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Endsieg

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Plakatwand mit nationalsozialistischen Durchhalteparolen in Rumänien (Nordsiebenbürgen, August 1944), Aufnahme einer Propagandakompanie
Trauerkarte aus dem Zweiten Weltkrieg mit Betonung des Glaubens an den Endsieg

Der Begriff Endsieg (als Abkürzung von „Endgültiger Sieg“) für die Beschwörung eines Sieges, der gegen alle Rückschläge und Zweifel errungen wird, wurde bereits im Ersten Weltkrieg verwendet. Karl Kraus gab 1918 einer die hoffnungslose Situation darstellenden Glosse den ironischen Titel Vor dem Endsieg.[1] Auch im linken politischen Spektrum wurde durch Rosa Luxemburg der Begriff verwendet.[2]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Begriff Endsieg zu einer Beschwörungsformel der Nationalsozialisten. Darunter wurde der endgültige Sieg über die Alliierten, den man bis zur Kapitulation propagierte, verstanden. Der Endsieg sollte militärisch insbesondere durch besondere Opferbereitschaft, die angebliche rassische Überlegenheit der Deutschen, technologische Innovationen wie die Wunderwaffen, Japans Kriegseintritt in Südostasien und Schiffsversenkungen durch U-Boote herbeigeführt werden. Allem voran stand dabei seit Juni 1941 die politische Spaltung der Alliierten in Ost und West. Diese blieb trotz unablässiger Beschwörungspropaganda außer ab April 1943 durch den Fall Katyn bis zum Jahr 1947 weitgehend aus. Äußerungen des Zweifels am Endsieg konnte in der Zeit des Nationalsozialismus, besonders in den Jahren 1942 bis 1945, als Defätismus verstanden und im Extremfall mit dem Tode bestraft werden.

Auch in Todesanzeigen und Trauerkarten von Wehrmachts- oder Waffen-SS-Angehörigen wurde der Glaube des Gefallenen an den Endsieg betont.

Hitler verwendete den Begriff, in anderer Bedeutung, in Mein Kampf:

„Ich war vom schwächlichen Weltbürger zum fanatischen Antisemiten geworden. Nur einmal noch – es war das letzte mal – kamen mir in tiefster Beklommenheit ängstlich drückende Gedanken. Als ich so durch lange Perioden menschlicher Geschichte das Wirken des jüdischen Volkes forschend betrachtete, stieg mir plötzlich die bange Frage auf, ob nicht doch vielleicht das unerforschliche Schicksal aus Gründen, die uns armseligen Menschen unbekannt, den Endsieg dieses kleinen Volkes in ewig unabänderlichem Beschlusse wünsche?“[3]

Einzelnachweise

  1. Kraus, Karl Glossen. In: Die Fackel, 20/15. Oktober 1918, S. 149.
  2. Luxemburg, Rosa 'Die Ordnung herrscht in Berlin' In: Die Rote Fahne, Nr. 14 vom 14. Januar 1919
  3. Adolf Hitler: Mein Kampf. München 1933; S. 69.


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