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Flensburg

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Dieser Artikel befasst sich mit der deutschen Stadt Flensburg; zu anderen gleichnamigen Begriffen siehe Flensburg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Flensburg
Flensburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Flensburg hervorgehoben
54.7819444444449.436666666666712
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Höhe: 12 m ü. NN
Fläche: 56,38 km²
Einwohner:

89.357 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 1585 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24901–24944
Vorwahl: 0461
Kfz-Kennzeichen: FL
Gemeindeschlüssel: 01 0 01 000
Stadtgliederung: 13 Stadtteile mit 38 statistischen Bezirken
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
24937 Flensburg
Webpräsenz: www.flensburg.de
Oberbürgermeister: Simon Faber (SSW)
Lage der Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein
Karte

Flensburg (dänisch und niederdeutsch: Flensborg, nordfriesisch: Flansborj, Flensborag, südjütisch: Flensborre) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Nach Kiel und Lübeck ist Flensburg die drittgrößte Stadt des Bundeslandes und die größte im Landesteil Schleswig. Flensburg ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und die nördliche Grenze der Halbinsel Angeln.

Luftbild mit dem Zentrum der Stadt Flensburg

Nahegelegene Großstädte sind Kiel (86 km südöstlich), Odense in Dänemark (etwa 90 km nordöstlich) und Hamburg 158 km südlich.

Geographie

Flensburg, Ostufer
Flensburger Hafen, Westufer, alter Kollund-Anleger mit Kompagnietor und Sankt Marien
Der Flensburger Hafen
Flensburger Hafen bei Nacht


Flensburg befindet sich im äußersten Norden des Bundeslandes Schleswig-Holstein direkt an der deutsch-dänischen Grenze. Nach der Flensburger Nachbarstadt Glücksburg ist sie die zweitnördlichste Stadt in Deutschland. Flensburg liegt im inneren Winkel der Flensburger Förde, einer Ausbuchtung der Ostsee, teils in einem Tal, teils auf umliegenden Höhen wie dem Friesischen Berg und dem Marienberg. Das Ostufer Flensburgs wird bereits zur Halbinsel Angeln gerechnet.

Die Stadt liegt etwa 20 m ü. NN. Die sich in einem Tal befindende Altstadt liegt bei 12 m und der höchste Punkt der Stadt bei 63,7 m ü. NN. Die Stadtgrenze ist 32,0 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Norden nach Süden 7,6 km und von Osten nach Westen 9,6 km.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden des Kreises Schleswig-Flensburg und der Region Syddanmark grenzen an die Stadt Flensburg (sie werden im Uhrzeigersinn – beginnend im Nordosten – genannt):

Glücksburg (Amtsfreie Stadt), Wees (Amt Langballig), Maasbüll, Hürup, Tastrup und Freienwill (alle Amt Hürup), Handewitt (Amtsfreie Gemeinde), Harrislee (Amtsfreie Gemeinde) und Kommune Aabenraa (dt. Apenrade) auf dänischer Seite der Flensburger Förde.

Stadtteile

Die Stadt Flensburg teilt sich in 13 Stadtteile, die sich wiederum in insgesamt 38 statistische Bezirke gliedern.[2]

Die Stadtteile sind Altstadt, Neustadt (dän. Nystaden) (mit Duburg), Nordstadt (mit Klues), Westliche Höhe, Friesischer Berg (Friserbjerg), Weiche (Sporskifte), Südstadt, Sandberg (mit Adelbylund), Jürgensby (Jørgensby), Fruerlund, Mürwik (Mørvig), Engelsby und Tarup (mit Sünderup). Die Grenzen der Stadtteile und Stadtbezirke entsprechen dabei nur selten den Grenzen der früheren Landgemeinden bzw. den historischen Kirchspielgrenzen auf dem alten Stadtfeld.

Geschichte

Name

Die Herkunft des erstmals 1248 erwähnten Stadtnamens Flensburg konnte noch nicht geklärt werden. Einer Sage nach gab Herzog Knud Lavard einem Ritter Fleno den Auftrag, am Ende der Förde eine Burg zu errichten. Diese Fleno-Burg soll der Stadt ihren Namen gegeben haben.[3] Eine neue Theorie besagt, dass sich der Name von einer kleinen Turmfestung ableite, deren Fundamente in der Nähe der Marienkirche gefunden wurden und die auf einer kleinen Insel lag.[4]

Anfänge

Spätestens Mitte des 12. Jahrhunderts[5] entstanden am inneren Teil der Flensburger Förde Siedlungen um die späteren Kirchen Sankt Johannis, Sankt Nikolai, Sankt Marien und Sankt Gertrud. Die erstgenannte und wohl älteste Siedlung war Teil der Husbyharde in Angeln. Die übrigens befanden sich westlich der Förde und des hier einmündenden Scherrebeks in der Wiesharde. Sie waren dänische Handels- und Fischersiedlungen. Historiker nehmen an, dass es mehrere Gründe für die Wahl dieses Standortes gab:

Nach der Vernichtung der wendischen Land- und Seeherrschaft durch die Dänen unter Waldemar I. und die Sachsen unter Heinrich dem Löwen erlangten die kleinen Handelsniederlassungen größere Bedeutung und wuchsen immer mehr zusammen. Zu dieser Zeit existierte bereits die Knudsgilde, die schon damals mit Vorrechten ausgestattet war und in der Folge auf das Stadtregiment Einfluss ausüben konnte.

Nachdem Flensburg in den Kämpfen 1248 zwischen dem dänischen König Erik Plovpenning und seinem Bruder und Nachfolger Abel zerstört wurde, förderte letzter den Wiederaufbau.

Die Stadtrechtsurkunde Flensburgs aus dem Jahr 1284

1284 wurde dem neuen Ort das Stadtrecht, dessen Inhalt auf einen sehr regen Handelsverkehr schließen lässt, vom dänischen König Erik Glipping verliehen und von Herzog Waldemar IV. von Schleswig bestätigt. Flensburg wurde rasch die bedeutendste Stadt des Herzogtum Schleswigs. Das Herzogtum Schleswig war ein dänisches Lehen mit dem dänischen König als Lehnsherr und gehörte im Gegensatz zum südlich angrenzenden Holstein nicht zum Heiligen Römischen Reich. Wie andere schleswigsche Städte war Flensburg auch nicht Mitglied der Hanse. Dennoch bestanden enge Handelskontakte zu deutschen und europäischen Hansestädten. Ein bedeutendes Handelsgut jener Zeit waren in Salz eingelegte Heringe. Sie wurden in viele europäische Länder verschickt. Die bestimmende Macht in Flensburg war noch bis in die Reformation die Knudsgilde, die aus wohlhabenden Kaufleuten bestand.

Vermutlich 1263 oder früher wurde das Minoritenkloster erbaut.

Die Handelsstadt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Ab 1409 begannen die Auseinandersetzungen zwischen Holsteinern und Dänen um die Vormacht in Schleswig (siehe auch Sønderjylland). 1411 erreichte Königin Margarethe I. im Vertrag von Kolding die Abtretung großer Teile des Herzogtums Schleswig an Dänemark. Im selben Jahr wurde die Duburg auf dem Marienberg errichtet.

Flensburger Hafen um 1783
Flensburger Hafen um 1833

Am 28. Oktober 1412 starb Margarethe I. an Bord eines Schiffes im Hafen von Flensburg an der Pest. Die Pest und andere infektiöse Krankheiten waren für mittelalterliche Städte ein großes Problem. In gewissen Abständen rafften Pocken, die vom Rattenfloh (Xenopsylla cheopis) verursachte Beulenpest, die Rote Ruhr oder andere Seuchen große Teile der Flensburger Bevölkerung dahin. Leprakranke wurden im St.-Jürgen-Hospital (vor 1290 errichtet) isoliert, das vor den Toren der Stadt (heute: St.-Jürgen-Kirche) lag. Um 1500 wurde die Syphilis eingeschleppt. Das kirchliche Hospital Zum Heiligen Geist (heute: Heiliggeistkirche) steht in der Großen Straße (heute Flensburger Fußgängerzone).

