete er zahlreichen jüdischen Kindern das Leben (darunter war auch der spätere aschkenasische Großrabbiner des Staates Israel und gegenwärtige Oberrabbiner der Stadt Tel Aviv, Israel Meir Lau)[3], wofür ihm 1999 von der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem der Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen wurde. Franz Leitner war auch aktiv an der Selbstbefreiung der KZ-Häftlinge in Buchenwald beteiligt.[4]

Im Mai 1945 kehrte Leitner nach Wiener Neustadt zurück und wurde dort Bezirkssekretär der KPÖ. 1946 erreichte er das Amt des Vizebürgermeisters und 1950 einen Sitz im Stadtrat. 1953 übernahm Leitner Parteiämter in Graz, zuerst als Landessekretär und von 1958 bis 1979 als Landesparteivorsitzender der steirischen KPÖ. Von 1961 bis 1970 war er Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag.[5] Darüber hinaus war er auch mehrere Perioden lang Mitglied des Zentralkomitees und von 1970 bis 1977 Mitglied des Politbüros der KPÖ.[6]

Franz Leitner blieb – so lange er konnte – politisch aktiv. Ob als Landesobmann des Zentralverbandes der Pensionisten oder als Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes der ehemaligen österreichischen Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen – VdA) – immer war er bereit, sich maximal einzusetzen.[7]

Bis ins hohe Alter gab er sein Wissen und seine Erfahrungen als Zeitzeuge besonders in der Aufklärung Jugendlicher über den Rechtsextremismus weiter.[8] Als Lebensmotto Franz Leitners[9] kann folgendes Zitat - formuliert wenige Monate vor seinem Tod - in einer Grußadresse für die offizielle Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZs Buchenwald gelten:

Wir, die letzten noch lebenden Augenzeugen der Verbrechen des Nazismus, rufen Euch zu: „Unsere schwere Vergangenheit darf niemals die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder werden!“

Grußadresse von Franz Leitner zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZs Buchenwald, 11. April 2005[10]

Zwei filmische Dokumentationen – Anständig sterben von Richard Kriesche und Walter Müller (2001)[11] und Der Widerstandskämpfer Franz Leitner von der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus (2003)[12] – erzählen vom Leben und Kämpfen des Franz Leitner.[13]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Franz Leitner aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.