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Franz Eher

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Franz Xaver (Josef) Eher (* 28. April 1851 in München; † 22. Juni 1918 in München)[1] war ein Journalist und antisemitischer Verleger, dessen am 6. Dezember 1901 gegründeter Franz-Eher-Verlag ab 1920 zum Parteiverlag der NSDAP wurde.

Eher war der Sohn des Kammmacher-Meisters Franz Xaver Eher und dessen Frau Magdalena Wiedermann, der Tochter eines Maschinenschlossers.[2] Der Vater betrieb einen Laden im Ruffinihaus in der Sendlingergasse 13. Anders als verschiedentlich behauptet, war Eher kein Österreicher. Grund für diese Falschinformation war die Tatsache, dass er entgegen dem Wunsch seines Vaters das Geschäft nicht übernehmen wollte und stattdessen sieben Jahre lang als Redakteur der Neuen Freien Presse in Wien arbeitete. Später wechselte er zum Berliner Lokalanzeiger.[3] In Berlin heiratete er 1895 Käthe Bierbaumer und kehrte auf Wunsch seines Vaters 1897 nach München zurück. Nach dessen Tod gründete er zusammen mit dem Münchener Druckereibesitzer Johann Naderer 1898 das Fachblatt Der Bayerische Metzgermeister, finanziert aus dem Verkauf des Ladengeschäfts.[4] Ab dem 2. Februar 1900 wurde die Branchen-Zeitung im Umfang "wesentlich vergrößert", was ihre Auflage erhöhte. Eher blieb jedoch nur bis "zum Ende des Jahrgangs" in der Redaktion. Anschließend wurde er Redakteur und Naderers Mitverleger beim Vorstadtblatt Münchner Beobachter – Unabhängige Tageszeitung. Organ der östlichen Stadttheile.[5] Der Verlag firmierte in dieser Zeit unter "Joh. Naderer und Frz. Jos. Eher". Bis zu Ehers Tod blieb die Zeitung politisch unbedeutend und wurde in kleiner Auflage im Straßenverkauf vertrieben. 1899 sollen rund 2000 Exemplare verkauft worden sein, 1907 nur noch 1000. Weil sich Eher mit dem Schwiegersohn von Naderer, Georg Unger, zerstritten hatte, ließ er die Zeitung ab 1907 in der Druckerei von Josef Gäßler herstellen.[6] Das Blatt veröffentlichte regelmäßig antisemitische Hetzartikel und wurde unter dem Titel Völkischer Beobachter ab 1920 das "Kampfblatt" der NSDAP.

Literatur

  • Adolf Dresler: Der "Münchener Beobachter" 1887–1918, Bd. 76 von Zeitung und Leben, München 1940
  • Adolf Dresler: Aus der Geschichte des Völkischen Beobachter" und des Zentralverlages der NSDAP Franz Eher Nachf., in: Zeitungswissenschaft, Bd. 11, Nr. 10 vom 1. Oktober 1936

Einzelnachweise

  1. Sterbedatum belegt im Eintrag zur Firma Franz-Eher-Verlag beim Amtsgericht München, Registergericht, zit. nach Gabriele Melischek/Josef Seethaler (Hrsg.): Die Wiener Tageszeitungen: Eine Dokumentation Bd. 4, 1938–1945. Mit einem Überblick über die österreichische Tagespresse der NS-Zeit, Berlin 2003, S. 114
  2. Die beiden heirateten am 14. Dezember 1859, siehe Der Bayerische Landbote, Nr. 349 vom 15. Dezember 1859, S. 1406 [1]
  3. Adolf Dresler: Geschichte des „Völkischen Beobachters“ und des Zentralverlages der NSDAP., Franz Eher Nachf., München 1937, S. 47
  4. Zeitungswissenschaft, Bd. 11, S. 436
  5. [2]
  6. [3]


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