Der Alltag der Flensburger war hart, die Verkehrswege waren schlecht. Die Hauptstraßen waren nicht gepflastert und unbeleuchtet. Teilweise waren die Bürger verpflichtet, die mit Viehdung durchtränkten Wege mit Holzstegen passierbar zu machen. Fenster hatten nur wenige Patrizierhäuser. Jeder Bürgerhaushalt hielt Vieh im Haus und Hof. Bürger hatten zudem eigene Kuh- und Schweinehirten, die das Vieh tagsüber außerhalb der Stadt hüteten.

1485 kam es zu einem Großbrand in Flensburg. Auch von Sturmfluten blieb Flensburg nicht verschont. Am Kompagnietor lassen sich heute noch die Wasserstände früherer Sturmfluten ablesen.

Ab 1526 fasste, verbreitet auf den Handelswegen, die lutherische Lehre in Flensburg Fuß. Damals predigte der Husumer Reformator Hermann Tast in der Stadt. Unterstützt vom jungen Herzog Christian trieb der ehemalige Dominikanermönch Gerd Slewert die Reformation voran. In der Folge öffnete sich Flensburg immer mehr der deutschen Kultur und Sprache, während das Umland dänisch geprägt blieb.

Nach dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert galt Flensburg als eine der bedeutendsten Handelsstädte im skandinavischen Raum. Selbst bis ans Mittelmeer, bis nach Grönland und in die Karibik reichten die Aktivitäten Flensburger Kaufleute. Die wichtigsten Handelswaren waren neben den Heringen zunächst Zucker und Tran, der auf der so genannten Grönlandfahrt durch Walfang gewonnen wurde. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete die Blütezeit. Der Einfall der Kaiserlichen unter Wallenstein 1627 und 1628, wie auch die dänisch-schwedischen Kriege 1643–1645 und 1657–1660 schlugen dem Wohlstand der Stadt erhebliche Wunden.

Wiederaufschwung im 18./19. Jahrhundert

Ansicht von Flensburg (um 1830)

Im 18. Jahrhundert erlebte Flensburg dank des Rumhandels eine zweite Blüte. Der Rohrzucker wurde aus Dänisch-Westindien importiert und in Flensburg raffiniert, vermutlich im Rahmen des Dreieckshandels. Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der Industrialisierung, konnten sich die Flensburger Zuckerraffinerien nicht mehr gegen die Konkurrenz der benachbarten Metropolen Kopenhagen und Hamburg behaupten.

Der in Flensburg verschnittene Rum war dann ein Ausweichgeschäft im Westindienhandel, von wo er eingeführt und als Rum-Verschnitt in ganz Europa vertrieben wurde. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde das Zuckerrohr statt aus Dänisch-Westindien aus dem damals britischen Jamaika bezogen. Von einst weit über 20 Rumhäusern (unter anderem Hansen, Pott, Sonnberg, Asmussen und Detleffsen), die die Stadt geprägt haben, besteht heute noch das Rumhaus A. H. Johannsen in der Marienstraße.

Zwischen 1460 und 1864 war Flensburg neben Kopenhagen der zweitgrößte Hafen im Dänischen Gesamtstaat und außerhalb des Königreiches Dänemark sogar der größte. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864) kam die Stadt zu Preußen und deutsche Sprache und Kultur, die bereits seit der Reformation zunehmend Fuß im Flensburger Bürgertum gefasst hatten, prägten nun immer stärker das Leben der Stadt. Dennoch zählt sich bis heute eine große Minderheit der Flensburger zur dänischen Volksgruppe.

Der Arzt Peter Henningsen gründete 1875 mit Kaufleuten zusammen die Ostseebadgesellschaft und versuchte ein Freibad mit Kurbetrieb an der Flensburger Förde zu etablieren. Von den Plänen verblieb der heutige Strand Ostseebad.[6]

20. Jahrhundert

Am 1. April 1889 wurde Flensburg ein eigenständiger Stadtkreis (kreisfreie Stadt) innerhalb der Provinz Schleswig-Holstein, blieb aber Sitz des Landkreises Flensburg. 1920 wurde nach Beschluss des Völkerbundes über den Grenzverlauf in Schleswig (Südjütland) abgestimmt. In Nordschleswig stimmte die Landbevölkerung für Dänemark, während die zahlenmäßig unterlegene Bevölkerung der Städte für Deutschland stimmte. Das gemeindeweise abstimmende Südschleswig mitsamt Flensburg votierte mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland. Infolge der von Dänemark definierten Zuschnitte der Abstimmungszonen und Abstimmungsmodalitäten fielen jedoch große Teile des Umlandes, insbesondere der Landkreise Flensburg, der Kollunder Wald und Tondern an Dänemark; Flensburg wurde Grenzstadt.

Die Stadt Flensburg erhielt von der deutschen Reichsregierung als Dank für das pro-deutsche Stimmverhalten das Deutsche Haus. Borgerforeningen und Flensborghus entwickelten sich zu Zentren der dänischen Flensburger.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Stadtverwaltung auch in Flensburg gleichgeschaltet und mit Wilhelm Sievers ein langjähriges NSDAP-Mitglied zum Oberbürgermeister ernannt. Dieser wurde nach einer parteiinternen Intrige Ende 1935 durch Ernst Kracht ersetzt. Im Zuge der Aufrüstung wuchs Flensburgs Bedeutung als Marinestützpunkt und Heeresgarnison. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt dennoch nur punktuell Kriegsschäden durch 41 Bombenabwürfe, die insgesamt 176 Tote forderten und die Stadt zu 4,7% zerstörten[7]. Am 19. Mai 1943 starben allerdings über 20 Kinder eines dänischen Kindergartens, als der Luftschutzkeller an der nahe von Werft und Kraftwerk gelegenen Batteriestraße einen Volltreffer erhielt. Durch die 41 Luftangriffe auf Flensburg wurden rund 1000 Wohnungen völlig zerstört[8]. Kurz nach dem Krieg forderte die Explosion eines Munitionslagers zahlreiche Opfer.

1945 war Flensburg für einige Wochen Sitz der letzten Reichsregierung unter Admiral Karl Dönitz, die nach dem Suizid Adolf Hitlers am 30. April 1945 und der Eroberung von Berlin Quartier in der Marineschule Mürwik nahm. Dort wurden ihre Mitglieder am 23. Mai 1945 von britischen Truppen abgesetzt und verhaftet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Flensburg zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete in Flensburg zwei DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen, der Ukraine, dem Baltikum und Jugoslawien.

In der Zeit nach dem Krieg gelangten viele Vertriebene in die Stadt, so dass die Einwohnerzahl 100.000 überschritt und Flensburg für einige Jahre Großstadt war. Wie im übrigen Landesteil Schleswig entwickelte sich nach 1945 auch in Flensburg eine relativ starke prodänische Bewegung, die an die Ideen der Eiderdänen anknüpfte. Ziel vieler Anhänger war der Anschluss der Stadt an Dänemark. Flensburg hatte so noch einige Jahre nach 1945 Bürgermeister aus der dänischen Minderheit.

Am ehemaligen Marinestützpunkt befindet sich heute mit Sonwik ein neuer Stadtteil mit modernen Wasserhäusern am neuen Yachthafen. (2007)

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland profitierte Flensburg zunehmend von der Ansiedlung militärischer Einrichtungen, die auch die wirtschaftlichen Nachteile der Randlage der Stadt kompensieren sollten. Seit der deutschen Wiedervereinigung nahm die Zahl der Soldaten jedoch wieder um über 8.000 ab, da Militäreinrichtungen abgebaut oder in die östlichen Bundesländer verlagert wurden. Insbesondere die größeren schwimmenden Einheiten wurden zusammen mit den landgestützten Versorgungseinrichtungen nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt. So entfiel auch der zeitaufwändige Marsch der Flotteneinheiten durch die Flensburger Förde in ihre Einsatzgebiete in der Ostsee. Heute werden die ehemaligen Hafenanlagen der Bundesmarine durch Sportboote zivil genutzt (Marina Sonwik).

Eine große Rolle spielt bis heute der deutsch-dänische Grenzhandel. Einige dänische Unternehmen wie Danfoss siedelten sich aus steuerlichen Gründen direkt südlich der Grenze in Flensburg und seinen Nachbargemeinden an.

