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Flur (Gelände)

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Flur im Gemeindegebiet Grafenstein

Die Flur, baurechtlich auch Freiland, Grünland, Grünfläche, ist in ihrer alten Bedeutung ein Synonym für die Landschaft bzw. das Gelände an sich. Die Bezeichnung wurde übertragen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche eines Siedlungs- und Wirtschaftsverbandes. Dort bezeichnen Flure die parzellierte landwirtschaftliche Nutzfläche.[1]

Wortbedeutung

Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung auf die gesamte nicht besiedelte Landschaft. Von dieser etymologisch älteren Verwendung leitet sich der Begriff Flurname oder Flurbezeichnung für den Eigennamen eines kleinräumigen Landschaftsteils ab (beispielsweise Namen einzelner Wiesen und Acker, Namen kleiner Geländeformationen wie Anhöhen und Senken, und des Bewuchses, etwa Wälder), oder der Begriff Flurschaden. In diesem Sinne ist er im Vermessungswesen noch in Gebrauch, und im rechtlichen Begriff der Freilandstraße erhalten.

Später engte sich die Flur aber auf das Konzept Freiland ein, also nicht bebautes und nicht waldbestandenes, offenes Gelände - wie in der altertümlichen Bezeichnung „in Wald und Flur“ der Naturkunde (hier Flur als Offenland im Gegensatz zum Wald). Die Wortbedeutung blieb aber immer in der Nähe des Begriffs der Kulturlandschaft. Hier zeigte sich die Flur durch Forste und Raine, Wege und Wasserläufe, und die Bebauungsformen, sowie Ödland (Unland) gegliedert.

Dort, wo der Landwirt freier Bauer war, spätestens aber seit Ende des Feudalismus und Großgrundbesitzes, ging die Bezeichnung dann auf aerarische Grundstücke – das Flurstück – selbst über. Je nach Form der Parzelle bewirtschafteter Flächen werden die Flurformen unterschieden: Aus der Kombination der Bewirtschaftsform und Parzellenformen ergeben sich die Bezeichnungen der Flurtypen, wie etwa Blockflur, Streifenflur, Streifengewannflur, Langstreifengewannflur (bei sehr langen Streifen) usw.

Allmenden oder Gemeine Marken befinden sich in Gemeinschafts- oder Genossenschaftsbesitz. Sie werden daher auch nicht den Fluren zugerechnet.[1]

Bräuche in Zusammenhang mit Fluren und Flurstücken

Flurumgang ist der Name einer heute mehr rituellen Begehung eines Flurstücks, die von der Kirche im Mittelalter zur Flurprozession für das Gedeihen der Felder umgeformt wurde. Er diente rechtlich zur gegenseitigen nachbarschaftlichen Bestätigung von Flur- und Gemeindegrenzen. Wegmarken und Grundstücksbegrenzungen wurden durch Gedichte, Verse eingeprägt.

Auch der Palmbuschen, in die Mitte des Flurstücks gesetzt, markiert im Katholischen im Frühjahr Segen, wie auch Besitzrecht und die Absichten, wie das Flurstück in der kommenden Saison bebaut wird.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Martin Born: Geographie der ländlichen Siedlungen, 1977, ISBN 978-3-443-07104-2, S. 34


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Flur (Gelände) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.