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Felix Jaffé

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Felix Jaffé

Felix Jaffé-Brunner (geb. 1924 in Berlin; gest. 25. August 2012 in Genf) war ein Schweizer Geologe, der sich u. a. besondere Verdienste um das Jüdische Museum Hohenems erworben hat.

Leben

Felix Jaffé wurde 1924 in Berlin als Sohn von Richard Jaffé und Caroline Brunner geboren. Sein Vater stammte aus Frankfurt, die Mutter aus Triest, aus jener Stadt, in der so viele Mitglieder der Hohenemser Familie Brunner ihr Glück gemacht hatten.

1928 zog auch die Familie Jaffé nach Triest, und 1938, als auch in Italien „Rassegesetze“ verkündet wurden, emigrierte die Familie nach Lugano.

Felix Jaffé studierte Geologie in Zürich, interessierte sich aber nicht nur theoretisch für Felsmassive, sondern war auch ein passionierter Bergsteiger. Seine berufliche Laufbahn führte ihn als Lagerstättengeologe hinaus in die Welt, in die Türkei, nach Nord- und Südamerika und schließlich nach Afrika.

Er heiratete Mary Mead Robertson, 1958 kam ihr Sohn Philipp, 1964 in Kenia ihre Tochter Luisa zur Welt. Von 1969 bis 1989 lehrte Felix Jaffé als ordentlicher Professor für Geologie an der Universität Genf, Jahre, in denen er die Arbeiten unzähliger Schüler in Kalifornien, Griechenland, Italien, in der Schweiz und vor allem in Skandinavien angeregt und im Felde angeleitet hat.

Zwei Sehnsüchte und Leidenschaften haben ihn beschäftigt, für die wenig Zeit war, solange ihn seine berufliche Tätigkeit in Atem hielt: die Stadt Jerusalem und die Geschichte seiner Familie, vor allem die seiner mütterlichen Herkunft in Hohenems und Triest. 1989 zog Felix Jaffé nach Jerusalem und wurde dort zum engagierten Gastgeber für Menschen, denen er von seinen Leidenschaften etwas mitgeben wollte, auch jungen Österreichern und Deutschen, die die Stadt besuchten. Mit kritischem Blick verfolgte er sowohl die sich verändernde politische Landschaft in Israel, wie die seiner europäischen Heimat.

Großen Anteil nahm Felix Jaffé von Beginn an, als in Hohenems über die Gründung eines jüdischen Museums nachgedacht wurde, hielt Kontakt mit jenen, die sich für dessen Errichtung stark machten, und kam schließlich mit einer kleinen Zahl von Nachkommen auch zur Eröffnung im April 1991. Es folgten erste Treffen der Brunner-Familie in Europa und schließlich, dank seiner beharrlichen Initiative, 1998 in Hohenems das erste weltweite Treffen von Hohenemser Nachkommen – auf das inzwischen ein zweites im Jahr 2008 gefolgt ist.

Diese Treffen haben vieles bewirkt. Für die Nachkommen, aber auch für die Menschen in Hohenems sowie für das Museum. Felix Jaffés Bemühungen um die Suche, die Genealogie und die Kommunikation mit den Nachkommen in aller Welt haben dazu beigetragen, dass das Museum heute von einer lebendigen internationalen Community getragen wird und eine stetig wachsende Sammlung besitzt.

2010 entschloss sich Felix Jaffé, seine letzten Lebensjahre wieder in Genf zu verbringen, näher bei seiner Familie. Er hielt engen Kontakt zum Museum, und auch gesundheitliche Probleme hinderten ihn nicht daran, 2011 zum 20jährigen Jubiläum des Museums wieder nach Hohenems zu reisen.

Weblinks

Hinweis

Der Artikeltext beruht ursprünglich auf einem von Hanno Loewy u. a. per facebook verbreiteten Nachruf Felix Jaffés.


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