1970 wurde der Kreis Flensburg-Land um die Gemeinden des Amtes Medelby im Kreis Südtondern erweitert und 1974 mit dem Kreis Schleswig zum neuen Kreis Schleswig-Flensburg vereinigt, dessen Kreissitz die Stadt Schleswig wurde. Damit verlor Flensburg seine Funktion als Kreisstadt, blieb selbst aber eine kreisfreie Stadt.

21. Jahrhundert

Datei:Stadt-Flensburg-Logo.svg
Flensburgs Logo für Öffentlichkeitsarbeit

Heute ist Flensburg die größte Stadt im Landesteil Schleswig und Zentrum des deutsch-dänischen Grenzlandes. Die Stadt ist Universitäts- und Fachhochschulsitz und bis heute geprägt von Marine, Grenzhandel sowie ihrer Geschichte als Rumstadt. Aufgrund der schlechten Finanzlage der Stadt beschloss der Rat im Jahr 2006 den Verkauf des Kollunder Waldes an eine Privatperson.

Eingemeindungen

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Flensburg eine Fläche von insgesamt 2639 Hektar. Ab 1874 wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen in die Stadt Flensburg eingegliedert:

Jahr Orte Zuwachs in ha
23. Februar 1874 Süder- und Norder-St. Jürgen 36
27. Juni 1875 Fischerhof 3
27. Juli 1875 Duburg 10,5
27. Juli 1875 Hohlwege 5,5
01. Dezember 1900 Jürgensgaard 205
01. April 1909 Klues 19
01. April 1910 Twedt, Twedterholz/Fruerlund und Engelsby 1458
26. April 1916 Teil des Kluesrieser Forstes (incl. Wasserfläche) 146,5
26. April 1970 Adelbylund (Gemeinde Adelby) 132
01. November 1971[9] Ausgemeindung des Strandes von Wassersleben 147,5
24. März 1974[9] Sünderup und Tarup (Gemeinde Adelby)  ?

Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Flensburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten in der Stadt 1835 etwa 12.000 Menschen, so waren es 1900 bereits rund 50.000. Im Jahre 1945 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Flensburg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1949 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 108.585 (mit Flüchtlingen) ihren historischen Höchststand. 1952 sank die Zahl wieder unter die Grenze von 100.000 und ist seitdem weiter gefallen. Am 30. November 2012 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Hamburg und Schleswig-Holstein 90.288 Einwohner. Davon stellen die Dänen mit 2178 Personen (Stand: 30. Dezember 2011) den größten Anteil an der ausländischen Bevölkerung, gefolgt von Türken (952), Polen (469), Griechen (255) und Russen (236)[10]. Der Großraum Flensburg, bestehend aus der Stadt und den sie umgebenden Ortschaften, zählt rund 133.000 Einwohner.

Sprachen

In Flensburg werden verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen. Neben hochsprachlichem Deutsch (Standarddeutsch) sind dies der heimische niederdeutsche Dialekt des Niedersächsischen (Plattdeutsch), Dänisch und Sønderjysk (Plattdänisch). Nur wenige der aus Nordfriesland zugewanderten Friesen sprechen heute noch ihr Nordfriesisch. Die weit verbreitete Begrüßungsanrede Moin Moin wird der friesischen Sprache zugerechnet.

Eine Besonderheit ist das Flensburger Petuh (auch Petu). Petuh verbindet Elemente von hochsprachlichem Deutsch, Niederdeutsch und Dänisch. Diese Mundart wird nur noch von wenigen Flensburgern gesprochen.


Religion

Seit der Eingemeindung von Tarup ist die Adelbyer Kirche (oder Johanniskirche) aus dem 11. Jahrhundert die älteste Kirche Flensburgs. (2007)

Evangelisch-lutherische Kirchen

Flensburgs Evangelisch-Lutherische Gemeinden sind Teil der Nordelbischen Landeskirche oder der Dänischen Kirche in Südschleswig. Zudem besteht eine kleine Gemeinde der altkonfessionellen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Die Stadt und das Umland war traditionell Teil des bereits im Jahr 948 gegründeten Bistum Schleswig. 1526 wurde mit der ersten lutherischen Predigt in Sankt Nikolai die Reformation eingeführt. 1540 entstand in den Herzogtümern schließlich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein, die sich im Jahre 1977 mit den Landeskirchen in Lübeck und Hamburg zur Nordelbischen Kirche vereinigte.

Flensburg ist Sitz[11] des am 1. Mai 2009 aus einer Fusion der bisherigen Kirchenkreise Flensburg, Schleswig und Angeln entstandenen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg[12] innerhalb des Sprengel Schleswig und Holstein. Dem neuen Kirchenkreis Schleswig-Flensburg gehören 24 Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg an. Die deutschen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Flensburg sind:

  • Adelby
  • Engelsby
  • Fruelund
  • Mürwik (Christuskirche)
  • Paulus
  • St. Gertrud
  • St. Johannis
  • St. Jürgen
  • St. Marien
  • St. Michael
  • St. Nikolai
  • St. Petri
  • Weiche
Heiliggeistkirche von 1386 (Foto von 2007)

Parallel zur deutschen Landeskirche entstand 1920 die Dänische Kirche in Südschleswig, die die kirchliche Arbeit innerhalb der dänischen Minderheit bündelt. Deren Hauptkirche ist die Heiliggeistkirche in der Altstadt. Die übrigen Kirchen der Altstadt (Sankt Nikolai, Sankt Marien und Sankt Johannes) gehören der Nordelbischen Kirche an. Die dänischen evangelisch-lutherischen Gemeinden der Stadt sind:[13]

  • Helligåndskirken (Altstadt)
  • Ansgar (Flensburg-Nord)
  • Sct. Jørgen-Mørvig
  • Sct. Hans og Adelby
  • Sporskifte

Römisch-Katholische Kirche

Im 19. Jahrhundert siedelten wieder Katholiken in der Stadt. Im Jahre 1899 wurde die katholische Pfarrkirche St. Marien erbaut. Nachdem das Bistum Schleswig bereits seit der Reformation nicht mehr existierte, gehörten die katholischen Gemeinden Flensburgs zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen. 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins auf Grund des Preußischen Konkordates von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg. Innerhalb des Erzbistums Hamburg gehören zum Dekanat Flensburg die 5 Pfarrgemeinden[14]

  • St. Marien Schmerzhafte Mutter (Flensburg)
  • St. Ansgar (Flensburg)
  • St. Martin (Tarp)
  • St. Anna (Harrislee)
  • St. Laurentius (Glücksburg)

Evangelische Freikirchen

Neben den genannten Kirchen bestehen in Flensburg auch Gemeinden evangelischer Freikirchen. Diese sind:

Sonstige Kirchen

Weitere Religionen

Seit einigen Jahren besteht wieder auch eine kleine jüdische Gemeinde in der Stadt. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist mit einer Gemeinde in der Stadt vertreten. Die Zeugen Jehovas sind mit zwei Gemeinden vertreten. In Flensburg gibt es zwei islamische Gemeinden, die über eigene Moscheen verfügen.

Politik

Politische Gremien

An der Spitze der Stadt Flensburg stand seit Jahrhunderten der Rat, mit zwei Bürgermeistern, je einer für die Nordstadt (Sankt Marien) und einer für die Südstadt (Sankt Nikolai und Sankt Johannis). Die Mitglieder des Rates und die Bürgermeister wurden vom Rat selbst bestimmt. Schieden Ratsmitglieder aus, wurden von den verbliebenen Ratsherren Nachfolger bestimmt, wobei jede der beiden Stadthälften gleich viele Mitglieder im Rat hatte. Die Ratsherren trugen meist den Titel „Senator“.

Der Rat bestand in Flensburg bis 1742, dann wurde der „Bürgermeister des Nordens“ zum „Dirigierenden Bürgermeister“ vom Landesherrn, also dem König von Dänemark ernannt. Aus diesem „Dirigierenden Bürgermeister“ wurde später der „Erste Bürgermeister“. Der „Zweite Bürgermeister“ trug lediglich den Titel „Bürgermeister“. Nach dem Übergang der Stadt an Preußen wurden ab 1870 die Bürgermeister von den Bürgern der Stadt gewählt, wobei der Erste Bürgermeister meist den Titel „Oberbürgermeister“ erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte die Ernennung des Stadtoberhauptes direkt durch die NSDAP.

