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Florian Schneider-Esleben

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Schneider 2005

Florian Schneider (* 7. April 1947 in Öhningen-Kattenhorn,[1] nach anderen Quellen Düsseldorf[2]; † Anfang Mai 2020) war ein deutscher Musiker. Zusammen mit Ralf Hütter gründete er 1968 die Musikgruppe Organisation. Aus ihr ging 1970 die Band Kraftwerk hervor, deren Teil Schneider bis 2009 war. Zu Beginn seiner Musikkarriere nannte sich Schneider noch Schneider-Esleben; nach der Veröffentlichung des zweiten Kraftwerk-Albums legte er auf die Verwendung des Nachnamenszusatzes keinen Wert mehr.

Leben und Werk

Schneider war der Sohn des Architekten Paul Schneider-Esleben und dessen Frau Evamaria Schneider-Esleben. Er studierte zehn Jahre an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf Querflöte, danach Musikwissenschaft in Köln. Er spielte auch Geige und Gitarre, wirkte als Gastmusiker bei Klaus Doldinger auf dem Album Nero In South Amerika mit und war 1967 mit Eberhard Kranemann Teil der Band Pissoff.

Bei Kraftwerk spielte er zunächst Querflöte und kreierte darüber hinaus eine elektronische Flöte. Nach der Veröffentlichung des Albums Autobahn im Jahr 1974 wurde die Flöte nicht mehr eingesetzt. Florian Schneider arbeitete mit Effekten und perfektionierte die künstlichen Robovox-Stimmen, für die Kraftwerk bekannt ist. Ende der 1980er Jahre wurden die erste voll synthetische Stimme sowie die zur Musik sich bewegenden Roboter in Kooperation mit der jungen Pforzheimer Firma Sculpture elektronische Geräte entwickelt.

Schneider galt als der verschlossene und zurückhaltende Teil des Duos Schneider/Hütter; Interviews gab grundsätzlich sein Bandkollege. Für das brasilianische Fernsehen machte Schneider 1998 eine Ausnahme und gab anlässlich des Auftritts von Kraftwerk beim Electro-Festival Tribal Gathering ein Interview.[3] Darüber hinaus hatte er 2001 auf VIVA Zwei einen Cameo-Auftritt als Revolutionär „Don Schneider“ in einem fingierten Interview mit dem VIVA-Moderator Ill-Young Kim.[4]

1998 wurde Schneider als Professor für Medienkunst und Performance an die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) berufen.

Im Jahre 2008 trat er bereits nicht mehr live mit Kraftwerk auf, Anfang 2009 gab er schließlich seinen Austritt aus der Musikgruppe bekannt. Seinen Platz auf der Bühne übernahm der langjährige Mitarbeiter aus dem Kraftwerk-eigenen Kling-Klang-Studio, Stefan Pfaffe (als „Video-Operator“). Seither zeigte sich Schneider wieder mehr in der Öffentlichkeit, unter anderem auf der Frankfurter Musikmesse 2009.[5] Im Jahr 2015 brachte Schneider im Rahmen des Projekts Parley for the Oceans den Track Stop Plastic Pollution heraus.[6]

Anfang Mai 2020 starb Schneider im Alter von 73 Jahren nach einer Krebserkrankung.[7][8]

Trivia

Der 1976 von David Bowie mit Brian Eno produzierte Musiktitel V-2 Schneider ist (wie im Booklet der Bowie Soundtrack-CD Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo zu lesen ist) Schneider gewidmet.

Florian Schneider trat 2001 als Kontrabassist im Film Klassentreffen – Mordfall unter Freunden auf.

Literatur

Weblinks

 Commons: Florian Schneider-Esleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Komponisten der Gegenwart im Deutschen Komponisten-Verband: ein Handbuch. Deutscher Komponisten-Verband, 1985, S. 650. (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche)
  2. Heinz P. Hofmann: Rock: Interpreten, Autoren, Sachbegriffe. Lied der Zeit, 1983, S. 127. (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche)
  3. Youtube: Brasilianisches Interview mit Florian Schneider 1998
  4. Youtube: Ill Guevara & Don Schneider – VIVA Zwei Interview 2001
  5. Florian Schneider als Gast bei der Frankfurter Musikmesse 2009
  6. Kraftwerk’s co-founder made this track to save the oceans
  7. Kraftwerk-Mitgründer Schneider-Esleben gestorben, deutschlandfunkkultur.de, erschienen und abgerufen am 6. Mai 2020.
  8. Süddeutsche Zeitung: Pop - Kraftwerk: Florian Schneider-Esleben ist tot. Abgerufen am 6. Mai 2020.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Florian Schneider-Esleben aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.