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Eskalation

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Eskalation (franz. escalier ‚Treppe‘) ist das Steigern und Verschärfen bei der Anwendung von – ursprünglich militärischen und politischen – Mitteln.

Im Bereich des Wirtschaftslebens wird der Begriff der Eskalation auch verwendet, um die Regel zu beschreiben, dass bestimmte Entscheidungen kontrolliert eine Ebene "nach oben" (zu den jeweiligen Vorgesetzten) verlagert werden, wenn in einer Konfliktsituation auf der unteren Entscheidungsebene keine Übereinkunft möglich ist.

Im Störungsmanagement beschreibt das Eskalationsprinzip die Delegation der Störungsbearbeitung an eine höhere Kompetenzstufe, wenn in der darunter liegenden Stufe keine Korrektur möglich ist. Der eigentliche Delegationsprozess findet innerhalb der Makrologik statt.

Im Projektmanagement beschreibt Eskalation wertneutral die stufenweise Delegation eines Projekt-Problembereiches in eine höhere Instanz. Dies tritt regelmäßig dann ein, wenn die eskalierende Ebene keine ausreichenden Mittel oder Handlungsspielräume bzw. Kompetenzen hat, um Maßnahmen zur Behebung des Problems einzuleiten. In der Regel wird hierzu der sogenannte Lenkungsausschuss angerufen.

Im Bereich der Sozialpsychologie, Kommunikationstheorie und der Systemischen Sozialarbeit wird der Begriff der Eskalation verwendet, um Beziehungsentwicklungen zu charakterisieren, die einen sich steigernden Intensitätsverlauf zeigen, wie etwa Konkurrenzbeziehungen und Verliebtheitsentwicklungen. Auch komplementäre Beziehungen können eskalieren: So kann etwa ein zu großes Hilfsangebot dazu führen, dass die Person, der geholfen wird, immer hilfloser wird, was wiederum zu einer Steigerung des Hilfsangebotes führt.

Eine Sonderform der Eskalation stellt hier der Kaskadeneffekt dar. Er beschreibt eine absteigende soziale Karriere, bei der die Reaktionen einer Person oder Gruppe auf ein Unglück zum Auslöser für das nächste werden.

Eine wichtige Rolle spielt der Eskalationsbegriff auch in der Evolutionsbiologie. Dort wird als Eskalation das Phänomen bezeichnet, dass in der Entwicklungsgeschichte der Tiere und Pflanzen zum einen immer mehr Organismen Angriffs- und Verteidigungswaffen hervorgebracht haben und dass zum anderen diese Waffen immer wirksamer geworden sind.

In der Informatik wird der Begriff in der Datenbanktheorie bei hierarchischen Sperrverfahren gebraucht; die so genannte Sperreskalation bezeichnet den Vorgang, wenn viele feingranulare Sperren auf Objekte einer niederen Ebene aufgehoben werden und stattdessen weniger und grobgranularere Sperren auf Objekte einer höheren Ebene gesetzt werden, damit der Aufwand zur Verwaltung der Sperren gemindert wird; dieser Vorgang hat allerdings eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit für Sperrkonflikte zur Folge.

Oft wird der Begriff auch in der Umgangssprache unter Jugendlichen gebraucht. In diesem Fall bedeutet Eskalation, dass so viel von einem Stoff konsumiert wird, bis ein Rauschzustand eintritt bzw. noch über diese Grenze hinaus.

Literatur

  • Friedrich Glasl: Konfliktmanagement. Verlag Freies Geistesleben, 8. Auflage, Stuttgart 2002, ISBN 3-7725-0954-1.
  • Károly Henrich: Eskalation. Vom ersten Meeresräuber der Erdgeschichte zur weltweiten menschlichen Raubwirtschaft. Kassel 2007, KOBRA. (PDF; 3,4 MB)
  • Walter Milowiz: Teufelskreis und Lebensweg - Systemisches Denken in der Sozialarbeit. Wien, New York 1998, Springer Vlg.[1]
  • Tilo Pfeifer: FOQUS: Fehlermanagement mit objektorientierten Technologien in der qualitätsorientierten Produktion. Forschungszentrum Technik und Umwelt, Karlsruhe 1997
  • Geerat Vermeij: Evolution and Escalation: An Ecological History of Life. Princeton 1987, Princeton University Press. ISBN 0-691-08446-7.
  • Paul Watzlawick & al.: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Huber, Bern 2000
  • Gunther Wolf, Kurt Schaffner: Erfolgreiches Konfliktmanagement: Differenzen erkennen, Spannungen nutzen, Konflikte lösen. Verlag Dashöfer, Hamburg 2006, ISBN 3-938553-83-9.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Eskalation – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen


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