Stadtverwaltung Flensburg (2007)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach britischem Vorbild eine zweiteilige Verwaltungsspitze eingeführt. An der Spitze der Stadt stand zunächst als Vorsitzender des Rates und des Magistrats der vom Rat gewählte Oberbürgermeister. Daneben gab es als Leiter der Verwaltung einen „Oberstadtdirektor“. 1950 trat die neue schleswig-holsteinische Gemeindeordnung in Kraft. Danach wurde der Titel „Oberbürgermeister“ (wieder) auf den Leiter der Verwaltung übertragen. Er wurde zunächst weiterhin vom Rat gewählt. Der Vorsitzende des Rates trägt seither den Titel „Stadtpräsident“. Dieser wird ebenfalls nach jeder Kommunalwahl vom Rat gewählt. Seit 1999 wird der Oberbürgermeister jedoch wieder von der Bevölkerung direkt gewählt.

Oberbürgermeister

Der erste direkt gewählte Oberbürgermeister Hermann Stell verstarb am 4. Mai 2004 in Hamburg während eines Handballspiels an den Folgen eines Schlaganfalls. Zu seinem Nachfolger wurde mit 59 Prozent der Stimmen am 14. November 2004 der parteilose, von der CDU vorgeschlagene Klaus Tscheuschner gewählt. Dieser konzentrierte sich auf Sparmaßnahmen, Infrastrukturprojekte wie den Abschluss der Osttangente und die Entbürokratisierung der Verwaltung.

Im Oktober 2010 wurde ein neuer Oberbürgermeister in Flensburg gewählt. Bei der Wahl am 31. Oktober 2010 traten insgesamt neun Kandidaten an.[15] Dabei qualifizierten sich Elfi Heesch (mit 25,1 Prozent, CDU/Grüne) und Simon Faber (19,4 Prozent, SSW) für die Stichwahl am 21. November 2010. In dieser siegte Faber mit 54,8 Prozent über Heesch (45,2 Prozent).


Stadtrat

Im Flensburger Rat sitzen heute Fraktionen der W.i.F. (Wir in Flensburg Wählergemeinschaft), des SSW, der CDU, der SPD, der Linken, von Bündnis 90/Die Grünen, der FDP sowie die durch Abspaltung von der W.i.F. entstandene AKOPOL-Fraktion („Arbeitskreis Kommunalpolitik in Flensburg“).

Die Kommunalwahl in Flensburg fand am 25. Mai 2008 statt und brachte für den Stadtrat folgendes Ergebnis:

Partei Stimmen Prozent Mandate
Wählergemeinschaft Wir in Flensburg 6.466 22,29 % 10
SSW 6.394 22,04 % 9
CDU 5.963 20,52 % 9
SPD 4.621 15,93 % 7
Die Linke 2.130 7,34 % 3
Bündnis 90/Die Grünen 2.107 7,26 % 3
FDP 1.332 4,59 % 2


Knapp ein Jahr nach der Kommunalwahl kam es zu einem Zerwürfnis in der Wählergemeinschaft WiF. Der Ratsherr Hans Andersen trat aus der WiF aus und war als fraktionsloser Ratsherr in der Ratsversammlung vertreten. Die WiF war infolge der Trennung von Hans Andersen nicht mehr allein stärkste Fraktion im Flensburger Rathaus; CDU, SSW und WiF hatten jeweils 9 Mandate. Zwei Jahre nach der Kommunalwahl traten zwei weitere Ratsmitglieder aus der WiF-Fraktion aus und gründeten die AKOPOL-Fraktion. Als im Dezember 2012 Ratsherr Jörg Petersen von der FDP zur dann größten Fraktion der CDU wechselte, trat wenige Tage später Hans Andersen der FDP-Fraktion bei, die dadurch ihren Fraktionsstatus behalten konnte.

Rathaus

Ehemals befand sich das Rathaus in der Nähe des jetzigen Stadttheaters in der Rathausstraße. Später wurde das ehemalige Ständehaus am Holm als Rathaus genutzt. Beide Häuser stehen heute nicht mehr, Letzteres wich in den 1960er Jahren einem größeren Kaufhausbau.

Wappen

Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß ein sechseckiger roter Turm mit blauem Spitzdach, aus dem übereinander zwei herschauende, rot gezungte blaue Löwen hervorbrechen; oben ein roter Schild mit silbernem Nesselblatt.“[16]

Die beiden Schleswigschen Löwen symbolisieren Schleswig. Das Nesselblatt steht für Holstein und wurde erstmals während der Pfandherrschaft der Schauenburger Grafen über Schleswig im 15. Jahrhundert eingeführt, doch erst in der Kaiserzeit wieder als fester Bestandteil des Wappens übernommen. Der Turm weist auf die alten Stadtrechte Flensburgs und auf die frühere Burg hin, die der Stadt ihren Namen gab. Die Wellen deuten auf die Lage der Stadt an der Flensburger Förde hin.

Das Wappen wurde durch König Wilhelm II. von Preußen im Jahre 1901 verliehen und in einer überarbeiteten Form am 19. Januar 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein neu genehmigt.

Flagge

Blasonierung: „Auf blauem Flaggentuch das Stadtwappen, etwas zur Stange hin verschoben.“[16]

Verwaltungsgemeinschaft

Flensburg führt seit dem 1. Januar 2008 im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft die Verwaltungsgeschäfte von Glücksburg.

Städtepartnerschaften

Flensburg unterhält Städtepartnerschaften mit Carlisle in England (Vereinigtes Königreich) (seit 1961), mit Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern (seit 1987) und mit Słupsk, dt. Stolp, in Polen (seit 1988). Carlisle, Flensburg und Słupsk bilden eine Dreieckspartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Flensburg stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Theater

Das Stadttheater ist Spielstätte des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und Sinfonieorchesters (2009).

Archive und Bibliotheken

Der Oluf-Samsons-Gang mit Blick auf die in der Norderstraße gelegenen Dänischen Zentralbibliothek für Südschleswig (2003)

Flensburg ist Sitz mehrerer Bibliotheken und Archive.

