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Frantz Jourdain

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Frantz Jourdain (1923)
Signatur von Frantz Jourdain am Gebäude La Semeuse de Paris
La Samaritaine

Frantz Jourdain (Calixte Raphaël Ferdinand Marie Jourdain) (geb. 3. Oktober 1847 in Antwerpen; gest. 22. August 1935 in Paris)[1] war ein Schriftsteller, Kunstkritiker, Architekturtheoretiker und Architekt des Jugendstils. Er war der Gründer des Salon d’Automne (Pariser Herbstsalon) und der Architekt des ehemaligen Kaufhauses La Samaritaine de Luxe in Paris. Gemeinsam mit Henri Sauvage (1873–1932) errichtete er den Erweiterungsbau des Kaufhauses La Samaritaine in der Rue du Pont Neuf/Quai du Louvre.

Familie

Frantz Jourdain war der Sohn eines Opernsängers. Er wurde in Antwerpen geboren, als sein Vater, den die Mutter bei seinen Tourneen begleitete, dort gastierte. Die Mutter, zu deren Bekanntenkreis Frédéric Chopin, Marceline Desbordes-Valmore und George Sand zählten, widmete sich der Musik und der Schriftstellerei. Über seine Frau, die er 1872 heiratete und die mit Alphonse Daudets Frau befreundet war, entwickelte sich die Freundschaft mit Daudet, Émile Zola und Edmond de Goncourt, der seine literarischen Ambitionen förderte. Frantz Jourdain hatte einen Sohn, den Möbeldesigner Francis Jourdain, und zwei Töchter.

Schule und Ausbildung

Frantz Jourdain wuchs in Paris auf und besuchte zunächst das Lycée Henri IV. Zeitweise wurde er von Jules Vallès unterrichtet, den seine Mutter als Hauslehrer engagierte. 1861 legte er am Collège Stanislas das Abitur ab. 1866 wurde Frantz Jourdain in die École des Beaux-Arts in Paris aufgenommen. Dort besuchte er die Kurse von Honoré Daumet, der Mitglied des angesehenen Institut de France war.

Seine Erfahrungen in der École des Beaux Arts verarbeitete Frantz Jourdain in dem 1893 erschienenen Roman L'Atelier Chantorel, in dem er vor allem die Lehrmethoden von Honoré Daumet ins Lächerliche zog.

1870 bemühte sich Frantz Jourdain um die französische Staatsbürgerschaft. Er meldete sich als Freiwilliger im Deutsch-Französischen Krieg von 1870–1871, in dem er verwundet und mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde.

Imprimerie Nouvelle

Laufbahn

Eine Erbschaft ermöglichte es Frantz Jourdain, ein Architekturbüro in der Rue de Richer im 9. Arrondissement zu erwerben, dessen Kunden darauf bedacht waren, unspektakuläre Bauten zu einem günstigen Preis zu bekommen. Bei seinen Aufträgen experimentierte er mit den Baustoffen Eisen und Stahlbeton.

Seine ersten größeren Auftrag erhielt er 1876 mit der Restaurierung des Schlosses La Roche-Guyon, dem einige Privathäuser und Villen in der Umgebung von Paris (Pantin, Chelles und Saint-Leu) folgten. 1893 errichtete er die Imprimerie Nouvelle im Hinterhof des Hôtel Cromot du Bourg in der Rue Cadet im 9. Arrondissement.

In den 1890er Jahren verfasste Frantz Jourdain literarische Werke und veröffentlichte Artikel in verschiedenen Zeitschriften wie La Construction Moderne, Architecture, L'Art Moderne, L'Art Décoratif, Revue des Arts, Revue des Arts Décoratifs u.a. Er unterstützte die Kampagne von Bauarbeitern gegen die Verwendung des giftigen Bleiweiß.

1902 gründete Frantz Jourdain mit Auguste Rodin, Adolphe Willette, Albert Besnard, Alexandre Charpentier, Henri Sauvage und Hector Guimard die Gesellschaft Le Nouveau Paris (das Neue Paris) als Gegenströmung zum Vieux Paris, dem alten Paris, mit dem Ziel, die Kunst der Avantgarde zu fördern und die Architektur für neue Techniken und Materialien zu öffnen. In dem Bewusstsein, dass die sozialen Bedürfnisse eine neue Architektursprache erforderten, gründete er 1903 mit Paul Gallimard und Amédée Dherbécourt die Société Anonyme des Logements Hygiéniques à Bon Marché (Gesellschaft für hygienische und preiswerte Wohnungen), für die er in Zusammenarbeit mit den Architekten Henri Sauvage und Charles Sarazin Mietshäuser in Paris und Le Havre baute, die den Forderungen nach Licht und Luft entsprechen sollten.