Museen

In der Flensburger Museumslandschaft spielen zwei Ausstellungskomplexe eine entscheidende Rolle für den Tourismus der Stadt: ein erster Komplex ist der westlich an die Innenstadt angrenzende Museumsberg. Die Ausstellungen des 1876 gegründeten städtischen Museums befassen sich in zwei Gebäuden mit der schleswigschen Kunst- und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Das Spektrum reicht von Bauernstuben wie Döns und Pesel über Werke aus der Jugendstilära bis hin zu Malereien von Emil Nolde und Erich Heckel.[17] Im Erdgeschoss des Heinrich-Sauermann-Hauses ist seit 2001 zudem das Naturwissenschaftliche Museum untergebracht, das die Tier- und Pflanzenwelt des nördlichen Schleswig-Holsteins veranschaulicht. In dem ebenfalls vom Museum getragenen Christiansenpark befindet sich in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude von 1920 das Eiszeit-Haus, das Sammlungen zur Erdgeschichte beherbergt. Zum Museumsareal gehört auch der Alte Friedhof, auf dem der Idstedt-Löwe von 1862 an vergangene Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Dänen erinnert. Als Zeichen der Versöhnung kehrte das Denkmal nach einer Odyssee über Berlin (ab 1868) und Kopenhagen (ab 1945) im Jahr 2011 an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Ein zweiter Komplex und bedeutsamer Tourismusfaktor ist der Historische Hafen auf der Westseite der Förde, vor allem im Sommer ein Besuchermagnet und zugleich Standort regelmäßiger Veranstaltungen. 1984 eröffnete hier in einem ehemaligen Zollpackhaus das Schifffahrtsmuseum, das sich wie der Museumsberg in städtischer Hand befindet, und das 2012 nach knapp zweijähriger Umbauphase neu eröffnet wurde. Seitdem ist auch das ehemalige Zollamtsgebäude im Museumshof Bestandteil des Schifffahrtsmuseums. Hier dokumentiert Deutschlands einziges Rum-Museum die Geschichte des über Jahrhunderte nachgegangenem Rumhandels der Stadt, inklusive Sklavenhandel[18]. Gegenüber wird seit 1979 in Vereinsarbeit der Museumshafen von Flensburg betrieben, in dem sich entlang eines Holzstegs eine Vielzahl historischer Berufssegler aneinander reihen. Ständiger Gast ist hier der 1931 erbaute Haikutter Dagmar Aaen, mit dem der Abenteurer Arved Fuchs bereits Nordost- und Nordwestpassage durchquerte. Am Ende des Stegs wurde 1991 ein Nachbau des Flensburger Hafenkrans errichtet, der zwischen 1726 und 1889 bestand. Auf der Landseite erhalten Besucher der Museumswerft seit 2001 einen Einblick in den Segelschiffbau vergangener Zeiten. Ein Stück weiter südlich in Höhe des Kompagnietors hat der Salondampfer Alexandra von 1908 seinen ständigen Liegeplatz - mit eigener Brücke und Pavillon. Deutschlands letzter seegehender Passagierdampfer gilt als maritimes Wahrzeichen Flensburgs. Der Dampferbrücke schließt sich seit 2006 eine Sammlung Klassischer Yachten an, die von gelben Holzhütten flankiert wird. Touristisch vermarktet werden die Attraktionen des Historischen Hafens über den fiktiven Flensburger Kapitänsweg, ein kulturereller Rundgang, der an weiteren Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt vorbeiführt.[19] Station des Weges ist auch der alte Fischereihafen am Ostufer, in dem das winzige Fischereimuseum Zeugnis über den einst so geschäftigen Fangbetrieb ablegt, der zu seiner Hochkonjunktur rund 150 Familien ernährte. Es entstand auf Initiative des 1872 gegründeten Flensburger Fischerei-Vereins, in dem die heute noch 80 verbliebenen Nebenerwerbsfischer organisiert sind (Stand 2012).[20]

In modernem Gewand gibt sich die Phänomenta, ein Science Center der Universität Flensburg, das seit Mitte der 1990er Jahre Natur und Technik erleb- und begreifbar macht. Ein umstrittener Erweiterungsbau sorgt seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 für einen scharfen Kontrast zum angrenzenden Nordertor.

Weiter nördlich steht auf einem Hügel die denkmalgeschützte Bergmühle von 1792. Die letzte von einst 30 mahlfähigen Windmühlen der Stadt[21] öffnet mehrmals im Jahr ihre Pforten.

Im Stadtteil Mürwik besteht einmal wöchentlich Zugang zum Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum, das in seiner Lehrsammlung seit 1991 anderthalb Jahrhunderte Marinegeschichte präsentiert. Es liegt auf dem Gelände der Marineschule Mürwik, das in der Regel Zivilisten verschlossen bleibt.

Bauwerke

Das Ende des 16. Jh. erbaute Nordertor am Ende der Norderstraße gilt als Wahrzeichen der Stadt. (2006)
Das Kompagnietor von 1602 ist eines der ältesten Gebäude Flensburgs. (2007)

Flensburg verfügt über eine gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten früherer Jahrhunderte. Charakteristisch ist die Lage parallel zum Wasser. Drei der vier Altstadtkerne erstrecken sich entlang dieser Nord-Süd-Achse an der Förde. Der Bauboom der Kaiserzeit führte zwar zu einer teilweisen Verbauung der Altstadt, aber ohne deren Struktur zu zerstören, und führte bemerkenswerte Stadterweiterungen mit sich. Im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört geblieben, setzte sich in Flensburg wie andernorts nach dem Zweiten Weltkrieg eine Baupolitik durch, die sich von den altstädtischen Strukturen lösen und die Innenstadt im Stil der Zeit neu gestalten und mit überdimensionierten Verkehrsbauten überziehen wollte. Dies konnte zwar wegen Geldmangels verhindert werden, doch führte die Planungsunsicherheit zum Verfall insbesondere der nördlichen und der östlichen Altstadt. Zahlreiche Altbauten verschwanden und wurden durch unangepasste Neubauten ersetzt. Dieser Trend wurde erst gegen Ende der 1970er Jahre gestoppt. Trotz erheblicher Verluste bietet Flensburg immer noch das Bild einer weitgehend geschlossen erhaltenen Altstadt im Tal, an die sich die Erweiterungen der Gründerzeit auf den Anhöhen gut anfügen.

  • Johanniskirche, älteste Kirche der Stadt, 12. Jahrhundert
  • Marienkirche, hochgotisch, barock umgestaltet, Turm von 1885, wertvolle Ausstattung
  • Nikolaikirche, gotische Hauptkirche, berühmter Orgelprospekt von Hinrich Ringeringk
  • Heiliggeistkirche, ehemals Kapelle des Hospitals zum Heiligen Geist
  • Franziskanerkloster, Reste von 1263
  • Nordertor, Wahrzeichen der Stadt
  • Kompagnietor, erbaut 1602, Schifferkompagnie und Hafentor
  • Alt-Flensburger Haus, Elternhaus der Brüder Eckener, Norderstraße 8
  • Flensborghus, ein ehemaliges Waisenhaus, heute dänisches Kulturzentrum, Norderstraße 76
  • Zahlreiche Kaufmannshöfe, vom alten Hauptstraßenzug Holm-Große Straße-Norderstraße abgehend, die größte architektonische Besonderheit der Stadt
  • Südermarkt mit dem ältesten Haus der Stadt
  • Nordermarkt mit dem Schrangen und Neptunbrunnen
  • Rote Straße mit Handwerkerhöfen
  • Jürgenstraße mit dem Gängeviertel, frühere Vorstadt
  • Oluf-Samsons-Gang, Gasse mit kleinen Fachwerkhäusern, das historische „Rotlichtviertel“ Flensburgs
  • Speicherlinie
  • Schiffbrücke
  • geringe Reste der Stadtmauern, an der Nikolaikirche und am Franziskanerkloster
  • Bergmühle und Johannismühle
  • Deutsches Haus, Versammlungs- und Veranstaltungshalle im Zentrum
  • Hauptbahnhof, 1929 fertig gestellt
  • Rathaus, siebzehnstöckiger Kubus von 1964, 1997 totalrenoviert
  • Westindienspeicher
  • Zuckerspeicher
  • Wasserturm Flensburg-Mürwik
  • Idstedt-Löwe, auch Flensburger Löwe, Denkmal auf dem Alten Friedhof, 1862 enthüllt, 1866 nach Berlin abtransportiert, von 1945–2011 in Kopenhagen, seit September 2011 wieder in Flensburg auf dem alten Friedhof. Am Heckeshorn in Berlin-Wannsee steht eine Kopie aus dem Jahr 1869.

Verlorene Bauten

Eine Gedenktafel erinnert an die 1411 erbaute Duburg.
Beim heutigen ZOB stand früher das Bahnhofsgebäude von 1883. (Foto um 1900)
  • Gertrudenkirche, Kirche der Ramsharde, nach Reformation eingegangen, Friedhof bis 1822 erhalten
  • Jürgen-Hospital, nach Reformation aufgegeben, heute steht dort die neue St. Jürgen-Kirche
  • Duburg, Stadtburg aus dem 15. Jahrhundert
  • Duburg Kaserne, erster Kasernenanlage der Stadt, 1872/76 – 1987/95
  • Altes Rathaus, 15. Jahrhundert, Rathausstraße, 1883 abgerissen
  • Ständehaus, Rathaus und Appellationsgericht, 1850–64 politisches Zentrum des Herzogtums Schleswig, 1964 einem Kaufhausneubau gewichen
  • Speicher Johannisstraße 78, 1945 durch Bombe zerstört
  • Tore und Stadtbefestigungen wie das Rote Tor oder das Friesische Tor
  • Bismarck-Brunnen, Südermarkt (1903–1937)
  • Indigohof, Angelburger Straße heute C&A, abgebrochen in den 1970er Jahren
  • Kattsund, Bebauung östlich und südlich der Nikolaikirche, abgebrochen um 1905
  • Englischer Bahnhof und Preußischer Staatsbahnhof, heute: ZOB
  • Flensburger Hafenbahn

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Flensburger Förde
  • Alter Friedhof, Parkanlage mit bemerkenswerten Grabdenkmälern des 19. Jahrhunderts
  • Christiansenspark, Überrest eines großen Landschaftsparks
  • Volkspark im Osten der Stadt
  • Marienhölzung (dänisch: Frueskov) im Westen der Stadt
  • Klueser Wald mit Verlauf nach Wassersleben
  • Hafenspitze
  • Rummelgang, Grüne Oase mit Fördeblick
  • Gnomenkeller historische Gaststube

Regelmäßige Veranstaltungen

Rum-Regatta im Jahr 2005
Der Salondampfer Alexandra gilt als maritimes Wahrzeichen Flensburgs. (2007)

Einen zentralen Platz regelmäßiger Veranstaltungen nimmt der Flensburger Hafen ein, hierbei vor allem die Promenade am Westufer, die sich vom Volksbad über den historischen Hafen bis zur Hafenspitze erstreckt. Größtes Hafenfest sind – mit rund 400.000 Besuchern allein im Jahr 2010[22] – die Flensburg Nautics, ein internationales Großseglertreffen, das seit 2004 alle zwei Jahre im August veranstaltet wird.[23] Ein weiteres Großereignis ist das seit 1993 in ungeraden Jahren stattfindende DampfRundum, auf dem z. B. 2009 etwa 350.000 Besucher gezählt wurden[24]. Bei Europas größtem Treffen von Dampfschiffen und -lokomotiven (nach PS) fungiert der heimische Salondampfer Alexandra als Gastgeberschiff.[25][26]:46, 106 Alljährlich zum Himmelfahrtswochenende wird vom Flensburger Museumshafen aus die Rum-Regatta ausgerichtet, der die Flensburg-Fjord-Regatta vorausgeht. Mit rund 120 teilnehmenden Schiffen (2012)[27] gilt die 1980 initiierte Regatta als größtes Gaffelseglertreffen in Nordeuropa.[28][26]:199 Ebenfalls vom Verein des Museumshafens werden die eher beschauliche Apfelfahrt im Oktober (seit 1980) und der Grogtörn, eine winterliche Regatta am 2. Weihnachtstag, organisiert.[29] Der Innenhafen ist zudem regelmäßig Schauplatz des Drachenbootcups im August (seit 2004), dem 2011 mehrere Dutzend Mannschaften und rund 12.000 Zuschauer beiwohnten,[30] sowie eines Entenrennens im darauffolgenden Monat, an dem im selben Jahr fast 5.000 Kunststoffenten teilnahmen.[31] Ferner ziehen von März bis Oktober an jedem 2. Sonntag im Monat die rund 60 Verkaufsstände des Flensburger Fischmarkts Besucher an die Hafenpromenade.[32]

Flensburgs größtes Altstadtfest ist das von mehreren Hunderttausend besuchte Tummelum, dessen Name sich aus der Mischsprache Petuh herleitet und etwa „Unruhe“ bedeutet. Das dreitägige Fest entsprang dem 700jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1984 und wird alle zwei Jahre im Frühjahr/Sommer von der IG Flensburg Innenstadt organisiert.[33][26]:235 Im November/Dezember wird in der Innenstadt der Weihnachtsmarkt abgehalten. Vom Südermarkt über Holm, Große Straße bis zum Nordermarkt säumen eine Reihe von – auch Punsch feilbietenden – Glühweinständen den Weg, weshalb der Volksmund dem Abschnitt den Namen „Punschmeile“ gab.[26]:188 Die Exe (Kurzform von „Exerzierplatz“) im Stadtteil Friesischer Berg ist Standort des zweimal jährlich stattfindenden Jahrmarkts. Auf dem sonst als Großparkplatz genutzten Gelände wurden bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts Viehmärkte und ab 1880 Krammärkte abgehalten.[26]:57

Zu den nennenswerten Kulturveranstaltungen der Stadt zählen das internationale Folkfestival Folkbaltica im April/Mai (seit 2005), an dem sich auch dänische Minderheitsinstitutionen beteiligen,[26]:75 und die Flensburger Hofkultur im Spätsommer. Bei dem 1995 gegründeten Kulturfestival dienen die Kaufmannshöfe der Altstadt als Kulisse für Veranstaltungen unterschiedlichster Art.[26]:109 Live-Musik wird außerdem bei Flensburg unplugged im März und in Flensburg seit 1999 auf dem Kneipenfestival Honky Tonk im September gespielt.[26]:111 An Filmliebhaber richten sich die Flensburger Kurzfilmtage (seit 2000), die zusammen mit dem Animationsfestival tricky (seit 2005) jedes Jahr im Oktober veranstaltet werden. Gemeinsame Spielstätte ist das Programmkino 51 Stufen im Deutschen Haus.[26]:139 Eine Zusammenarbeit von Deutschen und Dänen ist das 2010 ins Leben gerufene, internationale Literaturfestival litteraturfest.nu, zu dem bekannte Autoren aus den nordischen Ländern eingeladen werden.[34]

Die dänische Minderheit versammelt sich im Mai/Juni auf dem Årsmøde (Jahrestreffen). Der Südschleswigsche Verein (dän. Sydslesvigsk Forening) ist Veranstalter des alljährlichen Treffens, das in Flensburg erstmals ein Jahr nach der Volksabstimmung von 1920 ausgerichtet wurde.[26]:17

Flensburg als Filmkulisse

Seit 1986, dem Beginn der Dreharbeiten zur Serie Der Landarzt, dient Flensburg der Serie als Kulisse für Außen- und Stadtaufnahmen. Die Serie Da kommt Kalle spielt dagegen sogar überwiegend in Flensburg, häufig dient hier der Hafen, aber auch viele andere Bereiche von Flensburg, als Drehort. 2005 drehte der in Flensburg geborene Regisseur Till Franzen seinen ersten abendfüllenden Spielfilm Die blaue Grenze in Flensburg und in der angrenzenden Region Syddanmark. Auch wurden Teile des Films Nimmermeer (2006) in Flensburg gedreht.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft profitiert vom Grenzhandel und vom Waren- und Dienstleistungsexport in das Nachbarland Dänemark. Dadurch konnte sich die Stadt 2006 den Titel Exportmeister Schleswig-Holsteins sichern. Das Technologiezentrum in Flensburg-Rude trägt seinen Teil dazu bei, indem es studierten Jungunternehmern Räumlichkeiten und Labors zur Entwicklung von Innovationen bereitstellt. Der Betreiber, die Wireg GmbH, übernimmt sämtliche Buchhaltungs- und Verwaltungsaufgaben der Jungfirmen. Bei Erfolg verlassen solche Unternehmen das Technologiezentrum und lassen sich in der Nähe nieder.

Grenzhandel nahe der dänischen Grenze: Scandinavian Park, Luftbild (2010)

Zahlreiche Geschäfte beraten ihre Kunden auf dänisch; skandinavische Unternehmen eröffnen Niederlassungen an der Förde. Beliebt bei den Dänen sind die ortsansässigen Grenzshops, in denen es eine Vielfalt an dänischen Produkten zu günstigeren deutschen Preisen gibt. Auch einheimische Kunden besuchen gerne den Grenzhandel.[35]

Öffentliche Einrichtungen

Das Kraftfahrt-Bundesamt (auch als „Verkehrssünderkartei“ bekannt) an der Fördestraße (2006)

Weithin bekannt ist das Verkehrszentralregister, die sogenannte Flensburger Verkehrssünderdatei, die vom Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg geführt wird. Des Weiteren haben folgende Einrichtungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz in Flensburg:

Ansässige Unternehmen

Gesundheitswesen

Flensburg ist Sitz mehrerer Krankenhäuser wie des Diakonissenkrankenhauses Flensburg und des Malteser Krankenhauses Sankt Franziskus. Den dänischen Flensburgern steht der Dänische Gesundheitsdienst für Südschleswig zur Verfügung.

Medien

In Flensburg erscheinen mit dem Flensburger Tageblatt und der Flensborg Avis zwei Tageszeitungen. Die Flensborg Avis erscheint zweisprachig, in deutscher und dänischer Sprache. Daneben gibt es Anzeigenblätter wie MoinMoin und Wochenschau.