Als Reaktion auf die offizielle Kunstausstellung, den Salon de la Société des artistes français, rief Frantz Jourdain den Salon d'Automne ins Leben, dessen erste Ausstellung im Herbst 1903 im Petit Palais stattfand.

Auszeichnungen

  • 1894: Ritter der Légion d'honneur
  • 1900: Offizier der Ehrenlegion
  • 1926: Großoffizier der Ehrenlegion
La Samaritaine
La Samaritaine de Luxe
La Semeuse de Paris

Bauwerke

  • 1876: Restaurierung des Schlosses La Roche-Guyon im Département Val-d’Oise
  • 1878: Grabkapelle der Familie Dida in Draveil im Département Essonne[2]
  • um 1887: Villa in Chelles
  • 1887: Siebenstöckiges Mietshaus, 9, rue Galilée/rue Hamelin im 16. Arrondissement von Paris, mit Henri Fivaz
  • 1888: Fabrik in Pantin im Département Seine-Saint-Denis
  • um 1893: Restaurierung des Schlosses von Verteuil
  • 1893: Imprimerie Nouvelle, 9–11, rue Cadet im 9. Arrondissement von Paris
  • 1894: Stadthaus des Eisenhändlers Schenck, 9, rue Vergniaud im 13. Arrondissement von Paris
  • 1898: Grab von Alphonse Daudet auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris, in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Alexandre Falguière
  • 1899: Aufstockung des Kaufhauses La Samaritaine um zwei Stockwerke, 75, rue de Rivoli im 1. Arrondissement von Paris
  • 1902: Grab von Émile Zola auf dem Friedhof Montmartre in Paris
  • 1905–1907: Umbau des Magasin 2 des Kaufhauses La Samaritaine, Rue Baillet/Rue de l'Arbre Sec/Rue de la Monnaie im 1. Arrondissement von Paris
  • 1910–12: La Semeuse de Paris, 16, rue du Louvre im 1. Arrondissement von Paris
  • 1914–1917: Kaufhaus La Samaritaine de Luxe, 27, boulevard des Capucines im 2. Arrondissement von Paris
  • 1926–1928: Erweiterungsbau des Kaufhauses La Samaritaine, Rue du Pont Neuf/Quai du Louvre im 1. Arrondissement von Paris, in Zusammenarbeit mit Henri Sauvage
  • 1930: Le Manoir in Bouffémont im Département Val-d’Oise[3]
  • 1930–1933: Erweiterungsbau (Magasin 3) des Kaufhauses La Samaritaine, Rue de Rivoli/Rue du Pont-Neuf/Rue Boucher im 1. Arrondissement von Paris
  • ? : Restaurierung des Schlosses Châteauneuf-sur-Sarthe im Département Maine-et-Loire

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • L'Atelier Chantorel, Bibliothèque-Charpentier, Paris 1893
  • Les Décorés: ceux qui ne le sont pas, Paris 1895
  • Au pays du souvenir, G. Crès, Paris 1922
  • Le Salon d'automne, Les Arts et le livre, Paris 1926
  • Feuilles mortes et fleurs fanées, Paris 1931

Literatur

  • Meredith L. Clausen: Frantz Jourdain and the Samaritaine: Art Nouveau theory and criticism. E.J. Brill, Leiden 1987, ISBN 90-04-07879-7
  • Jean Colson/Marie-Christine Lauroa (Hgg.): Dictionnaire des Monuments de Paris. Éditions Hervas, Paris 2003 (1. Auflage 1992), ISBN 2-84334-001-2
  • Franco Borsi/Ezio Godoli: Pariser Bauten der Jahrhundertwende. Architektur und Design der französischen Metropole um 1900. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg (ohne Jahr), ISBN 3-930656-65-5
  • Les Cathédrales du Commerce parisien. Grands Magasins et enseignes. Collection Paris et son Patrimoine, hgg. von der Action Artistique de la Ville de Paris, Paris 2006, ISBN 2-913246-57-5

Weblinks

 Commons: Frantz Jourdain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Frantz Jourdain. Archives Nationales, Dossier : LH/1380/76
  2. Chapelle funéraire de la famille Dida in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Le Patrimoine des Communes du Val-d'Oise, Flohic Éditions, Bd. 1, Paris 1999, S. 182, ISBN 2-84234-056-6
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Frantz Jourdain aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.