Das NDR-Studio in Flensburg (2011)

Der Norddeutsche Rundfunk betreibt in der Nähe des Deutschen Hauses ein Studio für Hörfunk und Fernsehen. Mit dem Offenen Kanal Flensburg gibt es in der Stadt auch ein Bürgerfernsehen.

Von 1990 bis 1996 sendete Förde Fetz Radio jeden Freitagabend ein Programm mit Rockmusik und Szeneberichten aus Flensburg. Ausgestrahlt wurde es über ein Lokalradio im dänischen Gravenstein. Über dieselbe Station sendete von 1993 bis 1996 Radio Flensburg etwa drei Stunden am Tag. Ziel war, ein Stadtradio zu etablieren. Das Projekt musste jedoch aufgrund finanzieller Probleme des dänischen Senders wieder eingestellt werden. Seit dem 1. Oktober 2006 sendet Radio Flensburg als Internetradio.

Sendemasten

Auf dem Fuchsberg in Flensburg-Engelsby betreibt der NDR den Sender Flensburg, eine Sendeanlage für UKW, TV und Mittelwelle. Daneben existiert in Freienwill (rund 4 km südlich von Flensburg) der Fernmeldeturm Freienwill, von dem Flensburg und Umgebung versorgt werden. Darüber hinaus senden vom nahen Sender Wassersleben einige Programme für Flensburg.

Bildung

  • Universität Flensburg mit rund 4.000 Studenten; gegründet 1946 als Pädagogische Hochschule, wurde sie 1994 zur Universität erhoben.
  • Fachhochschule Flensburg mit mehr als 3.500 Studenten; 1886 entstand eine Königliche Seedampf-Maschinisten-Schule, aus welcher sich eine Schiffsingenieurschule entwickelte. Aus dieser wiederum ging die Fachhochschule für Technik hervor, die 1973 in die Fachhochschule Flensburg umgewandelt wurde, nachdem auch der Fachbereich Wirtschaft gegründet worden war.
  • Die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein mit ihrem Hauptsitz in Kiel unterhält einen Standort in Flensburg in den Pekohöfen. Hier wird neben vielen beruflichen Weiterbildungen auch die theoretische Ausbildung der Flensburger Studenten der Berufsakademie durchgeführt.
  • Marineschule Mürwik hier wird der Offiziersnachwuchs der Deutschen Marine ausgebildet
  • Volkshochschule Flensburg bietet wie in anderen Städten ein breites Spektrum an Kursen innerhalb der Erwachsenenbildung an.
  • Voksenundervisning (zu deutsch Erwachsenenbildung) ist das Bildungsangebot der dänischen Volksgruppe. Die Voksenundervisning wird vom dänischen Schulverein für Südschleswig getragen.

Gymnasien

  • Abendgymnasium Flensburg (Unterabteilung des Fördegymnasiums Flensburg)
  • Altes Gymnasium, humanistisches Gymnasium, ältestes Gymnasium Flensburgs, 1566 vom König Frederik II. als Gymnasium trilingue (Latein, Altgriechisch, Hebräisch) gegründet; das jetzige Gebäude wurde 1912–1914 erbaut
  • Auguste-Viktoria-Schule, benannt nach der letzten deutschen Kaiserin Auguste Viktoria
  • Duborg-Skolen, dänisches Gymnasium
  • Fördegymnasium in Mürwik
  • Goethe-Schule, Gymnasium in Jürgensby

Gemeinschaftsschulen

Die Kurt-Tucholsky-Schule in Flensburg-Tarup. (1997)
  • Kurt-Tucholsky-Schule, Gemeinschaftsschule und Europaschule in Flensburg-Tarup
  • Fridtjof-Nansen-Schule, (Ganztagsschule) in Mürwik
  • Gemeinschaftsschule Flensburg-West
  • Jens Jessen-Skolen, Mürwik
  • Gustav Johannsen-Skolen
  • Cornelius Hansen-Skolen, Nordstadt
  • Comenius-Schule, Nordstadt
  • Jørgensby-Skole, Jürgensby
  • Schule am Campus, Sandberg

Realschulen

Die 1951 gegründete Käte-Lassen-Schule in Flensburg-Jürgensby (2011)

Berufsbildende Schulen

  • Städtische Handelslehranstalt Flensburg (Kaufmännische Berufsbildende Schule)
  • Hannah-Arendt Schule (Flensburg) (Berufsbildende Schule mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales)
  • Eckener-Schule (Flensburg) (Berufsfachschule Technik)

Private und andere Schulen

Verkehr

Schienenverkehr

Das Gebäude des heutigen Flensburger (Haupt)bahnhofs wurde 1928 gebaut. (2007)

Vom südlich der Altstadt liegenden Bahnhof bestehen Intercity-Express-Verbindungen von Aarhus nach Hamburg, sowie InterCity-Verbindungen an Freitagen und Sonntagen nach Köln und Berlin. Täglich verkehren außerdem Intercity-Züge der Dänischen Staatsbahnen im Zwei-Stunden-Takt zwischen Kopenhagen bzw. Fredericia und Flensburg. Zusätzlich verbindet eine Nachtzug-Verbindung die Städte Prag, Basel und Amsterdam über Flensburg mit Kopenhagen.

Regionalzüge fahren nach Kiel und Neumünster, Letztere auch mit Halt in Flensburg-Weiche. Ein RegionalExpress mit der Bezeichnung Schleswig-Holstein Express fährt nach Hamburg Hauptbahnhof. Als Ersatz für die früheren Eisenbahnstrecken nach Niebüll und nach Husum und die früheren Strecken der Flensburger Kreisbahn nach Kappeln und Satrup fahren Schnellbusse.

Flensburger ZOB (2007)

Der Nahverkehr wird nach Stilllegung der letzten Linie der ehemaligen „Städtischen Straßenbahn Flensburg“ (elektrisch ab 1907, zuvor seit 1881 private Pferdebahn) am 2. Juni 1973 mit Bussen der Gesellschaften Aktiv Bus GmbH (früher Stadtwerke Flensburg), der AFAG und anderer Verkehrsunternehmen wie der Autokraft realisiert. Sie sind in der Verkehrsgemeinschaft Flensburg zusammengeschlossen.

Schifffahrt

Die Fördeschifffahrt hat stark an Bedeutung verloren, da die früher häufig durchgeführten Butterfahrten mit ihren preisgünstigen Einkaufsmöglichkeiten an Bord der Ausflugsschiffe aufgrund von EU-Beschlüssen entfallen sind. Eine regelmäßige Schiffsverbindung besteht in den Sommermonaten nach Glücksburg.

Die Bedeutung des Flensburger Hafens geht weiter zurück: 2011 wurden mit 319 Seeschiffen rund 510.000 Tonnen Güter umgeschlagen[36], 2012 waren es bei 287 Schiffen (553.900 BRZ) nur noch 466.501 Tonnen. Wenn das Flensburger Futtermittelwerk im Sommer 2013 geschlossen werden soll, wird mit einem weiteren starken Rückgang gerechnet, weil damit ein Viertel des Ladungsaufkommen verbunden ist.[37]

Straßenverkehr

Im Westen von Flensburg passiert die Bundesautobahn 7, die in Dänemark als Europastraße 45 weitergeführt wird. Ferner führen die Bundesstraßen B 199 und B 200 (Westtangente) durch das Stadtgebiet. An die Abfahrt Flensburg-Süd der B 200 schließt die nach langer und zeitweise heftig umstrittener Planung 2006 eingeweihte Osttangente (B 199) an, welche am Schnittpunkt der Stadtteile Jürgensby, Fruerlund und Engelsby in die Nordstraße mündet.

Luftverkehr

Im Westen der Stadt liegt der Flugplatz Flensburg-Schäferhaus.

Sport

Bekannteste Sportmannschaft der Stadt ist der deutsche Meister der Handball-Bundesliga der Herren von 2004 und mehrfache deutsche und europäische Pokalsieger, die SG Flensburg-Handewitt, die 1990 vom TSB Flensburg und dem Handewitter SV gegründet wurde.

Größter Sportverein ist der Turn- und Sport-Bund (TSB), der 1973 aus der Vereinigung des Flensburger Turnerbundes und des ATSV Vorwärts Flensburg hervorgegangen ist.

Der größte dänische Sportverein der Stadt ist Dansk Gymnastik Forening Flensborg (DGF).

Weitere Sportvereine sind:

  • Flensburg 08 (vor allem Fußball)
  • Flensburger Tanzclub e.V.
  • ETSV Weiche
  • Polizei SV Flensburg
  • Ruderclub Flensburg
  • LK-Weiche
  • DHK Flensburg (Dansk Håndboldklub Flensborg)
  • Sportverein Adelby
  • RRC Flying Saucers
  • VfB Nordmark
  • IF Stjernen
  • Roter Stern Flensburg
  • Dance Connection Flensburg e.V.
  • Tokai Sports (Aikido, Iaido, Capoeira)
  • TC Mürwik (Tennis)
  • Flensborg Yacht Club, Bootshaus und Steganlagen in Mürwik-Fahrensodde
  • Flensburger Schachklub von 1876
  • Flensburger Segel-Club (FSC), Bootshaus und Steganlagen in Glücksburg
  • Segler Vereinigung Flensburg (SVF), Bootshaus und Steganlagen in Mürwik-Fahrensodde
  • Flensburger Reitclub Engelsby/Twedt e.V.
  • Flensburger Betriebssportgemeinschaft e.V.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl kleinerer Vereine, die sich auf einzelne Sportarten spezialisiert haben. Dazu zählte auch Dansk Bokseklub (DBK) Sparta, der in den 1980/90er Jahren lange Zeit in der Bundesliga kämpfte.

So gehörte der Tischtennisverein TTC Ramsharde 1972 zu den Gründungsmitgliedern der zweiteiligen Damen-Bundesliga. 1974 wurde diese Mannschaft deutscher Pokalsieger in der Besetzung Kirsten Krüger, Monika Kneip und Magrit Trupkovic.

Ferner werden einige Randsportarten in Flensburg betrieben, so z. B.: American Football, Baseball, Billard, Darts, Eisstockschießen, Radball, Rhönrad.

Eissport

Wintersport wird begrenzt in Flensburg angeboten. Möglich wird dies durch die Eissporthalle Gletscher in der Nachbargemeinde Harrislee. Hier kann man in den Wintermonaten Schlittschuhlaufen .Deutschlands nördlichster Eishockeyclub, der Flensburger EC, existiert derzeit nur auf dem Papier, Eisstockturniere werden alljährlich durchgeführt.

Persönlichkeiten

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Flensburg

Literatur

  • Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg – Geschichte einer Grenzstadt. Flensburg 1966.
  • Erich Keyser (Hrsg. im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte Band I: Nordostdeutschland. Stuttgart 1939.
  • Gert Uwe Detlefsen: Flensburg in alten Ansichten. Zaltbommel 1984, ISBN 90-288-2718-8.
  • Dieter Pust: Flensburg – eine Stadt vor 100 Jahren. Weiland, Lübeck 1999, ISBN 3-87890-088-0.
  • Uwe Carstens: Strohsack und Kekssuppe. Flüchtlinge und Vertriebene in Flensburg. In: Stadtarchiv Flensburg in Zusammenarbeit mit der Universität Flensburg (Hrsg.): Lange Schatten. Ende der NS-Diktatur und frühe Nachkriegsjahre in Flensburg. Flensburg 2000, ISBN 3-931913-05-8.
  • Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm (Hrsg.): FLexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg! Flensburg-Lexikon, Band 71 der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2009.

Weblinks

 Commons: Flensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Themenportal Flensburg – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Flensburg – Reiseführer
 Wiktionary: Flensburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
  2. Zahlenspiegel Teil 3: Stadtteile. Stadt Flensburg, abgerufen am 6. Januar 2013.
  3. Horst-Dieter Landeck: Flensburg. Boyens, Heide 2006, S. 8.
  4. Flensburgs Anfänge (abgerufen am 3. September 2010; PDF; 1,4 MB)
  5. Joachim Pohl: Seesperre in der Förde – Eingetaucht in die Anfänge Flensburgs. In: Flensburger Tageblatt, 1. September 2011, abgerufen am 25. September 2012
  6. http://www.flensburg.de/sport-freizeit/freizeitangebote/naherholung/foerdebaeder/index.php Flensburg – Fördebäder – Ostseebad
  7. Karl Baedeker: Flensburg, S. 7. Verlag Karl Baedeker, Ostfildern 1977
  8. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden, S. 376. Braunschweig 1952
  9. 9,0 9,1 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  10. Ausländer in der Stadt Flensburg. Stadt Flensburg, Fachbereich Entwicklung und Innovation, Stadtentwicklung/Statistikstelle, 31. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2013 (PDF; 42 kB).
  11. Kirchen in Flensburg (abgerufen am 10. September 2010)
  12. Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg
  13. Dansk Kirke i Sydslesvig: Flensborg-menigheder
  14. Flensburg Geschichte, abgerufen am 4. Dezember 2012
  15. Carlo Jolly: Sie alle wollen den OB ablösen. In: Flensburger Tageblatt vom 14. September 2010, abgerufen am 25. September 2012
  16. 16,0 16,1 Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  17. Webpräsenz des Museumsberg Flensburg, abgerufen am 30. November 2012
  18. Thomas Overdick: Leinen los!. Hafenblatt Nr. 33, Mai 2012, S. 14-17.
  19. Webpräsenz des Historischen Hafens, abgerufen am 30. November 2012
  20. Die letzten Gallier des Fischereivereins. shz.de, 22. August 2012, abgerufen am 30. November 2012.
  21. Kristin Stancikas: Flensburgs letzte Windmühle feiert runden Geburtstag. shz.de, 23. Mai 2012, abgerufen am 30. November 2012.
  22. Gunnar Dommasch: Nautics: Volkszählung im Minutentakt. In: Flensburger Tageblatt vom 16. August 2010, abgerufen am 24. September 2012
  23. Flensburg Nautics 2012, abgerufen am 24. September 2012
  24. Janna Wilke: Die "Festmacher" des Dampf-Rundum. In: Flensburger Tageblatt vom 28. Juli 2009, abgerufen am 24. September 2012
  25. Europas größtes Dampferspektakel: Jubiläumsveranstaltung. In: www.flensburger-dampf-rundum.de, abgerufen am 24. September 2012
  26. 26,0 26,1 26,2 26,3 26,4 26,5 26,6 26,7 26,8 26,9 Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. 1. Auflage. Büro Oeding, Agentur Sturm, Gesellschaft für Flensburger Stadtarchiv e. V., Flensburg 2009, ISBN 978-3-925856-61-7.
  27. Ein Hafen voller Gaffelsegler. In: Flensburger Tageblatt vom 21. Mai 2012, abgerufen am 24. September 2012
  28. Webpräsenz der Rumregatta, abgerufen am 24. September 2012
  29. Museumshafen Flensburg e.V.: Veranstaltungen, abgerufen am 24. September 2012
  30. Rainer Wilken: Und wieder schäumte die Förde. In: Flensburger Tageblatt vom 29. August 2011, abgerufen am 25. September 2012
  31. Leif Klang, Mike Thomsen: 5000 Renn-Enten in den Startlöchern. In: Flensburger Tageblatt vom 5. September 2012, abgerufen am 25. September 2012
  32. Flensburger Fischmarkt. Flensburg Fjord Tourismus, abgerufen am 6. Januar 2013.
  33. Die Wiedergeburt des Tummelum. In: Flensburger Tageblatt vom 17. März 2012, abgerufen am 24. September 2012
  34. Webpräsenz des litteraturfest.nu, abgerufen am 24. September 2012
  35. Skandinavischer Grenzhandel in Flensburg
  36. Bilanz der deutschen Seehäfen 2011. In: Hansa. Heft 4/2012, S. 79, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  37. Weniger Güterumschlag in Flensburg · Hafen schlägt 2012 rund 466 000 Tonnen um – Sieben Prozent Rückgang – Weiterer Einbruch droht. In: Täglicher Hafenbericht vom 24. Januar 2013, S. 4

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